
Es gibt Wanderungen, die sind nicht nur Bewegung in der Natur, sondern ein Erlebnis für alle Sinne. Der Keschtnweg rund um Feldthurns gehört zweifellos dazu. Schon der Name verrät es: Hier dreht sich vieles um die Kastanie, die im Eisacktal eine jahrhundertealte Tradition hat und nicht nur landschaftlich, sondern auch kulinarisch eine große Rolle spielt.
Wer diese Tour geht, spürt von Anfang an, dass es nicht bloß um das Zurücklegen von Kilometern geht, sondern vielmehr um das Eintauchen in eine Landschaft, die geprägt ist von sanften Hügeln, stolzen Bauernhöfen, geschichtsträchtigen Bauwerken und weiten Blicken über das Tal bis hinauf zu den Dolomiten.
Es ist keine anstrengende Tour, sondern eine Einladung, sich treiben zu lassen und sich auf das einzulassen, was am Wegesrand geboten wird: Ruhe, Natur und ein Stück gelebte Südtiroler Kultur.
- Parken: Parkplatz in Feldthurns
- Öffentlicher Nahverkehr: Mit dem Bus nach Feldthurns
- Strecke: ca. 6 Kilometer / ca. 2 Stunden Wanderzeit
- Höhenmeter: ↗ 150 m ↘ 150 m
- Schwierigkeit: leicht bis mittelschwer
- Einkehrmöglichkeiten: Ihr könnt im Moar zu Viersch oder im Radoar Hof einkehren oder in Feldthurns selbst
- Ausrüstung: Wanderrucksack*, Snacks, Getränke*, gute Wanderschuhe*, Wanderstöcke* sind hilfreich
- Wanderkarte: hier bestellen*
- Die Wanderung auf Komoot: hier klicken

Start in Feldthurns – Ein Dorf voller Geschichte und Charme
Die Tour auf dem Keschtnweg beginnt mitten in Feldthurns, einem Ort, der schon beim Ankommen seine besondere Atmosphäre verströmt. Feldthurns ist nicht irgendein Dorf, sondern eines, das Geschichte atmet und dabei dennoch wunderbar lebendig wirkt. Das Herzstück ist natürlich Schloss Velthurns, das majestätisch über dem Ort thront und gleich zu Beginn der Wanderung Euren Blick auf sich zieht.
Dieses Schloss war einst Sommerresidenz der Bischöfe von Brixen und vermittelt heute einen Hauch von Renaissance-Flair. Schon allein der Gedanke, dass hier über Jahrhunderte hinweg Geistliche residierten und sich von der Schönheit der Landschaft inspirieren ließen, gibt dem Startpunkt der Wanderung einen besonderen Glanz.
Aber auch die kleinen Gassen von Feldthurns, die gepflegten Häuser mit ihren liebevoll bemalten Fassaden und die Nähe zur Natur machen deutlich: Hier beginnt eine Wanderung, die mehr ist als eine einfache Runde. Es ist ein Spaziergang durch Kulturgeschichte und bäuerliche Tradition zugleich. Wenn Ihr also am Startpunkt losgeht, nehmt Euch einen Moment Zeit, atmet die frische Bergluft tief ein und lasst die ruhige Atmosphäre dieses Ortes auf Euch wirken.

Schloss Velthurns – Renaissance zum Greifen nah
Schon bald führt der Weg hinauf zum Schloss Velthurns, und wer hier nicht kurz stehenbleibt, verpasst einen der kulturellen Höhepunkte der gesamten Wanderung. Das Schloss wurde im 16. Jahrhundert erbaut und diente den Fürstbischöfen von Brixen als Sommerresidenz. Heute beherbergt es ein Museum, das Einblicke in die regionale Geschichte, Kunst und Kultur gibt.
Doch auch ohne Besuch im Inneren ist das Schloss ein Erlebnis: Die Architektur, die mächtigen Mauern und die Lage hoch über dem Tal machen Eindruck. Von hier aus habt Ihr einen herrlichen Blick über Feldthurns und das Eisacktal – ein Panorama, das sofort zeigt, warum dieser Ort so gewählt wurde.
Während Ihr am Schloss vorbeigeht, könnt Ihr Euch vorstellen, wie die Bischöfe hier durch die Gärten spazierten, die Kastanienhaine im Tal bestaunten und vielleicht schon damals den Blick in die Ferne zu den Dolomiten genossen. Diese Verbindung von Kultur und Landschaft ist es, die den Keschtnweg so besonders macht: Man wandert nicht nur, man erlebt gleichzeitig Geschichte, die bis heute sichtbar ist.

