Lipizaner
Reisen

Lipica – Mekka für Pferdeliebhaber

Selbst wer keine Pferde liebt, kennt Lipizzaner.  Und diese stammen vom inzwischen 440 Jahre alten Gut Lipica in Slowenien. Nicht nur für Pferdenarren ist ein Ausflug dorthin eine interessante Angelegenheit, denn es gibt vieles zu entdecken. Dabei kann man selbst entscheiden, wie viel man in Lipica erlebt. Die Auswahl ist unbegrenzt.

Für uns war es ein kleiner Tagesausflug während unseres Urlaubs in Portoroz. Ein Ausflug, der sich auf jeden Fall gelohnt hat.

Die Anreise nach Lipica

Das Gestüt Lipica liegt im Ort Sežana, direkt an der Grenze zu Italien, etwa 15 km von Triest und 87 km von Ljubljana entfernt. Der Parkplatz vor Ort kostet 5€, diese werden aber beim Kauf einer Eintrittskarte vollständig erstattet.

Die Anreise per Zug und Bus ist natürlich auch möglich. Hier informiert Ihr Euch am Besten direkt in Eurem Urlaubsort, welches die günstigste Verbindung ist.

Und wer noch mehr Lipica erleben möchte, dem bietet sich ab 2021 die Möglichkeit, vor Ort im Hotel Maestoso zu übernachten. Der richtige Ort für alle Naturliebhaber, die nicht nur die Pferde sondern auch die zahlreichen Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in der Nähe genießen möchten.

Lipica Schild

Vor Ort zu erleben

Im Gut kann jeder Besucher für sich entscheiden, wie viel Lipica er erleben will. Dies beginnt mit einer standardmäßigen Eintrittskarte zur Besichtigung des Gestüts. Dazu kann man optional ein Besuch beim Training der Lipizzaner, eine Kutschenfahrt und verschiedene Reitoptionen hinzu buchen.

Zudem gibt es auch noch eine Führung, in der man mehr zur Geschichte des Gestüts erfahren kann. Diese kann ich Euch nur wärmstens ans Herz legen, denn die Führung ist wirklich sehr interessant und man erfährt sehr viel neues. Ich bin ja ein großer Fan von Führungen, da man hier viel tiefer in den Ort und die Geschichte eintauchen kann.

Die Geschichte von Lipica

Die Geschichte von Lipica ist eng mit den Habsburgern verbunden. Da das Karstgebiet rund um den Ort Sežana sehr ähnliche zur spanischen Landschaft ist, war es der ideale Ort, um die teuren spanischen Pferde der Herrscher dort unter zu bringen. Und so wurde die frühere Sommerresidenz des Triester Bischofs im Jahr 1580 zum kaiserlichen Gestüt.

Dieses wurde in den folgenden Jahren und Jahrhunderten immer wieder erweitert und umgebaut.

1786 taucht dann zum ersten Mal der Name Lipizzaner auf. Das Pferd, benannt nach dem Gestüt Lipica, erlangt vor allem durch seinen Einsatz an der Spanischen Hofreitschule in Wien eine große Bekanntheit. Auch heute noch kann man in Lipica viele tolle Aufführungen und das Training der Pferde erleben.

Lipicaner

In den Jahren 1797 bis 1815 kam es im Gestüt Lipica zu zahlreichen Verwüstungen und Unruhen. Als Napoleons Armee über Venetien in Richtung Krain und Štajersko immer näher rückt, flüchtete man am 22. März 1797 mit mehr als 300 Pferden in das ungarische Székesferhérvar. Doch bereits am 17. Oktober 1797 kehren die Lipizzaner nach Lipica zurück. Kurze Zeit später, im Jahr 1802, wird das Gestüt von einem Erdbeben betroffen, wobei nicht nur Gebäude zerstört werden, sondern auch einige der besten Zuchthengste sterben. Nach dem Friedensabkommen von Schönbrunn 1809 gehörten Triest und Krain zu Frankreich. Das bewegte den Kaiser zu der Entscheidung, die Lipizzaner erneut nach Ungarn zu übersiedeln. Dort blieben sie bis zu ihrer Rückkehr im Jahr 1815.

Doch schon 100 Jahre später, 1915, mussten die Pferde erneut umsiedeln. Mit dem Eintritt Italiens in den ersten Weltkrieg, brachte Kaiser Franz Joseph die Lipizzaner nach Laxenburg in der Nähe von Wien. Die nächsten Jahre gingen an dem Gestüt nicht ohne Folgen vorbei. Allein die Zuordnung zu Italien, zur Tschechoslowakei, zu Deutschland und nach dem zweiten Weltkrieg zu Jugoslawien brachten viele Änderungen und eine immense Dezimierung der Lipizzaner.

