
Wanderung zwischen Kleinem und Großem Inselsberg: Ein Naturerlebnis
Thüringen, das grüne Herz Deutschlands, ist bekannt für seine malerischen Landschaften, dichten Wälder und beeindruckenden Berge. Wer einmal in dieser Region wandern war, weiß, dass hier Naturerlebnisse auf einzigartige Weise mit Geschichte und Kultur verschmelzen. Eine ganz besondere Wanderung führt vom Kleinen Inselsberg zum Großen Inselsberg in der Nähe von Brotterode-Trusetal – eine Tour, die nicht nur die Beine fordert, sondern auch das Herz höherschlagen lässt.
- Parken: Parkplatz am Kleinen Inselsberg
- Öffentlicher Nahverkehr: Hier verkehren regelmäßig Busse, die Euch auch zum Kleinen Inselsberg bringen
- Strecke: ca. 2,8 Kilometer / ca. 1,5 Stunden Wanderzeit
- Höhenmeter: ↗ 160 m ↘ 150 m
- Schwierigkeit: mittelschwer
- Einkehrmöglichkeiten: Entweder auf dem Großen Inselsberg im Berggasthof Stöhr oder bei Eurer Rückkehr auf dem Kleinen Inselberg an einem der verschiedenen Bratwurststände
- Ausrüstung: Wanderrucksack*, Snacks, Getränke*, gute Wanderschuhe*, Wanderstöcke* sind hilfreich
- Wanderkarte: hier bestellen*
- Die Wanderung auf Komoot: hier klicken
Der Große Inselsberg – Ein Berg mit Geschichte
Der Große Inselsberg ist weit mehr als nur ein Wanderziel. Seine markante Silhouette macht ihn zu einem Wahrzeichen des westlichen Thüringer Waldes. Seit Jahrhunderten ist er ein Orientierungspunkt für Reisende, und seine besondere Lage ermöglicht eine Fernsicht, die ihresgleichen sucht.

Schon früh diente der Berg als wichtiger Standort für Signalstationen und militärische Beobachtungsposten. Im 19. Jahrhundert entdeckte der aufkommende Tourismus den Gipfel, und erste Wanderwege wurden angelegt. Später entstanden Gasthäuser und Schutzhütten, die bis heute Wanderer aus nah und fern willkommen heißen.

Heute beherbergt der Gipfel mehrere Funktürme und Sendeanlagen, die ihn weithin sichtbar machen. Doch trotz der modernen Technik hat der Berg seinen natürlichen Charme nicht verloren. Besonders beeindruckend ist der Blick über den Rennsteig, einen der bekanntesten Fernwanderwege Deutschlands, der direkt am Inselsberg entlangführt.

Auch geologisch ist der Inselsberg von Bedeutung: Er besteht aus harten Gesteinen des Rotliegenden, die seit Millionen von Jahren Wind und Wetter trotzen. Seine exponierte Lage macht ihn besonders witterungsanfällig, und nicht selten können Wanderer hier oben plötzliche Wetterumschwünge erleben. Doch gerade diese Ursprünglichkeit und die raue Schönheit machen den Großen Inselsberg zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal des Inselsbergs ist seine besondere geografische Lage. Er liegt genau an der Grenze dreier Landkreise: Gotha, Wartburgkreis und Schmalkalden-Meiningen. Diese Position macht ihn zu einem markanten Punkt in der Region, der nicht nur Wanderer, sondern auch Geographen fasziniert. Hier treffen verschiedene Natur- und Kulturräume aufeinander, was sich auch in der Vielfalt der Landschaft widerspiegelt. Der Übergang von dichten Wäldern zu offenen Flächen sowie die verschiedenen geologischen Formationen sorgen für ein abwechslungsreiches Wandererlebnis.
Zudem war der Berg historisch gesehen oft ein Grenzpunkt zwischen verschiedenen Herrschaftsgebieten, was ihn zu einem Ort von strategischer Bedeutung machte. Heute jedoch verbindet er die Menschen der drei Landkreise als gemeinsames Natur- und Erholungsgebiet. Die vielen Grenzsteine, die Euch auf der Wanderung begegnen werden, weisen auf diese lange Geschichte hin.
Ein Vormittag voller Vorfreude
Der Tag hat bereits Fahrt aufgenommen, als unsere Wanderung am späten Vormittag beginnt. Die Sonne steht schon höher am Himmel, und die ersten warmen Strahlen lassen die Blätter im Wald glitzern. Die Luft ist angenehm mild, durchzogen vom Duft nach feuchtem Moos und harzigem Holz.

