
Wenn Ihr schon einmal in Brüssel unterwegs wart oder eine Reise dorthin plant, dann ist Euch der Name Manneken Pis sicher bereits begegnet. Dieser kleine Brunnenjunge ist nicht nur das wohl bekannteste Wahrzeichen der Stadt, sondern auch ein echter Publikumsliebling. Auf den ersten Blick wirkt er fast unscheinbar: ein kleiner bronzener Junge, der in aller Öffentlichkeit uriniert. Doch hinter dieser Figur verbirgt sich mehr als nur ein schmunzelndes Fotomotiv.
In diesem Blogbeitrag nehme ich Euch mit auf eine Entdeckungsreise rund um Manneken Pis: Wir schauen uns seine Geschichte an, seine unzähligen Kostüme, die kuriosesten Fakten, seine Rolle in der Popkultur und ich gebe Euch praktische Tipps für Euren Besuch. Also los geht’s!

Die Geschichte hinter Manneken Pis
Die Ursprünge von Manneken Pis reichen weit zurück. Schon im 15. Jahrhundert soll es eine erste Version dieses Brunnens gegeben haben, der der Trinkwasserversorgung der Stadt diente. Die heutige Bronzefigur stammt jedoch aus dem Jahr 1619 und wurde vom flämischen Bildhauer Hieronymus Duquesnoy dem Älteren geschaffen. Und ja, der Name ist wörtlich zu nehmen: “Manneken Pis” bedeutet im Brabanter Dialekt schlicht “pieselndes Männchen”.
Warum gerade ein urinierender Junge als Symbol für Brüssel? Dazu kursieren mehrere Legenden. Eine erzählt von einem kleinen Jungen, der einen Stadtbrand verhinderte, indem er ihn wortwörtlich auspinkelte. Eine andere Variante berichtet von einem Jungen, der von seinem Vater verloren wurde und beim Wiederfinden genau in diesem Moment sein Geschäft verrichtete – was der Vater so amüsant fand, dass er eine Statue errichten ließ. Egal welche Version man bevorzugt: Alle haben gemeinsam, dass sie Humor, Ungezwungenheit und eine gewisse Nonchalance vermitteln – alles Eigenschaften, die man gerne mit Brüssel selbst in Verbindung bringt.

Der Brunnen – klein, aber fein
Wenn Ihr das erste Mal vor dem Manneken Pis steht, seid Ihr vielleicht etwas überrascht. Die Statue ist nur rund 61 Zentimeter groß und wirkt in ihrer Ecke an der Kreuzung der Rue de l’Étuve und Rue du Chêne fast verloren. Trotzdem versammeln sich hier täglich Scharen von Touristinnen und Touristen, um ein Foto mit dem kleinen Helden zu machen. Umgeben von einem schmiedeeisernen Zaun und oft geschmückt mit einem seiner vielen Kostüme, ist der Brunnen dennoch ein echtes Highlight. Der Wasserstrahl, der aus dem Manneken Pis kommt, ist übrigens Teil des Brüsseler Wasserversorgungssystems – wenn auch heute symbolischer als funktional.
Trotz seiner geringen Größe strahlt der Brunnen eine charmante Mischung aus Unschuld und Schalk aus. Genau das macht ihn so besonders. Man erwartet keine kleine nackte Statue mit dieser Wirkung, aber genau das ist es, was viele Besucher begeistert. Der Ort ist außerdem ein beliebter Treffpunkt, sei es für Stadtführungen, Selfies oder einfach zum Leute beobachten.

Die Kostüme – Mode für den Bronzebub
Was Manneken Pis wirklich besonders macht, sind seine unzähligen Verkleidungen. Seit dem 17. Jahrhundert wird der Kleine zu besonderen Anlässen eingekleidet. Heute gehören über 1000 Kostüme zu seiner Garderobe, die im “GardeRobe MannekenPis”-Museum in der Rue du Chêne ausgestellt werden. Von Nationaltrachten verschiedenster Länder über historische Uniformen bis hin zu schrägen Fantasiekostümen ist alles dabei.
Die Auswahl der Kostüme erfolgt nicht willkürlich. Es gibt einen offiziellen Zeitplan, an dem festgelegt wird, wann Manneken Pis was trägt. Oft werden internationale Gäste oder wichtige Ereignisse mit einem speziellen Outfit gewürdigt. So trug er bereits Kostüme als Elvis Presley, Samurai, Astronaut oder sogar als Dracula. Und ja, es gibt einen eigenen Zeremonienmeister, der für das Umziehen zuständig ist.
Diese Liebe zum Detail zeigt, wie sehr Brüssel seine Kultfigur pflegt. Die Verkleidungen geben der Statue eine dynamische Komponente und sorgen dafür, dass man ihn immer wieder neu entdecken kann. Wer also zu einem bestimmten Feiertag oder einer internationalen Veranstaltung nach Brüssel kommt, kann sich auf ein passendes Outfit freuen.
- Adresse: Rue du Chêne 19, 1000 Bruxelles, Belgien
- Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr
- Eintritt: Erwachsene 10,00 € | Kinder bis 18 Jahre 5,00 €
- Weitere Informationen: www.mannekenpis.brussels

