
Es gibt Orte, die haben einfach alles: eine raue Küstenkulisse, eine spannende Geschichte, eine Aussicht, die den Atem raubt – und das gewisse Etwas, das einen sofort in den Bann zieht. Der Lyngvig Fyr, gelegen in der Nähe von Hvide Sande auf der schmalen Landzunge Holmsland Klit zwischen Nordsee und Ringkøbing Fjord, ist genau so ein Ort. Hier oben auf der Düne wacht der letzte erbaute Leuchtturm Dänemarks über eine Landschaft, die so typisch für Westjütland ist wie der Wind im Haar und der Sand unter den Füßen.
In diesem Blogbeitrag nehme ich Euch mit auf eine Reise zu einem der eindrucksvollsten Leuchttürme Dänemarks. Ich erzähle Euch, wie Ihr am besten hinkommt, was Euch vor Ort erwartet, wie sich die Geschichte des Turms lesen lässt – und warum sich jede einzelne der 228 Stufen lohnt, die Euch auf die Aussichtsplattform bringen. Also, Wanderschuhe an, Kamera bereit – los geht’s zum Lyngvig Fyr.
- Adresse: Holmsland Klitvej 109, 6960 Hvide Sande, Dänemark
- Öffnungszeiten: die Öffnungszeiten sind je nach Jahreszeit unterschiedlich, am besten informiert Ihr Euch vorab auf der offiziellen Webseite
- Eintritt: Erwachsene 75,00 Kr (ca 10,00 €) | Kinder bis 18 Jahre kostenlos
- Weitere Informationen: ringkobingfjordmuseer.dk

Anreise zum Lyngvig Fyr: Der Weg ist schon das Ziel
Wer nach Lyngvig Fyr will, der fährt nicht einfach nur irgendwohin – der reist durch eine der schönsten Küstenlandschaften Dänemarks. Die schmale Landzunge Holmsland Klit zwischen dem Ringkøbing Fjord und der Nordsee ist eine reine Augenweide: kilometerlange Strände, wilde Dünen, gemütliche Häuser und immer wieder der weite Blick auf Wasser, Wind und Horizont.

Am besten erreicht Ihr den Lyngvig Fyr mit dem Auto. Von Ringkøbing aus seid Ihr in etwa 20 Minuten da, von Hvide Sande sogar in weniger als zehn. Die Straße führt Euch direkt an der Küste entlang, und schon von Weitem sieht man den schlanken weißen Turm auf seiner Düne aufragen – ein echtes Wahrzeichen. Parkplätze gibt’s gleich neben dem Eingang, kostenlos und in ausreichender Zahl. Auch Radfahrer kommen hier voll auf ihre Kosten: Der Radweg entlang der Westküste ist einfach traumhaft. Und wer gerne wandert, kann auch das gut kombinieren – zum Beispiel mit einem Spaziergang am Strand oder einem Abstecher durch die Heide- und Dünenlandschaft ringsum.
Lyngvig Fyr liegt also nicht nur praktisch erreichbar, sondern auch eingebettet in eine Landschaft, die schon auf dem Weg dorthin verzaubert. Wer einmal hier war, weiß: Die Anreise selbst ist bereits Teil des Erlebnisses.

Die Geschichte des Leuchtturms: Ein Bauwerk aus Tragödie geboren
So romantisch ein Leuchtturm auch wirkt – oft steht hinter seiner Existenz eine düstere Geschichte. Beim Lyngvig Fyr war es der Untergang des norwegischen Dampfschiffs Avona im Jahr 1903, der zur Errichtung dieses Leuchtfeuers führte. Das Schiff lief bei schwerem Wetter vor der Küste auf Grund, 24 Menschen verloren ihr Leben. Es war ein Weckruf – ein neuer Leuchtturm musste her, um weitere Katastrophen zu verhindern.

1906 war es dann so weit: Der Lyngvig Fyr wurde eingeweiht. Gebaut auf einer 17 Meter hohen Düne, ragt der Turm selbst noch einmal 38 Meter in die Höhe – macht zusammen stolze 53 Meter über dem Meeresspiegel. Damals war das eine technische Meisterleistung. Angetrieben wurde das Licht durch ein mechanisches Uhrwerk, das regelmäßig von Hand aufgezogen werden musste. Später kamen dann Petroleum, Strom und moderne Technik dazu.

Besonders spannend: Während des Zweiten Weltkriegs war der Turm zwar offiziell abgedunkelt, doch aufgrund seiner hellen Farbe war er trotzdem weithin sichtbar. Es soll sogar Pläne gegeben haben, ihn zu sprengen – zum Glück blieb es bei der Theorie. Heute ist der Turm automatisiert, das Leuchtfeuer rotiert wieder wie in alten Zeiten, und man spürt beim Besuch deutlich: Dieser Ort lebt Geschichte – nicht trocken oder verstaubt, sondern spürbar und nah.

Das Wärterhaus und das Gelände: Mehr als nur ein Turm
Wer glaubt, ein Leuchtturm sei bloß ein einsamer Turm mit Aussicht, der hat Lyngvig Fyr noch nicht besucht. Denn das Gelände rund um den Turm bietet deutlich mehr. Direkt neben dem Turm steht das ehemalige Haus des Leuchtturmwärters, heute ein kleines Besucherzentrum mit Café, Souvenirshop und gemütlicher Terrasse.

