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Stralsund

Stralsund – Hansestadt und Weltkulturerbe

Sehenswürdigkeiten und Reisetipps für Dich

by Kathleen

Stralsund – wie oft sind wir und sicher auch viele andere daran vorbei gefahren, ohne dieser wunderschönen Stadt Beachtung zu schenken? Auf dem Weg zur Insel Rügen kommt man zwangsläufig dort vorbei. Und auf dem Rückweg aus dem Urlaub kann man kurz vor Befahrens der Rügenbrücke einen tollen Blick auf die Silhouette der Stadt werfen.

Doch Ihr solltet nicht nur vorbei fahren, sondern Stralsund beim nächsten Mal unbedingt einen Besuch abstatten. Ich kann Euch sagen – es lohnt sich.

Ein Besuch in Stralsund

Was gibt es hier zu entdecken?

Wie komme ich nach Stralsund?

Stralsund liegt in Mecklenburg-Vorpommern, direkt am Übergang zur Insel Rügen.  Von der A20 erreicht Ihr die Stadt über die Abfahrt Stralsund/Rügen und dann über die B194. Die Stadt bietet einiges an Parkhäusern und Parkplätzen zu bieten, so dass Ihr auf jeden Fall ein Plätzchen finden werdet.

Auch die Anbindung durch die Bahn* ist sehr gut. Von Berlin aus seid Ihr nur ca. 2,5 Stunden unterwegs und damit schneller als mit dem Auto.

Und auch FlixBus* fährt die Stadt regelmäßig an.
Wie komme ich nach Stralsund

Die Geschichte der Stadt

Die Geschichte von Stralsund geht bis auf das 10. Jahrhundert zurück. Damals noch als Siedlung Strale bekannt wurde der Stadtname Stralesund 1240 erstmals urkundlich erwähnt.

Am 31. Oktober 1234 erhielt Stralsund dann vom rügenschen Fürsten Wizlaw I. das Stadtrecht und wurde Hansestadt. Im 14. Jahrhundert war Stralsund nach Lübeck die bedeutendste Hansestadt im südlichen Ostseeraum. Doch mit dem Niedergang der Hanse nahm Stralsunds Bedeutung ab. Auch wenn die Stadt weiterhin vorwiegend vom Fernhandel und Nahhandel sowie vom Schiffbau lebte.

Im Dreißigjährigen Krieg widerstand Stralsund dank der Hilfe von Schweden und Dänemark der Belagerung durch die Truppen Wallensteins. Was folgte was eine fast 200-jährige Zugehörigkeit der Stadt zum Königreich Schweden. Erst 1815 kam Stralsund wieder zu Preußen.

Die beiden Weltkriege und auch die DDR-Zeit überlebte die Stadt relativ unbeschadet. Es gab nur wenige Bombardierungen, hauptsächlich durch Notabwürfe, so dass viele der alten Gebäude noch in ihrer ursprünglichen Form erhalten sind.

Während die Altstadt in der DDR mehr und mehr verfiel, gab es ab 1990 viele Sanierungen, so dass die Stadt heute wieder in vollem Glanz erstrahlt. Seit 2002 gehört sie zum UNESCO Weltkulturerbe.
Geschichte von Stralsund

Sehenswürdigkeiten in Stralsund

Das Rathaus

Stralsund verzaubert vor allem durch seine wunderschönen gotischen Backsteinbauten. Das bekannteste davon ist wohl das Rathaus, welches zum Wahrzeichen der Stadt wurde.

Die Geschichte der Schaufassade geht bis auf das 13. Jahrhundert zurück, als es zunächst als Tuchehaus und Kaufhaus genutzt wurde. Seitdem gab es mehrfach Um- und Anbauten und Veränderungen. Bis 1340 wurde das Gebäude im Norden und im Süden um Sitzungsräume und einen großen Saal erweitert. 1444 entstand dann die heute weltbekannte Schaufassade. 1579 wurde die wunderschöne Renaissancetreppe zu den Verwaltungsräumen hinzugefügt. 1680 wurde das Gebäude bei einem Brand beschädigt und danach das Kupferdach durch ein Ziegelsteindach ersetzt. Im 17 Jahrhundert entstand dann der barocke Rathausdurchgang, den Ihr Euch unbedingt anschauen solltet.