Der Kleine Inselsberg, mit seinen 635 Metern eher ein hübscher Aussichtspunkt als eine große Herausforderung, dient als Ausgangspunkt der heutigen Wanderung. Alternativ dazu könnt Ihr auch von Brotterode oder Bad Tabarz aus starten, wodurch Ihr eine längere Wanderung machen könnt. Ich hoffe, euch diese Wanderungen auch noch einmal vorstellen zu können, denn der Inselsberg ist immer wieder einen Ausflug wert.

Schon beim ersten Schritt auf den Pfad, der sich sanft durch den Wald schlängelt, stellt sich das Gefühl von Freiheit ein. Und während Euch noch der Duft der Thüringer Bratwurst, die es hier an verschiedenen Ständen zu kaufen gibt, in der Nase hängt, starten wir unsere Wanderung.

Mit jedem Schritt vertieft sich die Stille des Waldes. Vögel zwitschern, ab und zu raschelt es im Unterholz – ein Reh? Ein Fuchs? Die Natur ist voller Leben, auch wenn sich nur ein Bruchteil davon zeigt. Die ersten Meter der Strecke verlaufen angenehm, ein sanftes Aufwärmen für das, was noch kommen mag.

Der Weg zwischen den Gipfeln
Bald beginnt der Anstieg zum Großen Inselsberg, dem mit 916 Metern höchsten Punkt der Region. Die Pfade werden steiler, Wurzeln und Steine fordern Eure volle Aufmerksamkeit. Der Wald ist dichter geworden, das Sonnenlicht bricht nur noch in vereinzelten Strahlen durch die Baumkronen. Jeder Schritt wird bewusster gesetzt, doch es bleibt genügend Raum, um die Umgebung in sich aufzunehmen.

Plötzlich öffnet sich der Wald, und der Blick reicht weit über das Land. Felder, Dörfer, ferne Hügelketten – es ist einer dieser Momente, die einen innehalten lassen. Der Atem ist schneller geworden, das Herz schlägt kräftiger, aber der Anblick entschädigt für jede Anstrengung. Also nutzt den Moment für eine kleine Pause, um diesen wunderbaren Ausblick auch wirklich zu genießen.

Die letzten Meter zum Gipfel sind herausfordernd. Die Steigung ist steil, der Boden steinig, aber der Gedanke an das Panorama, das oben wartet, gibt neue Kraft. Und dann ist es geschafft: Der Große Inselsberg! Der markante Gipfel mit seinen Antennenmasten ragt imposant in den Himmel, und die Plattform bietet eine atemberaubende Rundumsicht.

Der Gipfelmoment
Oben angekommen, breitet sich ein Gefühl tiefer Zufriedenheit, es geschafft zu haben, aus. Der Wind weht stärker, kühlt die heiß gelaufenen Wangen. Die Aussicht ist schlichtweg spektakulär. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis in den Harz, die Rhön und sogar bis zum Fichtelgebirge. Hier oben verweilt man gern, atmet tief durch und genießt diesen Moment in vollen Zügen.

