Wanderungen

Habichtsburg – Marienbild – Dietzhäuschen – Schaubachhütte – Geschichte trifft Ausblick

Manchmal liegt das Gute so nah. Und diese Wanderung ganz in der Nähe von Meiningen ist etwas sehr gutes. Hier verbindet sich Geschichte, Kultur und Herrliche Ausblicke auf die Architektur in Meiningen miteinander. Da der größte Teil des Weges durch den Wald geht ist die Strecke auch im Sommer sehr gut zu laufen. Wenn man den Aufstieg zur Habichtsburg weg lässt, ist die Wanderung auch für Kinder und Hunde gut geeignet.

Der Waldentdeckerpfand

Aus Walldorf kommend befindet sich kurz vor der Kuppe und der Auffahrt zum Schloss Landsberg auf der rechten Seite der Straße ein kleiner Parkplatz. Dort startet unsere Wanderung. Das kleine alte Trafohäuschen ist ein guter Anhaltspunkt, dass Ihr auf dem richtigen Weg seid. Auf der linken Seite findet sich dann auch das erste Hinweisschild des Waldentdeckerpfands. Diese werden uns eine Weile begleiten und weisen immer wieder auf interessante Punkte hin.

Auf dem gut geschotterten Weg geht es weiter in die Hassfurtschlucht hinein. Wir wandeln hier auf geschichtlichen Wegen, denn die „Alte Frankfurter Straße“ , auch Weinstraße genannt ist ein mittelalterlicher Transportweg der früher von den Weinhändlern zwischen Gotha, Fulda und Würzburg genutzt wurde. Kurz hinter dem Abzweig Kreuzeiche (gut zu erkennen an dem reichhaltig bestückten Wegweiser) wird es zum ersten Mal richtig interessant.

Die Habichtsburg

Links geht ein kleiner Weg ab, der sich steil nach oben zur Ruine der Habichtsburg hinauf windet. Leider ist der Weg wirklich sehr eng und steil. Man sollte auf jeden Fall trittfest sein. Wanderstöcke sind hier ebenfalls hilfreich, vor allem, weil wir zum weiter wandern wieder ein kleines Stück diesen Weg zurück nach unten gehen müssen. Wer also mit Kindern oder Hund unterwegs ist, sollte berücksichtigen, dass Kinder ebenfalls trittsicher sind bzw. Hunde gut erzogen.

Auf dem Weg nach oben lohnt sich ein kleiner Stopp am Tiefbrunnen der im Mittelalter von den Würzburger Bischöfen erbauten und im 14. Jahrhundert aufgegebenen Habichtsburg, Der Blick nach unten ist beeindruckend man möchte sich lieber nicht vorstellen, hier Gefangener zu sein.

Nach einem weiteren kurzen Anstieg erreicht man dann das Plateau, auf dem sich die Ruinen der Habichtsburg befinden. Die nur etwa 70 x 40 Meter große Burganlage befand sich auf einem Felssporn 40 Meter über der Hassfurtschlucht. Über den in den Stein gehauene Halsgraben – über den früher vermutlich eine Holzbrücke in die Burg hinein führte – erreicht man die Treppen, die im 19. Jahrhundert hinzugefügt wurden, um die Überreste der Burg besser zu erreichen. Leider sind noch noch kleine Mauerstücke vorhanden und erzählen von der alten Pracht. Mit Maßen von 9×9 Meter befindet sich dort ein gemauerter Raum, der vermutlich mehrgeschossig war und den Zugang zur Burg über den Halsgraben überwachte. Die Reste weites weiteren Raums befinden sich direkt südlich davon. Zudem gibt es auch noch Mauerreste des runden Bergfrieds.

Offizielle Grabungen gab es auf der Habichtsburg nie, jedoch lassen Funde von Tonscherben, Tierknochen und Wandbewurf darauf schließen, dass die Burg in 12./13. Jahrhundert gebaut wurde.  Andere Quellen gehen davon aus, dass die Burg bereits Anfang des 9. Jahrhundert gebaut wurde. Damals kamen die Königsgüter Meiningen und Walldorf zum Bistum Würzburg. Um die Exklave zu schützen sei dann die Habichtsburg erbaut worden. Eine hunderprozentige Datierung gibt es aber leider nicht. Sicher ist nur, dass die Burg durch die Verlagerung der Transportwege Ihre Schlüsselposition verlor und verfiel.

