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Weihnachtsland Mitteldeuschland

Weihnachtsland Mitteldeutschland

Mitteldeutschland mit den Bundesländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt ist ein echtes Weihnachtsland. Hier wurde vieles erfunden, was mit Weihnachten zusammenhängt und hier entstanden zahlreiche Weihnachtstraditionen. Einige davon möchte ich Euch natürlich hier vorstellen. So könnt Ihr Euch perfekt auf Weihnachten einstimmen und vielleicht lasst Ihr Euch ja zu einem vorweihnachtlichen Besuch in Mitteldeutschland inspirieren.

Weihnachtsland Mitteldeutschland Inhalt

Weihnachten und das Christkind

Viele Weihnachtstraditionen gehen auf den Reformator Martin Luther zurück. Diesem verdanken wir in gewissem Sinne auch das heute bekannte Weihnachtsfest.

In seiner Position als Reformator wollte Luther natürlich auch die Heiligenverehrung eindämmen. Bis ins 16. Jahrhundert wurden die Geschenke vom Heiligen Nikolaus am 06. Dezember gebracht. Um diesen Heiligenkult zu verhindern erfand Luther kurzerhand das Christkind, welches fortan in der Nacht zum 25. Dezember die Kinder beschenkten. Dies wird bis heute so fortgeführt, auch wenn sich der Nikolaus seinen Platz ein kleines bisschen zurückerobert hat.

Weihnachtsland Christkind

Der Schwibbogen

Der Schwibbogen* ist eines der weihnachtlichen Schmuckstücke, die die Dunkelheit erleuchten. Und natürlich stammt er aus Sachsen. Der vermutlich erste Schwibbogen wurde um 1726 in Johanngeorgenstadt von Johann Teller geschmiedet. Der älteste erhaltene Schwibbogen stammt aus dem Jahre 1778 und wurde von S.F. Teller geschmiedet.

Der Name stammt von einem als „Schwib-“ oder „Schwebebogen“ bekannten architektonischen Bauteil am Eingang der Bergwerksgrube.

Früher war es im Erzgebirge Tradition, dass sich die Bergleute am 24. Dezember zu einer gemeinsamen Andacht und danach zum fröhlichen „Zechenheiligabend“ trafen. Dabei hängten sie ihre brennenden Grubenlampen zur Andeutung des Stolleneingangs im Halbkreis an einer Wand oder direkt am Mundloch des Stollens auf. Diese Form nimmt der Schwibbogen mit seinen oben aufgesetzten Kerzen auf. Verziert wurden diese am Anfang natürlich mit Darstellungen aus dem Bergmanns-Bereich. Erst später kamen weihnachtliche Motive hinzu. Und heute erhellen tausende Schwibbögen das Weihnachtsland Mitteldeutschland und die ganze Welt.

Auch heute noch ist Johanngeorgenstadt eng mit dem Schwibbogen verbunden. In jedem Jahr findet hier das Schwibbogenfest statt und hier findet man seit 2012 auch den größten freistehenden Schwibbogen mit einer Breite von 25 Metern

Weihnachtsland - Schwibbogen
Weihnachtsland - Schwibbogen
Weihnachtsland - Schwibbogen

Die Glaskugeln

Wusstet Ihr, dass die Erfindung der heutigen Glaskugeln* am Weihnachtsbaum auf große Armut zurück geht? In früheren Zeiten wurden die Bäume mit Äpfeln und Nüssen geschmückt. Vor allem arme Menschen konnten sich diese nicht leisten oder als reinen Schmuck verschwenden. So kam im Jahr 1847 ein armer Glasbläser aus dem thüringischen Lauscha auf die Idee, bunte Kugeln aus Glas zu blasen und damit den Weihnachtsbaum zu verzieren.