Ein Gefühl der Erhabenheit macht sich sicher in Euch breit. Hoch oben auf dem Gipfel stehend, fühlt man sich für einen Moment losgelöst vom Alltag. Die Gedanken werden frei, der Blick schweift in die Ferne und fängt das sanfte Blau der Berge am Horizont ein. Die Stille ist beeindruckend, nur durchbrochen vom Rauschen des Windes und dem gelegentlichen Rufen eines Vogels, der seine Kreise zieht.

Setzt Euch gerne auf eine Bank oder einen flachen Felsen, um diesen besonderen Moment noch etwas länger auszukosten. Das mitgebrachte Essen schmeckt in der klaren Bergluft umso besser, und jeder Schluck Wasser oder Tee fühlt sich erfrischender an als je zuvor. Als Alternative dazu bietet sich der Berggasthof Stöhr an, um dort einzukehren und sich zu stärken.

Und nehmt Euch unbedingt auch die Zeit, mit Eurer Kamera die besten Blickwinkel des Inselsberg einzufangen oder um einfach nur das Panorama auf Euch wirken zu lassen. Die Farbenspiele der Natur, das sanfte Grün der Wälder, das erdige Braun der schmalen Pfade und das satte Blau des Himmels ergeben ein Bild, das im Gedächtnis bleibt.

Doch so sehr man den Moment auskostet – irgendwann ruft der Weg weiter. Ein letzter tiefer Atemzug, ein letzter Rundumblick, und dann beginnt langsam der Abstieg, mit dem Wissen, dass dieser Augenblick für immer Teil Eurer Erinnerungen bleibt. Ein sehr gutes Gefühl.

Der Abstieg und die Rückkehr
Nachdem Ihr den Gipfel ausgiebig genossen und eine ausgiebigen Rast eingelegt habt, beginnt der Weg zurück. Bergab zu gehen, mag leichter erscheinen, doch die Beine spüren die Strapazen bereits. Lauft achtsam und nutzt die zeit, um noch einmal den Blick schweifen zu lassen und die Ruhe des Thüringer Waldes zu genießen.

Der Wald, der auf dem Hinweg noch voller Energie wirkte, erscheint nun ruhiger, fast meditativ. Der Kreislauf hat sich beruhigt, die Gedanken sind klarer. Die Rückkehr zum Kleinen Inselsberg fühlt sich an wie ein Heimkommen. Noch ein letzter Blick zurück zum Großen Inselsberg – ein Gruß an den Gipfel, den man heute bezwungen hat.
Die Wanderung im Überblick
Ihr habt Lust bekommen, selbst einmal den Großen Inselsberg zu besteigen? Dann gibt es hier noch einmal alles für Euch im Überblick und als GPS-Download
Ein Tag voller Erinnerungen
Diese Wanderung ist mehr als eine sportliche Herausforderung. Sie ist ein Erlebnis, das die Sinne schärft, den Geist befreit und das Herz berührt. Der Wechsel zwischen Anstrengung und Entspannung, zwischen dichten Wäldern und weiten Ausblicken macht sie zu einem unvergesslichen Abenteuer.

Wer den Inselsberg noch nicht erklommen hat, sollte es tun. Wer ihn bereits kennt, wird ihn immer wieder besuchen wollen. Denn jede Wanderung ist anders, jeder Moment einzigartig – und die Natur gibt uns stets das Gefühl, lebendig zu sein.
Und für alle, die es lieber gemütlich mögen, gibt es auch die Möglichkeit, mit dem Auto bis nach oben zu fahren. Das macht den Großen Inselsberg auch zu einem tollen Ausflugsziel für Familien und ältere Menschen, die den Aufstieg nicht mehr schaffe und trotzdem die tolle Aussicht genießen möchten.

- Besucht auch die kleine Stadt Brotterode-Trusetal, die ganz in der Nähe liegt
- Auch die Wanderung am Trusetaler Wasserfall ist sehr empfehlenswert
- Hier gibt es die passende Wanderkarte für die Gegend*
- Mehr über die Geschichte des Inselsberg erfahrt Ihr in diesem Buch*
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