
Wismar: Nordische Backsteingotik, maritimes Flair und hanseatische Geschichte
Ihr seid auf der Suche nach einem Reiseziel, das nicht nur Geschichte atmet, sondern Euch auch mit einem unvergleichlichen maritimen Charme umfängt? Dann lasst Euch von Wismar verzaubern, einem Juwel an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns. Diese Stadt, einstmals eine mächtige Metropole der Hanse und später unter schwedischer Flagge, ist heute ein lebendiges Freilichtmuseum der norddeutschen Backsteingotik.
Wismar ist kein Ort für hektischen Massentourismus. Es ist ein Ziel, das Ruhe, Tiefe und Authentizität verspricht. Hier könnt Ihr Euch auf einen der größten unbebauten Marktplätze Europas stellen und die beeindruckende Architektur auf Euch wirken lassen, die so grandios ist, dass die gesamte Altstadt im Jahr 2002 gemeinsam mit dem benachbarten Stralsund zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.
- Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
- Einwohnerzahl: 43.329 (Stand 31. Dezember 2024)
- Anreise: Über die A20 oder die A14. Ich empfehle Euch das Altstadt-Parkhaus oder den Parkplatz am Alten Hafen/ mit der Bahn* bis zum Bahnhof Wismar / nächster Flughafen*: Rostock
- Übernachtung: Meine Empfehlung ist das Hanse House Wismar*. Das gemütliche Hotel am Rande der Altstadt bietet neben großzügigen Zimmer auch eine Gemeinschaftslounge, einen Privatparkplatz, eine Terrasse und eine Bar. Natürlich könnt Ihr auch gerne bei booking.com* stöbern und dort nach der perfekten Unterkunft suchen.

Die beste Zeit für Euren Besuch und erste Anreise-Tipps
Die Stadt Wismar zeigt das ganze Jahr über ihren Reiz, doch jede Jahreszeit hat ihren besonderen Charme, auf den Ihr Euch einstellen könnt:
- Frühling (April–Mai): Die Stadt erwacht, die ersten Kutter fahren aus und die Fassaden leuchten in der Frühlingssonne. Perfekt für Besichtigungen ohne große Menschenmengen.
- Sommer (Juni–August): Das maritime Leben pulsiert am Hafen, Straßencafés laden zum Verweilen ein und die Nähe zur Ostsee lockt zu Badeausflügen. Achtet darauf, Unterkünfte frühzeitig zu buchen.
- Herbst (September–Oktober): Die milden Temperaturen laden zu langen Spaziergängen ein, und die goldene Herbstsonne taucht die Backsteingotik in spektakuläre Farben. Ideal für Foto-Enthusiasten.
- Winter (November–März): Ruhig und besinnlich. Der Weihnachtsmarkt auf dem historischen Marktplatz ist ein stimmungsvolles Highlight. Die Museen sind weniger überlaufen.

Anreise: Wie Ihr am besten nach Wismar kommt
Wismar ist verkehrstechnisch sehr gut angebunden, was die Anreise denkbar einfach macht:
- Mit dem Auto: Über die A20 (Küstenautobahn) oder die A14. Beachtet, dass die Altstadt (UNESCO-Welterbe) größtenteils eine Fußgängerzone ist. Parkhäuser wie das Altstadt-Parkhaus oder das am Alten Hafen bieten sich als Startpunkt an.
- Mit der Bahn: Der Wismarer Hauptbahnhof ist gut in das Netz der Deutschen Bahn* eingebunden. Von Hamburg, Berlin oder Rostock kommt Ihr bequem in die Stadt. Der Bahnhof liegt fußläufig zur Altstadt (ca. 10–15 Minuten).
- Mit dem Flugzeug: Die nächstgelegenen größeren Flughäfen* sind Lübeck und Rostock-Laage. Von dort aus könnt ihr auch mit dem Mietwagen* weiterreisen.

Wichtig für Euch: Die Altstadt selbst erkundet Ihr am besten zu Fuß. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen eng beieinander, und nur so entdeckt Ihr die versteckten Details und liebevollen Giebelhäuser. Wer es bequemer mag, dem kann ich den Sightseeing-Bus empfehlen, der Euch zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten bringt.
Wismar hat zudem ein sehr gut ausgebautes Busnetz, so könnt Ihr auch etwas weiter entfernte Ziele erreichen.
Wenn Ihr die Stadt etwas mehr erkunden und auch mal die Umgebung entdecken möchtet, könnt Ihr bei auch Fahrräder ausleihen. Coole Fahrradtouren durch die Umgebung findet Ihr auf: Radtouren Wismar

Die Magie der Wismarer Altstadt: UNESCO-Welterbe im Detail
Die Altstadt von Wismar ist eine der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtkerne Deutschlands. Sobald Ihr die ersten Kopfsteinpflaster betretet, fühlt Ihr Euch in eine Zeit zurückversetzt, als Schiffe mit wertvollen Gütern in den Hafen einliefen und mächtige Ziegelkirchen den Wohlstand und die Frömmigkeit der Hansebürger demonstrierten. Das Besondere an Wismar: Die Stadt hat ihre ursprüngliche Parzellierung und den mittelalterlichen Grundriss fast vollständig bewahrt, was sie zu einem herausragenden Beispiel für eine prosperierende Hansestadt des 14. Jahrhunderts macht.
Also nehmt Euch Zeit, verlasst auch einmal die touristischen Hauptstraßen und lasst Euch durch die gemütlichen Gassen treiben. So wird Euer Besuch in Wismar einfach perfekt.

