Freilandmuseum Fladungen
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Das Freilandmuseum in Fladungen – Reise in die Vergangenheit

Nachdem ich Euch schon von meinem Tag in Würzburg erzählt habe, bleiben wir noch ein bisschen in Franken. Denn heute nehme ich Euch mit in das Freilandmuseum in Fladungen.

Falls Ihr schon immer einmal wissen wolltet, wie Eure Großeltern und Urgroßeltern so gelebt haben, dann seid Ihr hier gut aufgehoben. Der Ausflug ist auch für Familien mit Kindern zu empfehlen, denn alles ist sehr kinderfreundlichen aufgearbeitet und es gibt viel zu entdecken. So wird es auch für kleinere Kinder nie langweilig.

Alter Schweinestall im Freilandmuseum Fladungen

Wie komme ich nach Fladungen?

Fladungen liegt ganz im Norden Bayerns, nah an der Grenze zu Thüringen, inmitten der wunderschönen Rhön. Zur Anreise nutzt Ihr am besten die A71, Ausfahrt Mellrichstadt. Alternativ könnt Ihr die A7, Ausfahrt Fulda nutzen und dann über die Rhön anreisen.

Da Fladungen nicht mehr über einen Bahnanschluss verfügt ist eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln leider etwas schwierig, aber machbar. Am besten informiert Ihr Euch direkt bei Euch vor Ort über den besten Anschluss.

Durch die Lage inmitten der Rhön ist Fladungen ein wunderbarer Ausgangsort für tolle Wanderungen (zum Beispiel auf die Wasserkuppe). Ihr könnt also ruhig ein paar Tage mehr für Euren Aufenthalt einplanen.

Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

Das Freilandmuseum in Fladungen

Die Idee für ein Freilandmuseum stammt bereits aus dem Jahr 1979. Damals lag Fladungen noch in der direkten Nähe der innerdeutschen Grenze, welche nur wenige Kilometer entfernt war.

Der Grundstein wurde dann im Jahr 1983 gelegt, als ein Zweckverband gegründet und der Grund des heutigen Museums gelegt wurde. Als erstes Gebäude wurde damals die Reßmühle restauriert, deren Wasserrad man heute noch erleben kann.

1990 wurde das Fränkische Freilandmuseum in Fladungen dann endlich eröffnet. Passend dazu lag Fladungen durch die Wiedervereinigung nun mitten in Deutschland und war von allen Seiten gut zu erreichen. Für die Besucher gab es damals bereits 8 Gebäude auf dem Gelände zu entdecken.

Zum 25-jährigen Jubiläum 2015 waren es bereits 20 Gebäude, die auf Besucher warteten. Und es kommen immer neues hinzu. Inzwischen hat sich ein richtig kleines Dorf entwickelt, inklusive Kirche, alten Stromhäuschen, Gärten und Äcker mit alten Nutzpflanzen und auch viele Tiere habe hier ein Zuhause gefunden.

Wasserrad der Ressmühle
Wasserrad der Ressmühle – das erste Gebäude des Museums

Das Museum mit Kindern entdecken

Mit Preisen von 6,00 € für Erwachsene und 4,00 € für Kinder (unter 6 Jahren ist der Eintritt kostenlos) ist das Museum wirklich sehr familienfreundlich. . Zudem gibt es eine Familienkarte (gilt auch für Oma und Opa mit Enkeln) für 12,00 €. Bei Eltern / Großeltern kommen somit eigentlich alle Kinder kostenlos mit ins Museum.

Auch im Museum ist alles sehr gut auf Kinder ausgerichtet. Es gibt viele tolle Tafeln, die kindgerecht aufgearbeitet sind. Es gibt alte Kinderspiele zu entdecken und im Action-Haus noch mehr für die Kinder. Hier kann man nicht nur im Stall „Im Märzen der Bauer“ singen, sondern es gibt auch ein kleines Entdeckungs-Spiel und vieles mehr.

Langeweile ist hier so gut wie ausgeschlossen. Hier gibt es eine klare Empfehlung von mir.

Alter Ofen im Freilandmuseum Fladunngen

Reise in die Vergangenheit

Aber nicht nur Kinder kommen auf Ihre Kosten, auch Erwachsene können den Ausflug ins Freilandmuseum richtig genießen. Denn hier kann man in die Vergangenheit eintauchen, die bis vor 60-80 Jahren immer noch Alltag waren. Die vielen wunderschönen Häuser sind toll aufgearbeitet und man kann jedes einzelne auch von innen anschauen und neues entdecken. Durch die wunderschöne alte Innenausstattung kann man hier das alltägliche Leben in der Rhön der Vergangenheit hautnah erleben.