Durch Kastanienhaine und vorbei an alten Höfen
Nachdem Ihr Schloss Velthurns hinter Euch gelassen habt, führt der Weg hinein in die typische Landschaft, für die der Keschtnweg bekannt ist: Kastanienhaine. Diese mächtigen Bäume mit ihren knorrigen Stämmen und den breiten Kronen sind mehr als nur Schattenspender – sie sind Teil der Identität dieser Region. Im Herbst, wenn die Kastanien reifen und die Schalen zu Boden fallen, verwandeln sie die Landschaft in ein Paradies für Genießer.
Aber auch im Frühling und Sommer ist es ein Erlebnis, zwischen den Bäumen hindurchzuwandern, die frische Luft einzuatmen und das Spiel von Licht und Schatten zu beobachten. Zwischendurch öffnen sich die Haine und geben den Blick frei auf alte Bauernhöfe, die noch heute bewirtschaftet werden und wie lebendige Zeitzeugen der bäuerlichen Kultur wirken.
Manche dieser Höfe laden mit kleinen Einkehrmöglichkeiten oder Hofläden zum Verweilen ein, sodass Ihr unterwegs nicht nur wandert, sondern auch ein Stück echtes Südtiroler Leben schmecken könnt. Der Weg ist hier angenehm zu gehen, nie zu steil, nie zu anspruchsvoll, sondern genau richtig, um die Gedanken schweifen zu lassen.

Kleine Entdeckungen am Wegesrand – Gartenkate und Erdbeerskulptur
Einer der Reize dieser Wanderung liegt darin, dass es immer wieder kleine Überraschungen gibt, die Ihr unterwegs entdecken könnt. Dazu gehören die Gartenkate und die Erdbeerskulptur, die beide zu jenen liebevollen Details gehören, die den Keschtnweg so charmant machen. Die Gartenkate ist ein idyllischer Rastplatz, der nicht nur mit seiner Lage punktet, sondern auch einlädt, ein paar Minuten innezuhalten.
Hier könnt Ihr die Umgebung auf Euch wirken lassen, vielleicht ein mitgebrachtes Vesper genießen oder einfach den Blick schweifen lassen. Ein Stück weiter stoßt Ihr dann auf die Erdbeerskulptur – ein ungewöhnliches, aber sympathisches Kunstwerk, das sofort ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.
Es zeigt, wie sehr die Menschen in dieser Region ihre Verbundenheit zur Natur und zu ihren Produkten mit Kreativität verbinden. Genau solche Details sind es, die eine Wanderung von einer bloßen Bewegungstour in ein Erlebnis verwandeln: Man geht nicht einfach nur, man entdeckt, staunt, schmunzelt und nimmt kleine Eindrücke mit, die lange in Erinnerung bleiben.

Einkehr im Moar zu Viersch – Tradition erleben
Ein besonderer Höhepunkt der Tour ist die Möglichkeit, im Moar zu Viersch einzukehren. Dieser traditionelle Buschenschank ist ein Paradebeispiel für das, was Südtirol so unverwechselbar macht: Gastfreundschaft, urige Atmosphäre und köstliche regionale Spezialitäten. Hier könnt Ihr unter alten Kastanienbäumen Platz nehmen, ein Glas Südtiroler Wein genießen und Euch mit typischen Gerichten verwöhnen lassen.
Gerade im Herbst, zur Zeit des Törggelens, ist der Moar zu Viersch ein beliebter Anlaufpunkt, wenn der neue Wein ausgeschenkt wird und dazu deftige Speisen wie Knödel, Hauswürste oder süße Krapfen serviert werden. Doch auch zu anderen Jahreszeiten lohnt sich eine Einkehr: Die Lage, die Aussicht und die Authentizität dieses Ortes machen ihn zu einem perfekten Zwischenstopp. Selbst wenn Ihr nur ein Glas Apfelsaft trinkt und kurz verweilt, spürt Ihr hier die Seele des Eisacktals – bodenständig, herzlich und zugleich voller Lebensfreude.

Zwischen Weingärten und Obstwiesen – Südtiroler Vielfalt
Der weitere Weg führt Euch vorbei an Weingärten und Obstwiesen, die wie gemalt in der Landschaft liegen. Hier zeigt sich, wie vielfältig Südtirol ist: Auf der einen Seite die Kastanienbäume, die den Namen des Weges prägen, auf der anderen Seite Reben und Apfelbäume, die ebenfalls seit Jahrhunderten das Bild bestimmen. Gerade im Spätsommer und Herbst ist es ein Fest für die Augen, wenn die Äpfel an den Bäumen glänzen und die Weintrauben reif werden.
Aber auch im Frühling, wenn die Apfelblüte wie ein weiß-rosa Teppich über den Wiesen liegt, ist dieser Abschnitt eine Augenweide. Was diese Landschaft so besonders macht, ist die enge Verbindung von Natur und Kultur: Hier wurde seit Generationen bewirtschaftet, gepflegt und geformt – und doch wirkt alles harmonisch, als wäre es von Natur aus so entstanden. Während Ihr durch diese Gegend wandert, spürt Ihr den Rhythmus des bäuerlichen Lebens, der seit Jahrhunderten den Alltag bestimmt und bis heute das Bild dieser Region prägt.