Nach den beiden Weltkriegen wurde das Gut schrittweise wieder aufgebaut und alte Traditionen wieder aufgenommen. Bis Ende der 80er Jahre finanzielle Schwierigkeiten zu schlugen. Der Krieg 1991 tat dann sein übriges. Besucherzahlen und der Bestand schrumpften immer weiter.

Seit 1993 baut Slowenien das Gestüt immer weiter aus. Seitdem wurde der architektonische Kern von Lipica renoviert und die Lipizzaner Herde wieder vergrößert. Inzwischen kann das gesamte Areal besucht werden und mit der Eröffnung des Hotel Maestoso 2021 wird ein weiterer Schritt in Richtung touristischer Erschließung getan.

Gebäude in Lipica

Sehenswert in Lipica

Neben den Pferden gibt es in Lipica auch einige architektonische Schönheiten zu entdecken. Dazu gehören das alte Schloss, der Velbanca, die Kapelle, die Quelle Fontana und vieles mehr.

Das Schloss

Das Schloss ist der Überlieferung nach das älteste Gebäude des alten Ortskerns von Lipica, erbaut auf dem Grund der aus der Renaissance stammenden Sommerresidenz des Triester Bischofs. Seit Gründung des Gestüts wurde das Schloss als Wohn- und Verwaltungsgebäude für den Gutsverwalter genutzt.

Architektonisch erwähnenswert die Querbalken aus Stein über den Fenstern der Westfassade und über dem Eingang in den Südtrakt sowie die für das Karstgebiet typischen Schornsteine. Im Hintergrund des Schlosses befinde sich außerdem eine terrassenförmige Gartenanlage, die sehr interessant anzuschauen und über die Terrasse vor dem Südtrakt des Gebäudes zu erreichen ist.

Der Velbanca

Der Velbanca, auf deutsch Wölbstall, gehört – neben dem Schloss – zu dem älteste erhaltenen Stallgebäude im alten Ortskern. Laut einer Steintafel am Eingang stammt er bereits aus dem Jahr 1703. Namensgebend war das Tonnengewölbe, das über die ganze Länge des Stalles verläuft.

Der Wölbstall wurde seit seinem Bau ausschließlich für die Zuchthengste verwendet und ist – was die Architektur angeht – das wertvollste Gebäude im alten Ortskern. Ein Besuch hier ist also auf jdene Fall empfehlenswert.

Die Kapelle

Die Kapelle des heiligen Antonius von Padua, des Schutzheiligen gegen Viehkrankheiten, wurde bereits im 17. Jahrhundert erwähnt. Ihr heutige Erscheinung erhielt sie wahrscheinlich im 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurden das Schiff und Presbyterium der Kapelle neu bemalt.

Die Kapelle ist quadratisch und verfügt über ein Kreuzgewölbe. Im Inneren befinden sich drei Steinaltare, die älter sind als die Fassade.

Kirche in Lipica

Die Quelle Fontana

Als Erzherzog Karl im Jahr 1580 das Gut übernahm, gab es neben dem Schloss des Bischofs noch eine kleine Siedlung in der drei Familien von Pachtbauern lebten und Land in der Nähe der Quelle Fontana bewirtschafteten. Der heutige Steinbrunnen Fontana stammt von Anfang des 18. Jahrhunderts. Der Brunnenrand wurde aus neun massiven Steinbrocken gemauert.

Am Brunnen findet sich zudem eine Platte mit der Inschrift:

QESTA FONTANA FV FATA ET PERFECIONA TA
DAL GOV RE G: GASPARO DE NICOLETI Q. ANTONIO
NEL ANO DEL SVO GOVERNO 1706

Die Kappelle der Muttergottes von Lurdes im Tal Dolina

General Karl Grünne war von 1848 bis 1875 Gestütsverwalter in Lipica. Er war schwer an Tuberkulose erkrankt und verbrachte viel Zeit im Karst-Trichter in Krkavče. Dort legte er ein Gelübde ab, wenn er wieder gesund werde, würde er einen Altar zur Ehre der Muttergottes errichten.

Die kleine Kapelle ist halbkreisförmig in den Felsen eingemeißelt und mit einer geschmiedeten Tür abgeschlossen. In der Kapelle befindet sich ein kleiner Altartisch sowie die Statue der Muttergottes von Lurdes.

Auf jeden Fall eine Reise wert

Die oben genannten Gebäude sind nur ein kleiner Auszug, auf Gut Lipica bietet noch viel viel mehr. Für Pferdeliebhaber ist es ein echtes El Dorado, aber auch alle anderen werden dort sicher einen tollen Aufenthalt haben. Ein Besuch ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Wer jetzt noch mehr erfahren möchte, der sollte auf der Webseite vom Gestüt in Lipica vorbeischauen. Dort gibt es umfassende Informationen.

Wir haben unseren Besuch in Lipica damals mit einem Ausflug nach Postojna verbunden. Davon werde ich Euch zu einem späteren Zeitpunkt berichten.

Für alle Pferde-Fans

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