Kurioses rund um Manneken Pis
Manneken Pis ist zwar die bekannteste, aber nicht die einzige pinkelnde Statue der Stadt. Wusstet Ihr, dass es auch eine Jeanneke Pis gibt? Sie ist die weibliche Variante, wurde in den 1980er-Jahren errichtet und sitzt hockend gegenüber der bekannten Kneipengasse “Delirium Village”. Und als ob das nicht schon genug wäre, gibt es auch noch Zinneke Pis – einen urinierenden Hund aus Bronze, der am Gehsteigrand steht. Alle drei zusammen bilden eine etwas andere, aber sehr charmante Familie.

Und dann wäre da noch das Thema Bier. In Belgien kein Wunder, aber Manneken Pis wurde tatsächlich schon dazu genutzt, Bier auszuschenken! Zu besonderen Anlässen wird der Wasseranschluss durch ein Fass Bier ersetzt, und aus dem kleinen Helden sprudelt dann echtes belgisches Bier. Die Menschenmenge, die sich dann versammelt, ist riesig und die Stimmung entsprechend ausgelassen.

Auch Popkultur und Marketing haben Manneken Pis für sich entdeckt. Ob als Miniatur-Souvenir, Schokoladenfigur, Flaschenöffner oder auf T-Shirts – seine Silhouette ist allgegenwärtig. Besonders beliebt sind auch die kleinen Statuen, die in vielen Schaufenstern der Stadt zu sehen sind und ihn mal frech, mal stilvoll inszenieren.

Ein Besuch bei Manneken Pis – Das solltet Ihr wissen
Wenn Ihr Manneken Pis live erleben wollt, dann kommt Ihr am besten zu Fuß durch die Altstadt. Von der Grand-Place aus ist es nur ein Katzensprung. Achtet darauf, wann Euer Besuch stattfindet, denn je nach Tag und Uhrzeit ist der Platz vor dem Brunnen ziemlich voll. Frühmorgens oder abends habt Ihr die besten Chancen, ein schönes Foto ohne Menschenmassen zu ergattern.
Ein Abstecher ins GardeRobe-Museum lohnt sich, besonders wenn Ihr mehr über die Kostüme erfahren wollt. Der Eintritt ist günstig, die Ausstellung übersichtlich und mit vielen Hintergrundinfos versehen. Auch ein Besuch bei Jeanneke Pis oder Zinneke Pis kann den Stadtrundgang wunderbar ergänzen.
Wer möchte, kann sogar an einer der Stadtführungen teilnehmen*, die natürlich auch an diesem Wahrzeichen der Stadt vorbei führen. Dabei erfahrt Ihr unter anderem spannende Anekdoten und Hintergrundgeschichten, die Ihr auf eigene Faust vielleicht nicht entdeckt hättet. Ideal für alle, die Brüssel mal von seiner humorvollen Seite kennenlernen wollen.

Fazit: Ein kleiner Brunnen mit großer Symbolkraft
Manneken Pis ist viel mehr als eine witzige Touristenattraktion. Er steht für Brüssels Selbstironie, für Offenheit, Kreativität und die Fähigkeit, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen. Das macht ihn zum perfekten Symbol für eine Stadt, die voller Überraschungen steckt. Ob Ihr nun wegen der Geschichte, der Kostüme oder einfach nur aus Neugier kommt – der kleine Brunnenjunge wird Euch garantiert ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Also: Kamera nicht vergessen, ein paar Euro für ein Andenken einpacken und sich auf einen Besuch bei einem der charmantesten Wahrzeichen Europas freuen. Manneken Pis mag klein sein, aber er hat ein riesengroßes Herz. Und das spürt man sofort, wenn man vor ihm steht.

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