Markplatz Wasungen
Reisen

Wasungen – Karnevals- und Fachwerkstadt

Heute nehme ich Euch mit auf eine Reise in die Stadt, in der ich zur Schule gegangen bin. Naja, zumindest in den ersten 8 Jahren. Wasungen in Thüringen ist dabei vor allem für seinen Karneval und seine Fachwerkhäuser bekannt. Die kleine Stadt im Werratal ist nicht nur zur fünften Jahreszeit eine Reise wert.

Zu DDR-Zeiten war Wasungen ein bekannter Luftkurort mit vielen Besuchern. Untergebracht wurden diese allerdings hauptsächlich bei Privatpersonen und in kleineren Pensionen. Seit der Wende wurden allerdings die meisten Pensionen und auch Restaurants geschlossen und inzwischen leider dem Verfall ausgeliefert. Ich finde das sehr schade, denn Wasungen ist eine wirklich schöne Stadt mit vielen Möglichkeiten zum Wandern, Radfahren und für Ausflügen sowohl in den Thüringer Wald als auch in die Rhön.

Burg Maienluft
Burg Maienluft

Fachwerkstadt Wasungen

Hauptstraße Wasungen

Karneval in Wasungen

Karnevalsstadt Wasungen

Markplatz Wasungen

Rathaus Wasungen
Rathaus Wasungen
Stadtmauer Wasungen
Stadtmauer Wasungen

Wasungen- Karnevals- & Fachwerkstadt

Wasunger Fachwerkhäuser

Werra bei Wasungen

Willkommen in Wasungen

Die Geschichte von Wasungen

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Vuasunga erstmals in einer Schenkungsurkunde der Edlen Kunihilt an das Kloster Fulda 874. 1308 erhielt der Ort das Schweinfurter Stadtrecht.

Im Jahre 1299 wurde in Wasungen ein Wilhelmitenkloster gegründet. Es bestand bis zur Einführung der Reformation 1525 in der Grafschaft Henneberg.

Seit dem 16. Jahrhundert entwickelte sich Wasungen zu einer Gewerbestadt mit Schwerpunkt auf Metallberufe. Die Wasunger Gewehrmacher brachten es zu Weltspitzenleistungen. 1659 wurde Wasungen Ausgangspunkt und regionales Zentrum von Tabakanbau und -verarbeitung. Dies blieb so bis ins 19. Jahrhundert. Die Metallverarbeitung wird bis heute in Wasungen betrieben

Inzwischen gehören 6 kleinere Dörfer der Umgebung ebenfalls zur Stadt Wasungen.

Stadtmauer Wasungen
Stadtmauer Wasungen

Der Wasunger Karneval

Wasungen ist vor allem für seinen Straßenkarneval bekannt. Dieser geht mindestens bis auf das Jahr 1524 zurück. Damit zählt die Karnevals-Tradition in Wasungen zu einer der ältesten in ganz Deutschland. Der Karnevalsruf vor allem beim Umzug am Samstag vor Rosenmontag lautet Woesinge Ahoi!“. Angeführt wird der Wasunger Umzug vom „Prinz Karneval“ und seinem närrischen Gefolge. Und das bunte Treiben ist auf jeden Fall immer einen Besuch wert.

Besonders ist Wasungen zudem, dass sich der allergrößte Teil des Karnevalszuges mit politischen und kritischen Themen beschäftigt. Hier geht es nicht darum, Süßigkeiten zu verteilen, sondern um mehr oder weniger versteckte Kritik. Dies war selbst zu DDR-Zeiten so. Hier hatte die Bürgen die einmalige Gelegenheit auch einmal auf Missstände hin zu weisen und Kritik zu üben – wenn man es nicht übertrieb. Diese Tradition wird bis heute beibehalten.