Der Marktplatz: Das hanseatische Wohnzimmer
Euer Weg wird Euch unweigerlich zum Marktplatz führen – und das ist gut so, denn er ist der größte unbebaute historische Marktplatz in Deutschland und das pulsierende Zentrum der Altstadt. Mit einer Fläche von etwa 10.000 Quadratmetern bietet er eine atemberaubende Bühne für die umliegenden historischen Gebäude.
Das Rathaus / Schwedisches Königshaus
Dieses prachtvolle, viergeschossige Gebäude an der Nordseite ist ein sofortiger Blickfang. Es wurde um 1650 von einem schwedischen Artillerieoffizier erbaut und diente später tatsächlich als Sitz des höchsten schwedischen Gerichts in Wismar (dem Wismarer Tribunal). Der Stil ist ein spannender Übergang vom Spätbarock zum Frühklassizismus und hebt sich architektonisch bewusst von den backsteingotischen Nachbarn ab. Die rote Fassade und die eleganten Pilaster sind ein Muss für Eure Fotosammlung.

Der “Alte Schwede”
Direkt am Markt, gegenüber dem Königshaus, steht eines der ältesten Bürgerhäuser der Stadt, datiert auf das Jahr 1380. Der Name “Alter Schwede” ist natürlich auf die schwedische Vergangenheit zurückzuführen, aber heute ist das Haus vor allem bekannt für das gleichnamige Restaurant, das in seinen historischen Mauern traditionelle mecklenburgische Küche serviert. Es ist der perfekte Ort, um nach einem langen Spaziergang einzukehren und die Atmosphäre des Marktplatzes aufzusaugen.

Die Wasserkunst – Herzstück der Versorgung
Mitten auf dem Marktplatz steht die Wasserkunst, die zweifellos das charmanteste Wahrzeichen Wismars ist. Dieses kunstvolle Renaissance-Bauwerk aus dem Jahr 1602 sieht auf den ersten Blick aus wie ein Pavillon oder ein verzierter Brunnen, war aber einst lebensnotwendig: Es diente bis 1897 der Wasserversorgung der Stadt.
Gebaut von dem niederländischen Architekten Philipp Brandin, vereint die Wasserkunst verschiedene Stilelemente. Sie sammelte das Wasser, das über ein ausgeklügeltes System von Holzleitungen aus der Umgebung (z.B. dem Viereggensee) in die Stadt geleitet wurde, und verteilte es an 22 öffentliche Zapfstellen. Wenn Ihr davorsteht, bewundert nicht nur die reich verzierten Gitter und die kupferne Haube, sondern auch die geniale Ingenieurskunst, die dahintersteckt. Die Wasserkunst ist mehr als nur schön; sie erzählt die Geschichte der städtischen Organisation und des bürgerlichen Wohlstands der Hansezeit.

St. Marien: Der mächtige Turm als Mahnmal
Die St. Marienkirche war einst die Hauptpfarrkirche Wismars und gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke der norddeutschen Backsteingotik. Leider wurde das Langhaus der Kirche im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und 1960 aus politischen Gründen gesprengt, obwohl es wiederaufbaufähig war.
Was heute bleibt, ist der gigantische Kirchturm, der mit seinen 81 Metern weit sichtbar ist und als Mahnmal und Wahrzeichen dient. Ihr solltet unbedingt den Turm besuchen:
- Turmhalle und Aussicht: Im Inneren der Turmhalle findet Ihr eine Ausstellung über die Geschichte der Kirche und die Zerstörung. Achtet auf die massiven Mauern und die Tiefe des Fundaments.
- Architektonische Bedeutung: Der quadratische Turm steht frei und seine schiere Größe gibt Euch eine Vorstellung davon, wie majestätisch das dreischiffige Kirchenschiff einst gewesen sein muss. Er ist ein Meisterwerk der gotischen Statik und Ziegelkunst.

St. Georgen: Das Erlebnis des Wiederaufbaus
Die St. Georgenkirche (auch St. Jürgen genannt) ist eine der größten Kirchen Norddeutschlands und steht für den Triumph des Wiederaufbaus. Nach ihrer nahezu vollständigen Zerstörung im Krieg wurde sie in jahrzehntelanger, mühevoller Arbeit wiederaufgebaut und 2010 feierlich wiedereröffnet.
- Der Blick von oben: Der absolute Höhepunkt eines Besuches hier ist der Aufstieg zur Aussichtsplattform (per Fahrstuhl oder über die Treppen). Von dort oben habt Ihr den besten, vielleicht sogar den atemberaubendsten, Blick über die gesamte Altstadt, den Marktplatz, den Hafen und bis zur Ostsee. Es ist der beste Ort, um die Dächer Wismars und die historische Parzellierung aus der Vogelperspektive zu bewundern.
- Raumwirkung: Das riesige, lichte Kirchenschiff wird heute oft für kulturelle Veranstaltungen, Konzerte und Ausstellungen genutzt. Der rohe, unverputzte Backstein im Inneren verleiht dem Raum eine besondere, ehrfurchtgebietende Atmosphäre.

St. Nikolai: Eleganz und nautische Kunst
Die St. Nikolaikirche ist dem Schutzheiligen der Seefahrer geweiht und befindet sich in der Nähe des Alten Hafens. Sie beeindruckt nicht nur durch ihre Größe, sondern vor allem durch ihre unglaubliche Höhe. Ihr Mittelschiff ist mit rund 37 Metern das vierthöchste in Deutschland!
- Die Höhe und Architektur: Trefft auf eine der elegantesten Hallenkirchen der Gotik. Die schlanken Pfeiler und die hohen Gewölbe erzeugen ein Gefühl der Erhabenheit und Leichtigkeit.
- Schiffsmodelle: Dem Schutzpatron entsprechend, beherbergt die Kirche eine sehenswerte Sammlung von Votivschiffen – kunstvolle, geschenkte Modelle, die Seefahrer aus Dankbarkeit für die glückliche Heimkehr stifteten.


Die historische Hafenmeile (Alter Hafen)
Keine Wismar-Reise wäre vollständig ohne den Besuch des Alten Hafens. Hier schlägt das maritime Herz der Stadt, wo die Backsteingotik auf das raue Leben am Wasser trifft. Der Hafen ist nicht nur ein malerischer Anblick, sondern auch ein Ort, der heute noch von der Fischerei und der Sportschifffahrt genutzt wird.