Rathaus Stralsund
Rathausdurchgang Stralsund
Im Rathaus Stralsund

St. Nikolai - Kirche

Direkt neben dem Rathaus befindet sich die älteste der drei Pfarrkirchen Stralsunds – St. Nikolai.

Die Kirche wurde 1276 erstmals erwähnt und ist dem Schutzheiligen der Seefahren dem Heiligen Nikolaus von Myra geweiht. Durch den raschen Aufstieg der Stadt in der Hanse wurde die Kirche immer mehr erweitert, bis sie 1662 bei einem Brand schwer beschädigt wurde. Daraufhin erhielt der Südturm 1667 eine Barockhaube, mit dem die Kirche nun eine Höhe von 103 Metern erreichte. Das Notdach des Nordturms wurde erst später ersetzt, wodurch St. Nikolai heute noch zwei verschiedene Türme hat.

Die dreischiffige Basilika mit Chorumgang beeindruckt heute mit einer Gesamtlänge von 87 Metern und einer Höhe des Kirchenschiffes von29 Metern. Im Innern der Kirche sind zahlreiche Kunstschätze aus verschiedenen Jahrhunderte zu bestaunen. Zu den ältesten dieser Kunstschätzen gehört die fast zweieinhalb Meter hohe, in Stuck gefertigte Monumentalskulptur „Anna Selbdritt“. Die astronomische Uhr der Kirche stammt aus dem Jahre 1394 und zählt zu einem der wenigen erhaltenen Exemplaren dieser Uhrenart.

In früheren Zeiten verfügte St. Nikolai über 56 Altäre. Viele von ihnen gingen beim Kirchenbrechen 1525 verloren, doch auch heute noch ist ein Teil davon zu bestaunen. Neben dem Hauptaltar sind das unter anderem das Rigafahrergestühl, der Altar der Bergenfahrer und der Barbiere, der Bürgermeisteraltar und das Ahussische Gestühl. Ein Besuch im Inneren der Kirche ist also auf jeden Fall zu empfehlen.

Alter Markt

Der Alte Markt ist der Mittelpunkt der Altstadt. Neben dem Rathaus und der St. Nikolai – Kirche finden sich hier rund um den Platz viele wunderschöne alte Gebäude, die von früheren Glanzzeiten berichten.

Die Geschichte des Platzes geht mindestens auf das Jahr 1200 zurück. Im älteste Stralsunder Stadtbuch von 1277 wird der Alte Markt als „Forum“ erwähnt. Als Verkaufsplatz, Versammlungsstätte und Gerichtsplatz genutzt, bietet der Alte Markt haute hauptsächlich Restaurants und kleinen Geschäften Platz und lädt zum Bummeln ein.

Der Hafen und das Ozeaneum

Wenn man schon in Stralsund ist, sollte man natürlich auch unbedingt einmal im Hafen vorbei schauen, auch wenn der hier etwas unspektakulär ist. Durch die Lage an der Meerenge des Strelasund sucht mach große Schiffe hier vergebens. Stattdessen verzaubern viele kleine Segelschiffe und Boote die Besucher.  Und auch ambitionierte Angler sind hier jederzeit zu finden.

Wer mehr über das Meer und seine Bewohner erfahren möchte, der sollte unbedingt im Ozeaneum vorbei schauen. In verschiedenen Aquarien kann man hier Fische, Schildkröten und Pinguine entdecken und erleben. Verschiedene Ausstellungen komplettieren das Meer-Erlebnis. Perfekt für einen Ausflug mit Kindern oder um einen Regentag zu überbrücken.

 

Ozeaneum

Adresse: Hafenstraße 11
Öffnungszeiten: Juni bis September: Täglich von 09:30 bis 20:00 Uhr | Oktober bis Mai: Täglich von 09:30 bis 18:00 Uhr
Eintrittspreise: Erwachsene: 17,00 € | Kinder 8,00 €
Weitere Informationen: www.ozeaneum.de
Hafen Stralsund
Hafen Stralsund
Hafen Stralsund

Ein Besuch auf der Gorch Fock I

Ihr wolltet schon immer mal ein echtes Segelschiff besuchen? Das könnt Ihr auf der Gorch Fock I im Hafen der Stadt.