Karneval in Wasungen

Sehenswürdigkeiten in Wasungen

Burg Maienluft

Die Gründung der Burg geht wahrscheinlich auf die Höhenburg „castrum cum burgo“ aus der Zeit vor 1150 zurück. Bis 1265 wurde die Burg weiter ausgebaut und mit einem Bergfried versehen. Zwischen 1299 und 1446 diente die Burg zudem als Verwaltungs-Mittelpunkt der Vogtei bzw. des Amtes Wasungen. Nach dem Aussterben der Grafen von Henneberg im Jahr 1583 ging Burg Maienluft in gemeinschaftliche Verwaltung der wettinisch-sächsischen Linien der Ernestiner und Albertiner über. Selbst nach dem Wasunger Krieg 1747–1748 zwischen den Linien Sachsen-Meiningen und Sachsen-Gotha-Altenburg blieben Stadt und die Burg Maienluft im Besitz Meiningens, auch wenn sie zeitweise von Sachsen-Gotha-Altenburg besetzt wurde. Der Sachsen-Meininger Herzog verkaufte die Burg erst 1898. Seitdem und bis heute befindet sich in der Burg Maienluft ein Hotel und ein Restaurant, dass jedes Jahr viele Gäste anzieht und wirklich zu empfehlen ist.

Zumdem ist Burg Maienluft Ausgangsziel für verschiedene Wanderungen.

Burg Maienluft
Burg Maienluft

Das Damenstift

Das Wasunger Damenstift stellte vermutlich die früheste beständige Gründung eines freiweltlichen evangelischen Frauenstiftes in Deutschland dar, welches nicht aus einem ehemaligen mittelalterlichen Stift oder Kloster in der Reformationszeit hervorgegangen war. Da Bernhard Marschalk von Ostheim aus seiner 1559 geschlossenen Ehe mit Christine Brigitte von Buchenau keine Kinder hinterließ, entschied er sich, sein Erbe in zahlreiche Stiftungen fließen zu lassen. So entstand aus einem ehemaligen Wehr- und Wohnturm mit Kemenate das heutige Damenstift in Wasungen. Seinen Namen erhielt es übrigens von seiner Funktion. es diente als Stiftungshaus für verarmte adelige Damen.

Das Stift löste sich mit dem Tod der letzten Pröpstin Emilie Karoline Ida von Stein im Jahre 1931 auf. Heute beherbergt das ehemalige Stiftshaus das Wasunger Stadtmuseum und -archiv, die Tourist-Information sowie das Thüringer Karnevalsmuseum.

Hauptstraße Wasungen
Straße Richtung Damenstift

Das Rathaus

Wirklich sehenswert ist das Wasunger Rathaus, dass sich direkt am Marktplatz befindet. Das spätgotisches Rathaus aus dem Jahre 1534 wurde 2003 komplett saniert. Im Inneren ist der historische Ratssaal mit Vertäfelung aus dem 16. Jahrhundert sehenswert.

Durch die Nutzung durch verschiedene Ämter und der Sparkasse, kann das Gebäude nicht nur von Außen sondern auch von Innen jederzeit angeschaut werden. Architekturfans kommen hier voll auf Ihre Kosten.

Rathaus Wasungen
Rathaus Wasungen

Fazit – Eine Reise wert

Auch wenn Wasungen an Übernachtungsmöglichkeiten im Moment leider nicht viel zu bieten hat, lohnt sich ein Besuch in der Kleinstadt auf jeden Fall. Vor allem, wenn man sich für Fachwerkhäuser und/oder Karneval interessiert. Die nahegelegenen Städte Meiningen oder Schmalkalden bieten hier eine gute Übernachtungsoption.

Für alle, die gerne Rad fahren, ist der Werra-Radweg sehr zu empfehlen. Auf schattigen Wegen immer am Fluss entlang lässt es sich gut aushalten.

Werra bei Wasungen

Wasunger Fachwerkhäuser

Fachwerkstadt Wasungen

Willkommen in Wasungen

Wasungen- Karnevals- & Fachwerkstadt

2 Comments

  • Sandra Ans

    Jetzt bin ich total begeistert! 😀
    I have never heard about this town, but I love these places with tiny streets and deep history. From Berlin where I live, it takes about a 4-hour drive, but I already added Wasungen in my bucket list! Thanks for this post and wonderful photos!

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