Das Baumhaus und die Alte Kaje
Wenn Ihr am Hafen ankommt, werdet Ihr sofort das Baumhaus bemerken. Das kleine, unscheinbare Gebäude stammt aus dem Jahr 1848 und war der Standort, an dem früher der Hafen nachts mit einem schweren, mit Eisen beschlagenen Baumstamm verschlossen wurde, um die Stadt vor unliebsamen Gästen zu schützen und Zölle zu kassieren. Die dicken Holzbalken dienten also nicht nur als Schutz, sondern auch als Zollschranke.

Entlang der Alten Kaje säumen bunte, historische Speicherhäuser das Ufer. Diese Häuser erzählen von der Zeit, als hier Getreide, Salz, Bier und Hering umgeschlagen wurden. Heute beherbergen sie Restaurants, Hotels und maritime Geschäfte, wobei der Charme der alten Backstein- und Fachwerkkonstruktionen erhalten geblieben ist.

Der Geschmack des Meeres: Fischbrötchen und Kutter
Am Alten Hafen erlebt Ihr die norddeutsche Küche am authentischsten. Die kleinen, blauen Fischkutter – wie die berühmte „Wismeraner“ – legen hier an. Geht direkt zu einem der Verkaufsstände oder Imbisse, die oft auf fest vertäuten Kuttern selbst eingerichtet sind, und gönnt Euch ein frisches Fischbrötchen. Ob Matjes, Brathering oder Räucheraal – dieses einfache Gericht ist ein unbedingtes Muss für jeden Ostseebesuch und schmeckt hier, mit dem salzigen Wind in der Nase und dem Blick auf das Wasser, am besten.

Die Poeler Kogge (Wismarer Kogge)
Haltet Ausschau nach der “Poeler Kogge” oder einem ihrer Nachbauten. Die Kogge war das typische Handelsschiff der Hansezeit. Das Original wurde in den 1990er Jahren bei der Insel Poel gefunden. Ein Nachbau, oft im Hafen zu sehen, erinnert an die glorreiche Zeit des Seehandels, als Wismar zu den wichtigsten Häfen in der südlichen Ostsee gehörte und Waren bis nach Flandern und England verschiffte. Ein Blick auf diese mächtigen Holzschiffe lässt die Vorstellungskraft von den alten Handelsrouten beflügeln.

Die Schweinsbrücke: Ein tierisches Fotomotiv
Ein charmanter und oft fotografierter Ort in der Nähe des Hafens ist die Schweinsbrücke. Der Name ist Programm: Die kleine, steinerne Brücke wird von vier lebensgroßen Bronzefiguren von Schweinen geziert, die scheinbar aus dem Wasser kommen. Die Brücke überspannt den Mühlengraben und liegt idyllisch eingebettet zwischen den alten Backsteinhäusern.
- Der Aberglaube: Der Legende nach sollen die Schweine Glück bringen. Wer eines der Tiere an der Nase reibt, dem soll ein Wunsch in Erfüllung gehen oder er kehrt auf jeden Fall nach Wismar zurück. Ein kleines Ritual, das Euren Spaziergang auflockert.
- Historischer Hintergrund: Die Brücke diente einst als Übergang über den Graben, der Frischwasser in die Stadt leitete. Die humorvolle Gestaltung der Brüstung zeugt von der oft unkonventionellen Kunstfertigkeit der Region.

Das Stammhaus der Karstadt AG: Von Wismar in die Welt
Wismar ist die Geburtsstätte eines der bekanntesten deutschen Kaufhauskonzerne. Das Stammhaus der Karstadt AG befindet sich in der Krämerstraße und erinnert an die unternehmerische Geschichte der Stadt.
- Rudolph Karstadt: Hier eröffnete der Kaufmann Rudolph Karstadt 1881 sein erstes Tuch- und Konfektionsgeschäft, aus dem später ein europaweit bekannter Konzern wurde. Das Haus ist ein wichtiges Zeugnis der Wirtschaftsgeschichte im späten 19. Jahrhundert.
- Besondere Architektur: Auch wenn es sich nicht um Backsteingotik handelt, fällt das Gebäude durch seine verspielte Fassade auf. Es lohnt sich, die Gedenktafel zu suchen und sich vorzustellen, wie hier der Grundstein für ein Handelsimperium gelegt wurde.

Die Lübsche Straße: Das Tor nach Westen
Die Lübsche Straße ist eine der wichtigsten und historisch bedeutsamsten Straßen Wismars. Sie ist die Verlängerung der alten Handelsroute, die nach Westen in Richtung Lübeck (daher der Name) führte, der einstigen Königin der Hanse.
- Kaufmannshäuser: Entlang der Straße reihen sich zahlreiche, hervorragend erhaltene Giebelhäuser. Sie zeigen oft eine reiche Verzierung und unterschiedliche Bauhöhen, was den wirtschaftlichen Wettbewerb und den individuellen Reichtum der damaligen Kaufleute widerspiegelt.
- Lebendiges Zentrum: Heute ist die Lübsche Straße eine wichtige Einkaufs- und Flaniermeile, die das historische Flair mit dem modernen städtischen Leben verbindet.

Die Heiligen-Geist-Kirche: Idylle und Ruhe
Neben den drei großen, monumentalen Pfarrkirchen gibt es in Wismar auch die Heiligen-Geist-Kirche. Diese Kirche gehört zu den Bauten der Hospitäler, also der mittelalterlichen Sozialeinrichtungen.
- Hospitalanlage: Sie war Teil eines Hospital-Komplexes, der sich um die Pflege von Kranken und Armen kümmerte. Diese Hospital-Kirchen sind typischerweise kleiner und einfacher gehalten als die großen Pfarrkirchen, was eine ganz besondere, intime Atmosphäre schafft.
- Der Hof: Besucht unbedingt den idyllischen Hof der Kirche. Er ist von kleinen, niedrigen Fachwerkhäusern umgeben und wirkt wie ein friedlicher Rückzugsort mitten in der Stadt.