Auch die Gorch Fock I wurde als Segelschulschiff erbaut. 1933 lief es in der Hamburger Werft Blohm + Voss vom Stapel. 1945 wurde es dann von einem Sprengkommando der Wehrmacht versenkt, um es nicht den Alliierten in die Hände fallen zu lassen. Doch bereits 1947 barg die Sowjetische Besatzungsmacht das die Gorch Fock I und lies sie 1948 bis 1950 in Rostock und Wismar instand setzen. Ab 1951 segelte das Schiff unter dem Namen „Towarisch“ (zu deutsch Freund) unter sowjetischer Flagge.

Nach der Auflösung der Sowjetunion ging das Schiff vorübergehend in den Besitz der Ukraine über und wird wieder als Segelschulschiff – auch für Privatpersonen – genutzt.

Doch die Zeit zollte Ihr Tribut. Da der Ukraine das Geld fehlte, übernahm die Tall-Ship Friends e.V. an 1998 die Restaurierung und fragte auch an, die Gorch Fock I zu kaufen. Nach vielen Hin und Her konnte das 2003 endlich zurück nach Stralsund geschleppt werden.

Nach weiteren Restaurationsarbeiten in den Jahren 2004 und 2005 steht das Museumsschiff nun Besuchern aus aller Welt offen.
Gorch Fock I

Adresse: An der Fährbrücke
Öffnungszeiten: 16. März bis 15. Oktober: Täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr | 16 Oktober bis 15. März: Täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr
Eintrittspreise: Erwachsene: 5,00 € | Kinder 2,50 €
Weitere Informationen: gorchfock1.de
Gorch Fock I Stralsund

Das Johanniskloster

Auf dem Weg zurück in die Altstadt kommt Ihr an den Ruinen des Johanniskloster vorbei. Die Geschichte des Franziskaner-Klosters geht bis auf das Jahr 1254 zurück. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts war der aus Spenden finanzierte Bau des Klosters nahezu abgeschlossen. Mit dem „Stralsunder Kirchenbrechens“ 1525 endete dann auch schon die glänzende Zeit des Klosters.

Am Weihnachtsabend 1624 brannten durch Fahrlässigkeit die 77 Meter lange gotische Hallenkirche und das Dachgeschoss der Klausur nieder. Mangels Geld wurde sie nie wieder aufgebaut. 1651 wurde stattdessen die kleine Johanniskirche eröffnet, die Teile des Klosters nutzte.

Die kleine Johanniskirche war einige der wenigen Gebäude, die im Zweiten Weltkrieg hier zerstört wurden.

Erst ab den 60er Jahren wurde wieder mit der Sanierung des Klosters begonnen, die bis heute anhält.

Die alte Stadtmauer und das Kütertor

Entlang der alten Stadtmauer könnt Ihr nun weiter wandern.  Im Vergleich zu anderen mittelalterlichen Städten sind in Stralsund auch heute noch große Teile der Stadtmauer erhalten.  Diese bestand bis zum 13. Jahrhundert  noch aus  Pfahlwerk. Erst im 14. Jahrhundert wurde sie durch eine Steinmauer mit Türmen und Wehrgängen ersetzt.

Von den einst zehn Stadttoren existieren noch zwei – das Kniepertor und das Kütertor.

Das Kütertor wurde 1446 erbaut und beeindruckt auch heute noch mit seinem Zeltdach mit Laterne und steilem Helm. Es steht am Ende der Heilgeiststraße. Der Name bezieht sich auf die damals in der Nachbarschaft ansässigen Küter (Fleischer), die ausschließlich Innereien geschlachteter Tiere (sogenanntes Küt) weiterverarbeiteten.
Stadtmauer Stralsund
Das Kütertor Stralsund

Der Neue Markt und die Marienkirche

Am Südöstlichen Ende der Altstadt stoßt Ihr auf den Neuen Markt und die Marienkirche.