Heute wäre ein Baum ohne Glaskugeln nicht mehr denkbar. Und auch heute noch erfreut sich die Glasbläserkunst in Lauscha großer Beliebtheit. In der kleinen Stadt im Thüringer Wald herrscht das ganze Jahr Weihnachten. Interessierte Besucher können hier bei der Entstehung der Glaskugeln zuschauen oder sich auch einmal selbst daran versuchen. Nicht nur Kinder werden hier ihre wahre Freude haben.

Weihnachtsland - Glaskugeln
Weihnachtsland - Glaskugeln
Weihnachtsland - Glaskugeln
Weihnachtsland - Glaskugeln
Weihnachtsland - Glaskugeln
Weihnachtsland - Glaskugeln

Räucherkerzen, Räuchermännchen und Räucherhäuschen

Auch Räucherkerzen, Räuchermännchen und Räucherhäuschen stammen aus Sachsen. Die Verwendung von Räucherwerk hat zwar eine lange religiöse Tradition, doch das kleine Örtchen Crottendorf im Erzgebirge rühmt sich als Erfinder der heute bekannten Räucherkerzen*. Bereits um 1750 wurden hier die kleinen Kegel hergestellt und verbreiteten sich seitdem rund um die Welt.

Auch das Räuchermännchen*, das zum Abbrennen der Räucherkerzen genutzt wird, erblickte im Erzgebirge das Licht der Welt. Es wurde um 1830 erstmals erwähnt.  Bis heute ist er fester Bestandteil der erzgebirgischen Volkskunst und des erzgebirgischen Weihnachts-Brauchtums. 1937 verewigte Erich Lang „’s Raachermannel“ in seinem bekannten Lied in erzgebirgischer Mundart. Lust auf noch mehr Räuchermännchen? Dann schaut doch mal im  Räuchermännchenmuseum in Cranzahl vorbei. Das kleinste und größte Räuchermännchen der Welt findet Ihr im Miniaturenpark Kleinwelka in Bautzen.

Alternativ zum Räuchermännchen gibt es auch kleine Räucherhäuschen* aus Blech oder Holz. Die kleinen Häuschen mit dem rauchenden Schornstein sind eine der schönsten Adventserinnerungen von mir.

Weihnachtsland - Räuchermännchen
Weihnachtsland - Räuchermännchen
Weihnachtsland - Räuchermännchen

Herrnhuter Stern und Fröbelstern

Sterne gehören fest zur Weihnachtszeit und erleuchten das Weihnachtsland. Die beiden bekanntesten davon dürften wohl der Herrenhutstern und der Fröbelstern sein. Beide stammen aus Mitteldeutschland.

Der Herrnhuter Stern* verdankt seinen Namen dem kleinen Städtchen Herrnhut in der Oberlausitz in Sachsen. Der Geschäftsmann Pieter Hendrik Verbeek erfand hier am Ende des 19. Jahrhunderts den ersten stabilen, zusammensetzbaren Stern, der zunächst über die Herrnhuter Missionsbuchhandlung vertrieben wurde. Von dort aus eroberte der Herrnhuter Stern die ganze Welt. In der Schauwerkstatt in Herrnhut kann man heute die Herstellung beobachten und sich selbst am basteln eines Sterns versuchen.

Der Fröbelstern* ist ebenfalls weltweit bekannt und lockt in der Adventszeit zu manchem Bastelnachmittag.  Denn es macht einfach viel mehr Spaß die Fröbelsterne in einer Gruppe oder Gemeinschaft zu falten. Der Thüringer Pädagoge Friedrich Fröbel erfand den Stern Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Fröbel-Stern diente damals in erster Linie der  Ausbildung von feinmotorischen Fähigkeiten. Heute verschönert er jede Adventsdekoration.

Weihnachtsland - Sterne
Weihnachtsland - Sterne
Weihnachtsland - Sterne

Weihnachtspyramide und Nussknacker

Auch die Weihnachtspyramide und der Nussknacker haben Ihren Ursprung im Erzgebirge. Viele waren dort im Winter arbeitslos und versuchten sich am schnitzen. So konnten sie ihren Kindern wenigstens eine Kleinigkeit unter den Baum legen. Irgendwann fingen Sie auch an Dekorationen für die Vorweihnachtszeit zu schnitzen. Aus kleinen Engeln und weiteren Figuren entstand irgendwann die Weihnachtspyramide*. Als Antrieb dienen bis heute traditionell Kerzen.