Dem einen oder anderen Fernsehzuschauer mag der Eingang zum Hinterhof der Heiligen-Geist-Kirche vielleicht auch bekannt vorkommen. Kein Wunder – es ist die Einfahrt zur “Polizeistation” der SOKO Wismar.
Ihr werdet allerdings im Hinterhof selbst nichts bekanntes erkennen, denn es wird nur das Tor gefilmt.

Das Welt-Erbe-Haus: Das Informationszentrum
Wer tief in die Materie des UNESCO-Welterbes eintauchen möchte, sollte das Welt-Erbe-Haus besuchen, das in einem der schönsten Kaufmannshäuser der Altstadt untergebracht ist.
- Ausstellung: Es dient als Informations- und Ausstellungszentrum für das Welterbe der Hansestädte Wismar und Stralsund. Hier könnt Ihr anhand von Modellen, interaktiven Exponaten und historischen Plänen detailliert nachvollziehen, warum Wismar diesen besonderen Titel trägt.
- Das Gebäude: Allein das Gebäude selbst ist sehenswert: Es handelt sich um ein liebevoll saniertes Bürgerhaus, das die typische Wohnkultur und die Lagerflächen der Hansezeit veranschaulicht.

Das Archidiakonat: Ein Stück Kirchenverwaltung
Das Archidiakonat ist ein beeindruckendes Backsteingebäude, das einst der Verwaltung der Kirche diente und sich in der Nähe der St. Marienkirche befindet.
- Historische Funktion: Es war der Amtssitz des Archidiakons, einer wichtigen kirchlichen Verwaltungsfigur. Die Nähe zu den Hauptkirchen demonstriert die enge Verbindung zwischen kirchlicher Macht und weltlichem Einfluss in der Hansezeit.
- Architektonische Details: Achtet auf die typische Backsteinarchitektur, die schmalen Fenster und die Verzierungen, die den Unterschied zwischen einem reinen Bürgerhaus und einem kirchlichen Verwaltungsbau aufzeigen.

Das Rote Haus (Gewölbe): Geheime Tiefen
Das Rote Haus, oft einfach nur aufgrund seiner leuchtenden Farbe so genannt, ist ein weiteres Highlight in der Altstadt. Es ist nicht nur von außen attraktiv, sondern birgt auch historische Geheimnisse in seinen Tiefen.
- Die Gewölbe: Sucht nach Hinweisen auf die historischen Gewölbekeller. Diese waren in der Hansezeit essenziell für die Lagerung von Handelsgütern wie Salz, Bier und Wein. Sie zeugen von der Notwendigkeit stabiler, kühler Lagerflächen in einer Handelsstadt. Heute sind diese Keller oft in gastronomische Konzepte integriert und bieten eine einzigartige Atmosphäre.

Das Wassertor: Das letzte Stadttor
Von den einst fünf mittelalterlichen Stadttoren Wismars ist nur noch das Wassertor erhalten geblieben.
- Lage und Funktion: Es befindet sich am Ende der Frischen Grube, nahe dem Alten Hafen. Erbaut im späten 15. Jahrhundert, diente es zur Sicherung des Zugangs vom Hafen zur Altstadt. Es kontrollierte den Warenfluss und schützte vor Überfällen.
- Fotogene Szenerie: Das rote Backsteintor mit seinen Giebeln und dem Durchgang ist ein sehr beliebtes Fotomotiv, da es einen direkten Blick auf die Speicherhäuser am Hafen freigibt und die Verbindung zwischen Altstadt und Meer symbolisiert.

Geschichte zum Anfassen: Tief eintauchen in Wismars Vergangenheit
Wismar hat eine Geschichte, die sich über mehr als 800 Jahre erstreckt, aber zwei Perioden stechen hervor, weil sie das Stadtbild, die Kultur und die Identität nachhaltig geprägt haben. Diese Geschichte ist nicht in staubigen Archiven verborgen, sondern liegt offen auf der Straße – Ihr müsst nur wissen, wo Ihr hinschauen sollt.
Die Schwedenzeit: Eine prägende Epoche des Nordens
Was viele Reisende in Wismar überrascht: Neben der Backsteingotik findet Ihr hier auch zahlreiche Gebäude, die eine deutliche barocke und klassizistische Prägung aufweisen. Das liegt daran, dass Wismar nach dem Westfälischen Frieden (1648) und bis zum endgültigen Rückkauf durch Mecklenburg im Jahr 1903 (obwohl die Schweden die faktische Herrschaft schon 1803 an Mecklenburg verpfändet hatten) 350 Jahre lang zu Schweden gehörte. Wismar war damit eine der wichtigsten schwedischen Besitzungen in Nordeuropa.

Das Schwedische Tribunal: Sitz der Macht
Wir haben es bereits kurz erwähnt, aber das Schwedische Königshaus auf dem Marktplatz war das Symbol der schwedischen Herrschaft. Doch der eigentliche Verwaltungssitz und das höchste Gericht der schwedischen Territorien in Deutschland war das Tribunal.
- Historische Funktion: Das Tribunalgebäude in der Kopenhagener Straße, nahe der St. Georgenkirche, war der Ort, an dem schwedische Richter Recht sprachen. Dies demonstrierte die tiefgreifende administrative und militärische Verankerung Schwedens in der Stadt.
- Architektur: Auch wenn es kein typischer Backsteinbau ist, prägt seine klassische Bauweise das Bild dieses Viertels.