Die dreischiffige Kirche mit Querhaus, westlichem Pseudoquerhaus, Chorumgang und Kapellenkranz wurde im Jahr 1298 erstmals erwähnt. Laut ungesicherten Überlieferungen war ihre 151 Meter hohen gotischen Spitze von 1549 bis 1647 das höchste Gebäude der Welt. Dann wurde die Spitze durch einen Blitzschlag zerstört.

Heute kann man vom 104 Meter hohen Turm der Marienkirche einen wunderbaren Blick über Stralsund, die Umgebung und Rügen genießen. Und auch der Innenraum der Kirche wartet mit jeder Menge Kunstschätzen auf und sollte unbedingt besucht werden.
Marienkirche Stralsund

Das Meeresmuseum

Eines der berühmtesten Museen Stralsunds ist wohl das Meeresmuseum. Aktuell finden hier größere  Modernisierungsarbeiten statt, die erst 2023 abgeschlossen sein werden. So lange bleibt das Museum leider geschlossen. Bis dahin ist der Besuch sehr eingeschränkt.

Während der Modernisierungsarbeiten ist der Eintritt daher frei und aktuell nur Mittwoch bis Sonntag: Täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr möglich.

Ich empfehle Euch, Euch vor einem Besuch direkt unter www.meeresmuseum.de zu informieren.

St. Jakobikirche

Als letzte der drei großen Pfarrkirchen der wurde die 1303 erstmals erwähnte Jakobi-Kirche auf der ehemaligen Trennlinie zwischen der Stralsunder Alt- und Neustadt errichtet. Mitte des 14. Jahrhunderts wurde dann das Mittelschiff erhöht und der neue 68 Meter hohe Westturm errichtet, der heute Weithin zu sehen ist.

Heute dient die Jakobikirche als Stadt- und Kulturkirche für Konzerte, Ausstellungen und andere Veranstaltungen.
St. Jakobikirche Stralsund

Essen gehen in Stralsund

Ein Besuch in Stralsund kann natürlich auch lecker sein. Nicht nur das obligatorische Fischbrötchen am Hafen kann man hier genießen, gerade um den Alten Markt herum laden viele tolle Restaurants zum Besch ein.

Wir selbst entschieden uns für das Burwitz Legendär Stralsund. Eine gute Entscheidung, denn das Essen war sehr lecker und die Cocktails sind echt zu empfehlen – mit und ohne Alkohol. Hier gibt es eine klare Empfehlung von mir.

Und auch Das Restaurant Lara am Fischmarkt, das Störtebeker Braugasthaus mit Brauereiführung und die Wulflamstuben wurden von anderen Besuchern der Stadt empfohlen
Essen gehen in Stralsund

Übernachten in Stralsund

Wir selbst haben die Stadt während unseres Rügen-Urlaubs besucht und so nicht in Stralsund selbst übernachtet. Trotzdem habe ich ein paar Empfehlungen für Euch zusammengestellt:

    • Das Aparthotel an Sankt Marien liegt sowohl in der Nähe der Altstadt als auch nur 1,8 km vom Strand entfernt. Was will man mehr?
    • Auch das Romantik Hotel Scheelehof Stralsund liegt in der Altstadt. Nach einem anstrengenden Tag in der Stadt kann man hier im Wellnessbereich entspannen.
    • Wer eher die Strandnähe bevorzugt, der ist im Hotel Hanseat Stralsundgut aufgehoben. Nur 500 Meter bis zum Strand und 2,5 von der Strandpromenade Altefähr entfernt

Fazit - nicht nur für Architekturfans eine Reise wert

Ihr seht, nicht nur Architekturfans kommen hier auf Ihre Kosten und können einen wunderschönen Tag oder Urlaub erleben. Die Stadt überrascht einen immer wieder mit seiner Gemütlichkeit und den netten Bewohnern.

Natürlich habt Ihr auch die Möglichkeit, eine Stadtführung bei Tag* oder bei Nacht* buchen und noch tiefer in die Stadt eintauchen

Also schaut doch einfach mal in Stralsund vorbei.
Stadtrundfahrt Stralsund

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