Auch der Nussknacker* ist Ergebnis dieser Schnitzkunst. Wilhelm Friedrich Füchtner aus Seiffen gilt heute als sein Erfinder. Er dient nicht nur der Dekoration sondern er hilft auch, die besonders in der Weihnachtszeit beliebten Nüsse zu knacken um die Nusskerne zu genießen.  Auch in der Kunst ist der Nussknacker sehr beliebt, unter anderem in dem Buch „König Nussknacker und der arme Reinhold*“ aus dem Jahr 1851 oder auch im Ballett „Der Nussknacker*“ von Peter Tschaikowski.

Weihnachtsland - Pyramide
Weihnachtsland - Pyramide
Weihnachtsland - Pyramide

Weihnachtsland der Superlative

Ihr seht, Weihnachten und seine Traditionen werden im Weihnachtsland Mitteldeutschland groß geschrieben. Und so ist es auch kein Wunder, dass hier nicht nur viele Traditionen erfunden wurden, sondern auch einige Superlativen hier zu finden sind.

  • Der größte Schwibbogen der Welt mit 25 Metern Breite findet sich im sächsischen Johangeorgenstadt
  • Auch die größte Weihnachtspyramide der Welt steht in Johangeorgenstadt. Sie ist 25,52 Meter hoch
  • Neuhausen im Erzgebirge beherbergt den mit 10,10 Metern höchsten Nussknacker der Welt
  • Aus 4 Tapetenrollen wurde im thüringischen Pößneck der größte Fröbelstern gebastelt. Er hat einen Durchmesser von 2,12 Metern
  • Und in Chemnitz findet Ihr den größten Räuchermann der Welt. Er heißt Alvin und ist 6,10 Meter hoch
  • Nicht verwunderlich ist, dass Crottendorf die größte Räucherkerze der Welt – mit 15 Metern Höhe – beherbergt
Weihnachsland - Superlative
Weihnachsland - Superlative

Musikalisches Weihnachtsland

Und auch jede Menge Weihnachtslieder sind in Mitteldeutschland entstaden:

  • Oh Du Fröhliche“ wurde 1816 von Johann Daniel Falk in Weimar gedichtet.
  • Der aus Suhl-Goldlauter stammende Ernst Anschütz schrieb „Oh Tannenbaum
  • Der Text zu „Alle Jahre wieder“ entstammt der Feder des Thüringers Johann Wilhelm Hey
  • Von Martin Luther stammt das Lied „Vom Himmel hoch, da komm ich her
  • Im Eichsfeld entstand das Lied „Maria durch ein Dornwald ging“

Weihnachtsland-Musik

Kulinarisches Weihnachtsland

Was wäre die Weihnachtszeit ohne all seine kulinarischen Genüssen. Und auch von Ihnen stammen einige aus dem Weihnachtsland Mitteldeutschland. Dazu gehören:

  • Dresdner Christstollen
  • Pulsnitzer Lebkuchen
  • Dominosteine
Weihnachtsland - Kulinarisch
Weihnachtsland - Kulinarisch
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Kathleen

Hallo, ich bin die Gründerin von Immer auf Reisen. Seit mehr als 3 Jahren schreibe ich über Deutschland und Europa. Ich liebe es, unser Land immer wieder neu zu entdecken und ich möchte Euch animieren, ebenfalls Neues in Eure eigene Umgebung zu entdecken und so Immer auf Reisen zu sein.

Mein Hauptfokus liegt auf Reisen in Deutschland und Europa, aber es gibt auch einige Beiträge über die USA. Mein zweiter Herzensland Japan hat auf Verliebt in Japan eine neue Heimat gefunden.

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