Der Gedenkstein und die Spuren im Stadtbild
Obwohl die Schwedenzeit Wismar nicht immer wirtschaftlichen Reichtum, aber militärische Bedeutung brachte, sind die Spuren überall präsent:
- Schwedischer Kopfstein: Achtet auf die gelegentlich anzutreffenden Gedenksteine oder Plaketten, die an die Herrschaft erinnern. Der wohl bekannteste ist der Schwedengedenkstein selbst, der auf die lange Zeit der Zugehörigkeit hinweist.
- Fokus auf Befestigung: Die Schweden bauten die Stadt zu einer Festung aus. Auch wenn die Stadtmauern heute größtenteils verschwunden sind, könnt Ihr noch Reste der historischen Wallanlagen und Bastionen im Norden der Altstadt erkennen, die heute als grüne Parks dienen. Sie sind perfekte Orte für eine entspannte Pause und erzählen leise von Kanonen und Wachposten.

Wismar als Hansestadt: Handel, Reichtum und Macht
Noch älter und für die Architektur prägender war die Ära der Hanse (ca. 13. bis 16. Jahrhundert). Wismar war neben Lübeck, Rostock und Stralsund eine der vier großen Hansestädte an der deutschen Ostseeküste. Der Beitritt zur Hanse um 1257 katapultierte Wismar in ein goldenes Zeitalter des Handels.
Die Bedeutung der Braukunst
Der Wohlstand der Stadt basierte nicht nur auf dem Umschlag von Salz, Getreide und Hering, sondern auch auf einem ganz speziellen Gut: Wismarer Bier.
- Exportgut: Bier war im Mittelalter ein wichtiges Grundnahrungsmittel und Exportgut. Fast 200 Brauhäuser gab es einst in der Stadt! Wismarer Bier, besonders das Wismarer Mumme, war bekannt und wurde bis nach Skandinavien und Flandern exportiert. Der Reichtum, den diese Braukunst in die Stadt spülte, finanzierte den Bau der beeindruckenden Kirchen und der Kaufmannshäuser.
- Die heutigen Brauhäuser: Auch wenn die Zahl heute drastisch reduziert ist, könnt Ihr im historischen Ambiente immer noch traditionelle Biere genießen und so direkt an dieses Handwerk anknüpfen.

Das Schabbellhaus: Museum für Stadtgeschichte
Um die Geschichte der Hansezeit und das bürgerliche Leben wirklich zu verstehen, solltet Ihr Euch Zeit für einen Besuch im Schabbellhaus nehmen. Es ist nicht nur ein Museum, sondern selbst ein beeindruckendes Exponat.
- Architektur und Funktion: Das Schabbellhaus ist ein Doppelgiebelhaus aus dem Jahr 1568, erbaut im Stil der niederländischen Renaissance. Sein Erbauer, Heinrich Schabbell, war ein reicher Bierbrauer und Bürgermeister. Das Haus diente sowohl als Wohnsitz als auch als Brauerei und Lager.
- Das Museum: Es beherbergt heute das Stadtgeschichtliche Museum der Hansestadt Wismar. Hier erfahrt Ihr alles über die Entwicklung der Stadt, die Hanse, die Braukultur, die Schifffahrt und das Leben der Bürger. Die Ausstellungen sind modern aufbereitet und bieten einen tiefen Einblick in die Vergangenheit, der Eure Spaziergänge durch die Altstadt mit neuem Kontext füllt.

Wismar von oben – die schönsten Aussichtspunkte der Hansestadt
Um die einzigartige städtebauliche Struktur Wismars, die so wichtig für den Welterbe-Status ist, wirklich zu begreifen, müsst Ihr die Perspektive wechseln. Ein Blick von oben offenbart die enge Verbauung der Gassen, die Größe des Marktplatzes und die unmittelbare Nähe zum Hafen.
- Aussichtsplattform St. Georgen: Wie bereits erwähnt, ist dies Eure erste Adresse. Der Aufstieg (bequem per Aufzug) auf den Turm von St. Georgen bietet eine 360-Grad-Sicht über die gesamte Stadt, die Wismarer Bucht und bis zur Insel Poel. Hier seht Ihr das Schachbrettmuster der mittelalterlichen Stadtplanung und die Macht der Backsteinarchitektur.
- Blick vom Turm St. Marien: Auch wenn das Langhaus fehlt, könnt Ihr vom Turm der Marienkirche (Aussichtspunkte sind je nach Öffnungszeiten zugänglich) die Perspektive auf den Marktplatz und die umliegenden Dächer genießen.
- Hafenkante: Eine weniger hohe, aber ebenso reizvolle Perspektive bietet sich vom Ende der Alten Kaje oder von der Seebrücke in Wendorf. Von hier aus blickt Ihr auf die gesamte historische Skyline Wismars, dominiert von den Türmen der Kirchen.


Wismar im TV: Filmkulisse von SOKO Wismar und Nosferatu
Wismar hat sich als Filmlocation einen Namen gemacht. Die authentische, historische Kulisse und das maritime Flair sind sowohl für moderne Krimis als auch für klassische Horrordramen unwiderstehlich.
SOKO Wismar
Die Stadt ist der Hauptschauplatz der überaus erfolgreichen ZDF-Krimiserie Soko Wismar*. Fast jeder Winkel der Stadt wird zur Filmkulisse: Der Hafen, der Marktplatz, die kleinen Gassen und auch die Wassertürme sind regelmäßig im Bild. Wenn Ihr durch Wismar schlendert, werdet Ihr ständig Orte erkennen, die Ihr aus dem Fernsehen kennt. Dies verleiht der Stadt eine zusätzliche, moderne Popkultur-Ebene.

Nosferatu
Schon viel früher, im Jahr 1922, diente Wismar als Kulisse für den Stummfilm-Klassiker Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens* von F. W. Murnau. Die malerischen, engen Gassen und der Hafen verliehen der unheimlichen Geschichte eine authentisch-mittelalterliche Note. Die Stadt wurde damals im Film zur fiktiven Stadt „Wisborg“. Filmfans können auf den Spuren des berühmten Vampirs wandeln und die historischen Drehorte vergleichen.