Rast am Radoar Hof – Nachhaltigkeit und Genuss
Ein weiterer Höhepunkt der Tour ist der Radoar Hof, der weit über die Region hinaus für seine nachhaltige Landwirtschaft und seine köstlichen Produkte bekannt ist. Hier wird biodynamisch gewirtschaftet, und das spürt man sofort: Alles wirkt stimmig, von den Obstgärten über die Reben bis hin zum Hof selbst.
Der Radoar Hof ist nicht nur ein landwirtschaftlicher Betrieb, sondern auch ein Ort, an dem Ihr Südtirol mit allen Sinnen erleben könnt. Ob es der aromatische Apfelsaft ist, der hier hergestellt wird, der Wein oder die hofeigenen Schnäpse – es lohnt sich, einen Stopp einzulegen und die Produkte zu probieren. Besonders eindrucksvoll ist die Philosophie, die hinter dem Hof steht: respektvoller Umgang mit der Natur, nachhaltiges Wirtschaften und die Überzeugung, dass Qualität nur dort entstehen kann, wo man im Einklang mit der Umwelt arbeitet. Wenn Ihr hier Rast macht, nehmt Ihr nicht nur eine kleine Stärkung mit, sondern auch ein Stück Inspiration, wie eng Natur und Genuss verbunden sein können.

Zurück nach Feldthurns – Der Kreis schließt sich
Nach diesen vielfältigen Eindrücken führt Euch der Weg schließlich wieder zurück nach Feldthurns. Es ist ein angenehmer Rückweg, der noch einmal Gelegenheit gibt, die Landschaft bewusst wahrzunehmen und all die kleinen Momente Revue passieren zu lassen. Der Blick auf das Dorf, das Schloss und die umliegenden Wiesen und Wälder vermittelt das Gefühl, etwas Ganzes erlebt zu haben.
Ihr seid keine anstrengende Bergtour gegangen, sondern eine entspannte, aber dennoch bereichernde Wanderung, die Kultur, Natur und Genuss miteinander verbindet. Wenn Ihr am Ende wieder im Ortskern von Feldthurns ankommt, fühlt es sich fast an wie ein Nachhausekommen – vertraut, warm und herzlich. Vielleicht nehmt Ihr Euch am Ende noch Zeit für einen Kaffee oder ein Glas Wein in einer der Gaststätten im Ort, um die Tour gemütlich ausklingen zu lassen.

Die Wanderung im Überblick
Habt Ihr Lust bekommen, die Wanderung auf dem Keschtnweg einmal nachzuwandern? Dann findet Ihr hier die Wanderung noch einmal im Überblick und als GPS-Download

Fazit – Eine Wanderung für Genießer
Der Keschtnweg rund um Feldthurns ist keine Wanderung, die mit spektakulären Gipfeln oder sportlichen Herausforderungen lockt. Er ist vielmehr eine Einladung, Südtirol auf eine sanfte, genussvolle und zugleich tiefgründige Weise zu erleben. Auf knapp sechs Kilometern entdeckt Ihr eine Landschaft, die reich an Geschichte, Kultur und bäuerlicher Tradition ist. Ihr trefft auf Kastanienhaine, die dem Weg seinen Namen geben, auf Höfe, die authentisches Leben zeigen, auf Einkehrmöglichkeiten, die kulinarisch verwöhnen, und auf kleine Entdeckungen, die das Herz erfreuen.
Es ist eine Wanderung, die für alle geeignet ist – für Familien ebenso wie für Paare, für erfahrene Wanderer, die es einmal gemütlicher möchten, und für all jene, die die Seele baumeln lassen wollen. Wer diesen Rundweg geht, nimmt mehr mit als nur schöne Fotos: Es bleibt das Gefühl, ein Stück echtes Südtirol erlebt zu haben, voller Wärme, Geschmack und Naturverbundenheit. Und genau deshalb lohnt es sich, diesen Abschnitt des Keschtnwegs nicht nur einmal, sondern immer wieder zu gehen – zu jeder Jahreszeit mit einem ganz eigenen Zauber.

- Wir haben den Keschtnweg während einer Reise nach Kastelruth besucht
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