Und im Dreiseithof kann man sogar die Inneneinrichtung nutzen. Man kann Betten ausprobieren und Holzschuhe probetragen. Oder wie märe es mal mit Tafel und Kriffel zu schreiben, auf einer Holzbank zu sitzen und vieles mehr.

Alter Stall in Fladungen

Neben den vielen unterschiedlichen Häusern gibt es im Freilandmuseum Fladungen auch eine Kirche, eine Schmiede, eine Büttnerei und eine Gemeinschaftsgefrieranlage zu finden. Und in der alten Schule kann man erleben, wie unsere Großeltern noch lernen mussten.

Auf verschiedenen Feldern und in Gärten lassen sich für Naturliebhaber zudem alte Nutzpflanzen und längst vergessene Getreidearten entdecken. Und einige Tier haben auch schon ein neues Zuhause im Freilandmuseum gefunden und machen das Erlebnis so real. Und auch alte Traktoren und Erntemaschinen können entdeckt und erforscht werden.

Ziege im Freilandmuseum Fladungen

Dieses aktive entdecken ist auch das, was mir besonders gut gefallen hat. Nicht nur bestaunen, sondern auch einmal selbst ausprobieren und anfassen. Das macht den Besuch der Museums so interessant.

Führungen und mehr im Freilandmuseum Fladungen

Das „jüngste“ Ausstellungsstück ist übrigens eine alte Telefonzelle in Postgelb. Vor Corona konnte man hier über das Telefon verschiedene lustige Geschichten anhören. Bei unserem Besuch war sie leider gesperrt, dafür kann man die Geschichten jetzt online auf der Webseite des Fränkischen Freilandmuseum Fladungen anhören. Ihr solltet das auf jeden Fall tun, denn die Gespräche haben mir einige Lacher entlockt und mich an vergangene Anrufe aus solchen Telefonzellen erinnert.

Telefonzelle in Fladungen

Natürlich bietet das Freilandmuseum auch verschiedene Führungen an. Da man sich meist im Freien aufhält, ist das auch aktuell noch möglich, während einige andere Veranstaltungen abgesagt werden mussten.

Jeden 2. und letzten Samstag im Monat wird im Museum auch frisch im historischen Backhaus gebacken. Wer noch nie frisches Brot oder einen Plootz (Mischung aus Flammkuchen und Pizza) gegessen hat, sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen. Es gibt nichts besseres.

Und falls Ihr auf einer besonderen Location für einen Kindergeburtstag seid, wie wäre es mit einem Museumsbesuch samt Actionprogramm? Hier kann man zwischen verschiedenen Themen wählen, bei denen die Kinder die Geschichte wirklich hautnah erleben und selbst entdecken können.

Schulgebäude im Freilandmuseum Fladungen

Das Rhön-Zügle

Ein besonderes Highlight im Freilandmuseum Fladungen ist das Rhön-Zügle. Auf der Strecke zwischen Fladungen und Mellrichstadt kann man mit der Dampflok das Streutal entdecken.

Normalerweise gab es regelmäßige Fahrten mit der Museumsbahn. Leider sind diese auf Grund von Corona ausgesetzt. Am besten informiert Ihr Euch vor einem Besuch aktuell auf der Webseite des Museums.

Rhön-Zügle

Das Gasthaus Schwarzer Adler

Als Abschluss kann ich Euch eine klare Empfehlung für das museumseigene Gasthaus „Schwarzer Adler“ aussprechen. Die Gerichte sind etwas besonders und kein Mainstream. Und das Essen ist sehr sehr lecker, die Bedienung schnell und freundlich und im Biergarten lässt es sich wunderbar aushalten.

Ihr solltet also einen Besuch des Gasthauses auf jeden Fall in Eure Tagesplanung mit einbauen.

Gemüsebolognese im Schwarzen Adler Fladungen

Fazit – ein tolles Erlebnis

Zusammenfassen lässt sich sagen, dass der Besuch im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen auf jeden Fall ein tolles Erlebnis ist – und zwar für Groß und Klein. Hier kann man locker einen halben und auch einen ganzen Tag verbringen und es wird trotzdem nicht langweilig.

Altes Bett im Museum Fladungen

Reise in die Vergangenheit

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