Aktivitäten in Wismar – Euer Programm zum Buchen
Um Euren Aufenthalt in Wismar noch erlebnisreicher zu gestalten, gibt es eine Reihe von geführten Touren und besonderen Erlebnissen, die Euch die Hansestadt aus neuen Blickwinkeln zeigen:
- Hafenrundfahrt mit Meerestierfang und Guide: Erlebt das maritime Leben hautnah! Bei dieser besonderen Hafenrundfahrt geht es nicht nur ums Schauen. Ihr nehmt aktiv am Leben auf dem Wasser teil, indem Ihr mit Netzen kleine Meerestiere fangt und diese unter fachkundiger Führung kennenlernt. Ein tolles Erlebnis, besonders wenn Ihr mehr über die Ökologie der Wismarer Bucht erfahren möchtet. (↗ hier buchen*)
- Bootsfahrt zur Insel Poel: Wenn Ihr die Insel Poel nicht mit dem Auto erkunden wollt, ist die Bootsfahrt vom Wismarer Hafen die romantischere Alternative. Die Fahrt über die Bucht bietet Euch entspannte Seeluft und wunderschöne Ausblicke auf die Küstenlinie, bevor Ihr das beschauliche Eiland erreicht. (↗ hier buchen*)
- Wismar Express Spaziergang mit einem Einheimischen (60 Minuten): Habt Ihr wenig Zeit, möchtet aber trotzdem die wichtigsten Höhepunkte und die besten Insidertipps mitnehmen? Dieser kompakte Spaziergang mit einem lokalen Guide ist ideal, um in nur einer Stunde einen ersten, fundierten Überblick über die Altstadt zu bekommen und Euch schnell zu orientieren. (↗ hier buchen*)
- Private Geführte Wandertour: Für alle, die tiefer in die Geschichte eintauchen oder die Tour ganz nach ihren Interessen gestalten möchten, bietet sich eine private Führung an. Hier könnt Ihr individuelle Fragen stellen und Euch intensiver mit der Backsteingotik, der Schwedenzeit oder den Filmkulissen beschäftigen. (↗ hier buchen*)
- Hafenrundfahrt (saisonal, z.B. Glühwein-Fahrt): Je nach Jahreszeit gibt es auch thematische Hafenrundfahrten. Besonders stimmungsvoll sind die winterlichen Touren, bei denen Ihr die maritime Kulisse des Hafens bei einem heißen Glühwein genießen könnt – eine gemütliche Art, Wismar auch in der kalten Jahreszeit zu erleben. (↗ hier buchen*)

Kulinarisches Wismar: Von Fischbrötchen bis Braukultur
Die Küche in Wismar ist ehrlich, deftig und maritim. Sie erzählt die Geschichte von Fischern, Brauern und hanseatischen Kaufleuten. Eure kulinarische Entdeckungsreise führt Euch vom lebhaften Hafen zu den historischen Gaststuben der Altstadt.
Frischer Fisch direkt vom Kutter: Must-try am Alten Hafen
Ein Besuch am Alten Hafen ist mehr als nur Sightseeing; es ist eine Pflichtübung für den Gaumen. Die Luft ist hier gesättigt mit dem Duft von Salz, geräuchertem Fisch und frittierten Köstlichkeiten.
- Das Kult-Fischbrötchen: Wie bereits kurz erwähnt, müsst Ihr hier an einem der Fischkutter oder den kleinen Buden entlang der Kaje anhalten. Das Fischbrötchen ist die lokale Fast-Food-Spezialität und sollte so frisch wie möglich sein. Probiert den Matjes (mild gesalzener Hering), der hier oft pur oder mit Zwiebeln serviert wird, oder ein warmes Brötchen mit Brathering (in Essig mariniert und gebraten). Der Geschmack des Meeres ist hier unverfälscht und ehrlich.
- Aal und Räucherfisch: Wismar und die umliegende Bucht sind bekannt für exzellenten Räucheraal. Dies ist zwar eine kostspieligere Delikatesse, aber der intensive, rauchige Geschmack ist ein echtes Erlebnis norddeutscher Feinschmeckerei. Haltet auch nach Dorsch und Scholle Ausschau, die je nach Saison frisch aus der Ostsee angeboten werden.

Historische Gastronomie: Im „Alten Schweden“ und anderen Traditionslokalen
Die Altstadt bietet Euch zahlreiche Gelegenheiten, in einem historischen Ambiente einzukehren und traditionelle Speisen zu genießen, die den hanseatischen Reichtum widerspiegeln.
- Der “Alte Schwede”: Dies ist wahrscheinlich das bekannteste Restaurant Wismars, beheimatet im ältesten Bürgerhaus der Stadt (Baujahr 1380) direkt am Marktplatz. Hier könnt Ihr Euch durch die mecklenburgische Küche schlemmen. Denkt an Sauerfleisch (in Aspik eingelegtes Schweinefleisch) oder Gerichte mit deftigen Beilagen wie Röstaromen und Kartoffeln. Die historische Gaststube selbst ist ein Erlebnis.
- Traditionelle Brauhäuser: Obwohl viele der mittelalterlichen Brauhäuser verschwunden sind, könnt Ihr in einigen modernen Gasthäusern oder den wenigen verbliebenen Braukellern die Tradition fortführen. Sucht nach Lokalen, die Brauhaus-Gerichte anbieten, die oft herzhaft und sättigend sind, perfekt für das Klima im Norden.

Wismarer Biere und Spezialitäten: Der Grießbrei der Seeleute
Neben den deftigen Hauptgerichten gibt es ein paar regionale Besonderheiten, die Ihr probieren solltet:
- Wismarer Mumme: Dies war das berühmte Exportbier der Hansezeit. Es war ein starkes, dunkles und haltbares Bier. Auch wenn das Originalrezept verschollen ist, findet Ihr in einigen lokalen Brauereien moderne Interpretationen oder dunkle Biere, die diese Tradition aufgreifen.
- “Tote Tante” oder “Pharisäer”: Für die kältere Jahreszeit oder nach dem Essen am Hafen sind diese alkoholhaltigen Heißgetränke beliebt. Tote Tante ist Kakao mit Rum und Sahne, während der Pharisäer Kaffee mit Rum und Sahne ist – perfekt, um Euch aufzuwärmen.
- Der “Mecklenburger Grießbrei”: Dieses Dessert mag einfach klingen, war aber in der Seefahrt verbreitet. Häufig wird er mit Kirschen oder Pflaumenkompott serviert und bietet einen süßen Abschluss Eurer hanseatischen Mahlzeit.