Das Marienbild

Nun gehen wir ein Stück den Weg zurück. Wer das Marienbild nicht besuchen möchte, kann auch in luftiger Höhe auf dem „Meininger“ weiterwandern und folgt dafür einfach dem entsprechenden Wandersymbol. Wir gehen zurück bis zur Weggabelung direkt unterhalb der Burgreste. Von dort verläuft der Weh gemächlich bergab, bis wir wieder auf den geschotterten Weg der Alten Frankfurter Straße treffen.

Kurz danach erreict Ihr auch schon das Marienbild, das über eine kleine Brücke über einen Graben auf der rechten Seite des Weges zu erreichen ist. Hier befand sich einst eine Marienkapelle, die einer mittelalterlichen Wegekapelle nachempfunden war. Die Kapelle ist in der Zwischenzeit verschwunden – geblieben ist ein wunderschönes Wandrelief an einer Muschelkalkwand. Ursprünglich vom Hofbildhauer Ferninand Müller erschaffen, wurde es in der Zwischenzeit mehrfach ersetzt, hat aber nichts von seinem Glanz verloren und lädt zum verweilen ein.

Für uns geht es weiter auf der alten Weinstraße. Wenn rechts ein geschotterter Weg abgeht, dann alten wir uns einige Meter weiter nach links und gehen auf einem Waldweg bergauf Richtung Dietzhäuschen. Am Besten folgt Ihr hier der entsprechenden Wandermarkierung.


Oben auf der Höhe treffen wir wieder auf den „Meininger“ Wanderweg und halten uns hier rechts Richtung Dietzhäuschen. Vorbei am Sternenplatz erreicht Ihr diesen Aussichtspunkt mit einem wundervollen Blick über Meiningen. Das Häuschen und die Felsen rings herum laden Euch zum Rasten ein. Es is kein Wunder, dass sich das Dietzhäuschen auch unter den Einheimischen einer großen Beliebtheit erfreut.

Das Dietzhäuschen

Samuel Friedrich Dietz kam 1832 als Hofmaler von Bernhard II nach Meiningen. Nebenher widmete er sich dem Anlegen und Beschildern von Wanderwegen und Aussichtspunkten rund um Meiningen. Da ihm die Aussicht vom 90 Meter hohen Bielstein so gefiel, wurde das darauf stehende Häuschen in Dietzhäuschen umbenannt. Leider wurde das alte Dietzhäuschen durch einen Brand 2013 völlig zerstört. 2015 wurde das neu errichtete Häuschen wieder eröffnet, leider ist es nicht so schön wie das alte, aber der Blick über Meiningen ist immer noch beeindruckend und viele Bänke laden zum verweilen ein.

Vom Dietzhäuschen aus wandern wir in einer kleinen Rundwanderung wieder zurück zum Sternenplatz und folgen ab da wieder dem „Meininger“ Richtung Schaubachhütte. Über den Kalberg und die Puddingbank geht es immer weiter oberhalb von Meiningen entland, bis wir auf die Schaubachhütte treffen, die etwas im Wand versteckt ebenfalls einen herrlichen Blick über Meiningen bietet.

Die Schaubachhütte

Errichtet wurde die Hütte 1910 zu Ehren des Alpenforschers Ernst Adolf Schaubach, der 1800 in Meiningen geboren wurde und auch hier starb. 1824-1847 unternahm er ausgedehnte Reisen durch verschiedene Alpenländer. Seine Erlebnisse und Erfahrungen hat er in dem fünf-bändigen Werk „Die deutschen Alpen“ festgehalten.

Auch hier ist die Original-Hütte leider den Flammen zum Opfer gefallen und so wurde die diesmal steinere Hütte 2015 wiedereröffnet. Nichtsdestotrotz habt Ihr von dort aus einen wunderbaren Blick über Meiningen hinweg.

Von der Schaubachhütte treten wir nun unseren Heimweg an, indem wir uns immer nach der Ausschilderung „Landsberg“ halten. So geht es erst hinunter ins Tal und dann immer oberhalb der Kleingartenanlage entlang, bis wir den Parkplatz wieder erreichen.

Eine wunderbare Rundwanderung, die man, indem man das Dietzhäuschen aus lässt, auch gut abkürzen kann. Es gibt viel zu entdecken, von der Geschichte von Meiningen bis hin zu imposanten Ausblicken auf den Ort. Hier ist für jeden etwas dabei und ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachwandern.


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