Das Café lädt mit Kuchen, heißen Getränken und im Sommer mit leckerem Eis zum Verweilen ein – der Blick auf die Düne inklusive. Im Shop findet Ihr liebevoll ausgesuchte Souvenirs, Bücher, Postkarten und lokale Produkte. Alles ist hell, freundlich und stilvoll gestaltet, genau wie der Spielplatz direkt daneben: Ein echtes Highlight für Kinder mit Schiffsseilen, Wal-Kletterstrukturen und viel Platz zum Toben.

Wer mit dem Hund kommt, muss diesen zwar draußen anleinen, aber auch das ist unkompliziert geregelt – Leinenhaken gibt’s direkt am Haus. Die Toiletten sind gepflegt und teilweise barrierefrei, und wer nicht den Turm besteigen kann oder will, hat trotzdem die Möglichkeit, das Ambiente auf dem Gelände zu genießen.

Kurzum: Der Lyngvig Fyr ist kein reines „Komm, steig hoch und geh wieder“-Ort, sondern eine kleine Oase in den Dünen, wo man sich gerne etwas mehr Zeit nimmt.

Der Aufstieg: 228 Stufen und eine Brise Abenteuer
Jetzt aber ran an den Turm! Der Aufstieg beginnt mit einer kleinen Tür, durch die man direkt in das steinerne Herz des Leuchtturms tritt. Schon hier ist es ein wenig wie eine Reise in eine andere Zeit: Die Wände sind weiß gekalkt, die Treppen schmal, und mit jedem Schritt nach oben wird es heller – bis Ihr schließlich nach 228 Stufen die Plattform erreicht.

Übrigens, wer wie ich gerne fotografiert, für den in ist der Aufstieg auf den Lyngvig Fyr ein echtes Erlebnis, denn dieses ist extrem fotogen und ich habe auf dem Weg nach oben unzählige Fotos gemacht. Mit dem Nebeneffekt, dass ich öfter mal eine Pause machen konnte, um zu verschnaufen und ein neues Foto mit einer neuen Perspektive zu machen.

Ja, es ist anstrengend – vor allem, wenn es draußen warm ist oder man nicht so oft Treppen läuft. Aber es lohnt sich. Denn oben wartet das, was man mit Worten kaum beschreiben kann: eine 360‑Grad-Aussicht, die einfach alles toppt. Vor Euch liegt die raue Nordsee mit ihren Wellen und Sandbänken. Hinter Euch glitzert der Ringkøbing Fjord, friedlich und weit. Und rundherum erstrecken sich Dünen, Heide, kleine Häuser und unendlich viel Himmel.

Besonders schön ist es, wenn man den Moment für sich allein hat – was gar nicht so selten vorkommt, denn obwohl der Turm gut besucht ist, verteilt sich alles angenehm. Und wenn Ihr ganz genau hinhört, dann könnt Ihr oben im Wind sogar ein leises Rauschen der Wellen hören – so hoch ist der Turm.

Sonnenuntergang, Nordsee und Romantik pur
Ein echter Geheimtipp sind die Abendöffnungen im Sommer. Dann hat der Turm bis 21 Uhr geöffnet – und Ihr könnt den Sonnenuntergang direkt von der Plattform aus erleben. Der Himmel färbt sich orange, rosa und violett, die Nordsee funkelt, und das Licht des Turms beginnt langsam zu drehen – es ist magisch.

Viele kommen extra dafür noch einmal am Abend her, manche sogar mit Picknick im Gepäck. Unten am Fuß des Turms oder auf den Bänken rund ums Wärterhaus lässt es sich wunderbar verweilen. Und wer möchte, kann sich sogar für eine der besonderen Veranstaltungen anmelden: Abseilen vom Leuchtturm, gesichert und betreut von erfahrenen Guides. Nervenkitzel inklusive!

Auch wenn man den Turm „nur“ bei Tageslicht besucht, bleibt der Eindruck gewaltig. Die besondere Mischung aus Weitblick, frischer Luft und dem Gefühl, für einen Moment ganz oben zu sein, macht den Besuch zu etwas Einzigartigem. Und auch wenn man schon viele Leuchttürme gesehen hat – dieser hier hat definitiv eine eigene Seele.

Fazit: Ein Ort zum Durchatmen, Staunen und Wiederkommen
Der Besuch am Lyngvig Fyr ist mehr als nur ein Stopp an einem hübschen Leuchtturm. Es ist ein Erlebnis, das viele Facetten hat: Natur, Geschichte, Abenteuer, Entspannung – und ganz viel Nordseegefühl. Die Anreise ist unkompliziert, das Gelände liebevoll gestaltet, die Aussicht atemberaubend, und der Turm erzählt mehr als hundert Jahre maritime Geschichte.

Egal ob Ihr alleine unterwegs seid, mit Partner oder der ganzen Familie – dieser Ort spricht jeden an. Er lädt dazu ein, sich Zeit zu nehmen, zu entdecken, zu genießen. Wer einmal oben stand, die Möwen rufen hörte und den Wind um die Nase spürte, wird diesen Ort nicht so schnell vergessen.
Weitere tolle Leuchttürme findet Ihr übrigens am Bovbjerg Fyr und in Blavand.
Also, setzt ihn unbedingt auf Eure Dänemark-Liste – dieser Leuchtturm ist nicht einfach nur ein Ziel. Er ist ein echtes Highlight.

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