Entspannung und Natur: Strände und Ausflüge rund um Wismar
Wismar liegt nicht nur am Wasser, es ist auch der ideale Ausgangspunkt, um die Schönheit der Wismarer Bucht und der umliegenden Küstenlandschaft zu erkunden. Nachdem Ihr genug Geschichte und Kultur inhaliert habt, ist es Zeit für frische Seeluft und Entspannung.
Der Wismarer Stadtstrand: Klein, aber fein (Wendorf)
Direkt in der Nähe der Stadt, im Ortsteil Wendorf, findet Ihr den Wismarer Stadtstrand. Er ist zwar kein kilometerlanges Paradies, aber ein schöner Ort, um schnell ans Wasser zu kommen.
- Aktivitäten: Ideal für Familien und um den Abend bei einem Sonnenuntergang über der Ostsee ausklingen zu lassen. Es gibt oft einen kleinen Hafen oder einen Leuchtturm, der eine perfekte maritime Fotokulisse bietet.
- Badequalität: Die Bucht ist hier relativ flach, was sie gut zum Baden macht. Der Strand ist leicht mit dem Fahrrad oder dem Auto von der Altstadt aus zu erreichen.

Insel Poel: Die Perle vor Wismars Küste
Die Insel Poel* ist das absolute Highlight unter den Ausflugszielen und liegt direkt vor den Toren Wismars. Sie ist die siebtgrößte deutsche Insel und mit dem Festland durch einen Damm verbunden, was die Anreise denkbar einfach macht.
Anreise und Poeler Charme
- Mit dem Auto: Ihr könnt Poel bequem über den Damm erreichen (ca. 15–20 Minuten Fahrt von Wismar).
- Mit der Fähre: Besonders reizvoll ist die Überfahrt mit einem Ausflugsschiff vom Wismarer Hafen. Das bietet Euch einen fantastischen Blick auf die Skyline Wismars und die Bucht.
- Die Inselatmosphäre: Poel ist eine Oase der Ruhe. Die Insel ist von Landwirtschaft geprägt und hat einen ganz eigenen, beschaulichen Charme, der sich vom Trubel der größeren Ostseebäder unterscheidet.
Highlights auf der Insel Poel
- Strände: Poel hat herrliche Strände. Der Hauptstrand Schwarzer Busch und der Strand von Gollwitz sind besonders beliebt. Sie sind ideal für lange Spaziergänge, zum Sandburgenbauen und natürlich zum Baden.
- Der Leuchtturm: In Gollwitz oder am Schwarzen Busch findet Ihr oft malerische Leuchttürme oder Seezeichen, die typische Ostsee-Motive abgeben.
- Die Inselkirche: Besucht die Inselkirche in Kirchdorf, deren romanischer Turm weithin sichtbar ist und als Seezeichen diente.

Die Wismarer Bucht: Schiffstouren und Naturerlebnisse
Für alle, die das Wassererlebnis intensivieren möchten, bieten sich Schiffstouren an.
- Hafenrundfahrten: Verschiedene Anbieter starten vom Alten Hafen aus und bieten Rundfahrten durch den Handelshafen, vorbei an den Werften (Trockendock) und durch die Bucht. So erhaltet Ihr eine ganz neue Perspektive auf die Stadt und ihre maritime Industrie.
- Natur im Salzhaff: Die Wismarer Bucht ist ein Teil des Salzhaffs, ein einzigartiges, flaches Küstengewässer, das ein wichtiges Vogelschutzgebiet ist. Hier könnt Ihr eine unberührte Naturlandschaft erleben, die sich perfekt zum Beobachten von Seevögeln und für entspannte Segeltörns eignet.

Unterkunftstipps: Von Boutique-Hotel in der Altstadt bis zur Ferienwohnung am Hafen
Eure Wahl der Unterkunft* kann Euer Wismar-Erlebnis stark beeinflussen.
- Altstadt-Charme: Wählt ein Boutique-Hotel in einem der sanierten Backsteinhäuser oder eine Ferienwohnung in einem Giebelhaus. Der Vorteil ist die unmittelbare Nähe zu allen Sehenswürdigkeiten, allerdings ist es hier abends manchmal belebter.
- Hafen-Flair: Eine Unterkunft direkt am Alten Hafen bietet Euch den besten Blick auf das Wasser und die Schiffe. Hier seid Ihr morgens mit dem Duft von Salz und Fisch umgeben.
- Ruhe und Natur: Wer es ruhiger mag, kann eine Unterkunft in Wendorf oder auf der Insel Poel* wählen. Von dort aus ist die Altstadt zwar nicht direkt fußläufig, aber die Ruhe und der Blick auf die Ostsee gleichen dies aus.

Wismar-Geheimtipps und Praktische Reiseplanung
Nun, da die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele abgedeckt sind, kommen wir zu den praktischen Tipps und den versteckten Ecken, die Eure Wismar-Reise perfekt machen.
Die kleinen Gassen: Das ursprüngliche Wismar entdecken
Lasst die Hauptachsen Marktplatz–Hafen links liegen und taucht in die kleineren Straßen und Gänge ein.
- Die Krämerstraße und Husemannstraße: Diese Gassen sind gesäumt von liebevoll restaurierten Giebelhäusern, kleinen Boutiquen und Ateliers. Hier findet Ihr individuelle Geschenke und könnt die Ruhe der Altstadt abseits des Haupttrubels genießen.
- Die historischen Hinterhöfe: Wismar hat viele kleine Innenhöfe. Haltet Ausschau nach Durchgängen, die Euch in Oasen der Ruhe führen, oft mit Blumen geschmückt und fernab der Hektik.

Der Wismarer Friedhof (Alter Friedhof): Historische Grabmäler und Ruheoase
Ein etwas ungewöhnlicher, aber sehr lohnender Tipp ist der Alte Friedhof im Norden der Altstadt.
- Ein Garten der Stille: Er ist parkähnlich angelegt und beherbergt beeindruckende historische Grabmäler und Mausoleen, die oft prachtvoll und architektonisch interessant sind. Er ist ein Ort der Ruhe und des Nachdenkens.
- Kulturelle Bedeutung: Viele der großen Wismarer Persönlichkeiten, Reeder und Künstler sind hier begraben. Es ist ein stilles Zeugnis des bürgerlichen Lebens und Sterbens vergangener Jahrhunderte.

Anreise und Mobilität: Parken, Zugverbindung und Fahrradverleih
- Parken (Der wichtigste Tipp!): Da die Altstadt Fußgängerzone ist, nutzt die zentralen Parkhäuser (z.B. am Alten Hafen oder in der Altstadt). Das erspart Euch Stress und schont das UNESCO-Welterbe.
- Fahrrad mieten: Wismar und seine flache Umgebung sind ideal für Radfahrer. Mietet Euch ein Fahrrad, um schnell zum Strand in Wendorf zu gelangen oder die Insel Poel flexibel zu erkunden.

Budget-Tipps: Kostenlose Sehenswürdigkeiten und Spar-Optionen
Wismar ist eine relativ budgetfreundliche Stadt:
- Kostenlose Pracht: Die größten Attraktionen – der Marktplatz, die Wasserkunst, der Alte Hafen und die Außenansicht der drei großen Kirchen – sind kostenlos zugänglich.
- Aussicht gratis: Statt für teure Rundfahrten zu bezahlen, nutzt die Aussichtsplattform von St. Georgen für einen relativ geringen Eintrittspreis, um den besten Überblick über die Stadt zu bekommen.
- Das Hafen-Picknick: Spart Euch das Restaurant-Essen, indem Ihr Euch am Hafen ein frisches Fischbrötchen holt und es mit Blick auf das Wasser esst – unschlagbare Atmosphäre für wenig Geld!

Wismar in Büchern – Lesestoff für die Reise und zu Hause
Egal, ob Ihr Euch vorab in die Atmosphäre der Stadt einlesen, die besten Radwege finden oder einfach nur ein besonderes Andenken mit nach Hause nehmen möchtet: Auch literarisch und praktisch hat Wismar einiges zu bieten.
- Reiseführer (z.B. CityTrip Rostock & Wismar): Kompakte und aktuelle CityTrips oder Regionalführer sind unerlässlich für die Planung. Sie liefern Euch die wichtigsten Fakten, Öffnungszeiten und Insider-Tipps zu Wismar, Rostock und der umliegenden Region. Sie helfen Euch, das Beste aus Eurem Besuch herauszuholen. z.B. der Reiseführer von via reise trip* oder von Reise Know-How *
- Rad- und Wanderkarten (z.B. Hansestadt Wismar, Insel Poel, Boltenhagen): Für alle, die die Wismarer Bucht und die Küste aktiv erkunden möchten, ist eine detaillierte Rad- und Wanderkarte* unverzichtbar. Sie weist Euch sichere Wege, führt Euch zur Insel Poel oder entlang des Ostseeküstenradwegs nach Boltenhagen und bietet so die Grundlage für Eure sportlichen Ausflüge.
- Sagen und Geschichten der Hansestadt Wismar: Möchtet Ihr die Stadt aus einer märchenhaften und mystischen Perspektive erleben? Eine Sammlung von Sagen und historischen Anekdoten* verleiht den alten Gemäuern, Gassen und dem Hafen eine ganz neue Tiefe. Ideal, um die Abende nach einem langen Besichtigungstag mit spannenden Erzählungen aus der Vergangenheit zu füllen.
- SOKO Wismar – Ein Reiseführer zu den Tatorten: Für alle Fans der beliebten ZDF-Krimiserie ist dieses Buch* ein Muss. Es führt Euch direkt zu den Original-Drehorten, erzählt Hintergrundgeschichten zu den Dreharbeiten und verknüpft die realen Schauplätze mit den fiktiven Fällen – eine spannende Art, die Stadt zu erkunden.
- Thematische Bildbände und Malbücher (z.B. Wismar Malbuch für Erwachsene): Als schönes Andenken oder zur Entspannung bietet sich ein Malbuch* mit den schönsten Motiven der Backsteingotik an. Oder Ihr wählt einen hochwertigen Bildband, der die prachtvolle Architektur und das maritime Flair fotografisch festhält und Euch die Erinnerung an Wismar im Bücherregal bewahrt.

Fazit: Warum Wismar Euch verzaubern wird
Wismar ist ein Ort, der Euch mit einer seltenen Kombination aus norddeutscher Stärke und maritimem Idyll empfängt. Es ist die Stadt der gewaltigen Backsteingotik, des hanseatischen Reichtums und der schwedischen Eleganz. Ihr werdet hier nicht von Touristenscharen überwältigt, sondern könnt in Ruhe die Geschichte aufsaugen.
Die Altstadt ist ein perfektes Ensemble, in dem jeder Ziegelstein eine Geschichte über mächtige Kaufleute, mutige Seefahrer und kluge Baumeister erzählt. Der Duft von Salz und Fisch am Hafen, der Wind vom Meer und die majestätische Stille in den Kirchenruinen schaffen eine Atmosphäre, die tief berührt.
Vergesst die Hektik der Großstädte. Wismar lädt Euch ein, innezuhalten, die Details der historischen Fassaden zu bewundern und zu spüren, wie das Erbe der Hanse bis heute lebendig ist.

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