
Der Haldensee – Winterliche Wanderung im Tannheimer Tal
Der Haldensee im Tannheimer Tal ist zu jeder Jahreszeit ein beeindruckendes Naturerlebnis, doch besonders im Winter entfaltet er eine ganz besondere Magie. Eingebettet in die schneebedeckten Gipfel der Allgäuer Alpen, umgeben von tief verschneiten Wäldern und einer glitzernden Winterlandschaft, bietet dieser idyllische Bergsee eine Szenerie, die direkt aus einem Wintermärchen stammen könnte.
Die klare, kalte Luft, das sanfte Knirschen des Schnees unter den Stiefeln und die spiegelnde Oberfläche des gefrorenen Wassers – all das macht eine Wanderung rund um den Haldensee zu einem unvergesslichen Erlebnis.
- Parken: Parkplatz direkt an der Tannheimer Straße am Westufer des Haldensee
- Öffentlicher Nahverkehr: Es fährt hier regelmäßig ein Bus, mit dem Ihr zum Haldensee kommt
- Strecke: ca. 4,5 Kilometer / ca. 1,5 Stunden Wanderzeit
- Höhenmeter: ↗ 20 m ↘ 20 m
- Schwierigkeit: leicht
- Einkehrmöglichkeiten: die Tauscher’s Alm ist im Winter leider geschlossen, aber im “Platzl am See” in Haller könnt Ihr wunderbar einkehren
- Ausrüstung: Wanderrucksack*, Snacks, Getränke*, gute Wanderschuhe*, Wanderstöcke* sind hilfreich
- Wanderkarte: hier bestellen*
- Die Wanderung auf Komoot: hier klicken

Startpunkt und Route: Ein Auftakt voller Vorfreude
Unsere Rundwanderung beginnt am Parkplatz am westlichen Ufer des Haldensees. Schon hier empfängt uns eine Atmosphäre der Ruhe und Stille, die sich in den Wintermonaten über das gesamte Tannheimer Tal legt.

Den Startpunkt der Wanderung könnt Ihr übrigens auch mit dem “Dorfbus” erreichen, der hier regelmäßig verkehrt und Euch ganz autofrei zu Eurer Wanderung bringt.

Die ersten Schritte auf dem gut präparierten Winterwanderweg fühlen sich fast federleicht an – der Schnee ist frisch gefallen und dämpft die Geräusche der Umgebung. Die Kälte zwickt leicht in der Nase, doch schon nach wenigen Minuten in Bewegung spürt man die wohlige Wärme, die sich im Körper ausbreitet.

Von hier aus führt uns der Weg in Richtung Süden. Wir passieren einen kleinen Waldabschnitt, in dem sich die schneebedeckten Äste unter der Last des Schnees neigen. Es wirkt fast so, als ob die Natur selbst eine weiße Decke über sich gezogen hat, um sich auszuruhen. Zwischendurch brechen Sonnenstrahlen durch die Zweige und tauchen den Pfad in ein funkelndes Lichtspiel. Die Luft ist erfüllt von der reinen Frische des Winters, gewürzt mit dem harzigen Duft der Nadelbäume.

Nach dem Wald öffnet sich der Blick auf den gefrorenen Haldensee. Sein Wasser liegt wie eine riesige, glänzende Glasfläche vor uns, reflektiert das Bergpanorama und lädt dazu ein, für einen Moment innezuhalten. An manchen Stellen sind kleine Schneeverwehungen auf dem Eis zu sehen, während andere Bereiche des Sees spiegelglatt erscheinen. Ein paar mutige Schlittschuhläufer ziehen in der Ferne ihre Bahnen, ihre Kufen hinterlassen kunstvolle Muster auf der Eisfläche.

Der Zauber des Südufers: Natur pur und endlose Stille
Der Weg führt uns weiter entlang des Südufers, vorbei an tief verschneiten Wiesen und kleinen Holzschuppen, die in der Winterlandschaft fast wie Puppenhäuser wirken. Die unberührte Schneedecke auf den umliegenden Feldern glitzert wie eine Million kleiner Diamanten im Sonnenlicht. Hier und da sehen wir Tierspuren im Schnee – vielleicht von einem Fuchs, der in der Nacht unterwegs war, oder einem scheuen Reh, das sich aus dem nahen Wald herausgewagt hat.

Besonders eindrucksvoll ist die Stille, die hier herrscht. Kein Autolärm, keine Hektik – nur das sanfte Rauschen des Windes und das leise Knirschen unserer eigenen Schritte. Gelegentlich hört man ein entferntes Knacken, wenn sich das Eis des Sees aufgrund der Kälte ausdehnt. Es ist ein beeindruckendes Naturschauspiel, das uns daran erinnert, wie lebendig die Natur auch im tiefsten Winter ist.

Ein besonders schöner Abschnitt der Wanderung führt uns durch einen kleinen, verwunschenen Wald. Hier haben die Schneemassen bizarre Formen auf den Ästen gezaubert, und jeder Baum scheint seine eigene Geschichte zu erzählen. Einige wirken wie alte, gebeugte Männer, andere wie Tänzer, die sich im Winterwind wiegen. Wer hier genau hinsieht, kann sogar Spuren von Wildtieren entdecken – vielleicht von einem Hasen, der sich seinen Weg durch den Schnee gebahnt hat, oder von einem scheuen Eichhörnchen, das noch ein paar versteckte Vorräte sucht.

Die Aussichtspunkte: Atemberaubende Blicke auf den See und die Berge
Auf der Hälfte der Strecke erreichen wir einen kleinen Aussichtspunkt, der einen spektakulären Blick auf den gesamten Haldensee und die umliegenden Gipfel bietet. Hier lohnt es sich, eine kurze Pause einzulegen, die Stille zu genießen und den Moment in sich aufzusaugen. Die Sonne steht nun etwas höher am Himmel, und ihre Strahlen lassen die Schneelandschaft noch intensiver leuchten.

Wir setzen uns auf eine Bank, die von einer dicken Schneeschicht bedeckt ist, klopfen den Schnee vorsichtig herunter und genießen die Szenerie. Der Himmel ist tiefblau, und in der Ferne kann man einige Skitourengeher erkennen, die sich langsam ihren Weg nach oben bahnen. Hier oben, in dieser abgeschiedenen Ecke der Welt, fühlt man sich fernab von allem Trubel des Alltags. Es ist einer dieser seltenen Momente, in denen die Zeit stillzustehen scheint.

Der Blick schweift über die majestätischen Gipfel der umliegenden Berge, die mit ihrer weißen Pracht wie schlafende Riesen wirken. Die klare Winterluft lässt die Konturen besonders scharf erscheinen, und die Schneedecke funkelt im Sonnenlicht. Wir entdecken eine kleine Holzhütte, die perfekt in die Landschaft eingebettet ist – ein Ort, an dem man sich vorstellen kann, eine ganze Winterwoche in völliger Abgeschiedenheit zu verbringen.

Ein Blick zurück auf den See zeigt uns, wie winzig wir in dieser grandiosen Kulisse sind. Das Eis reflektiert die Berge wie ein riesiger, natürlicher Spiegel, und für einen Moment fühlen wir uns als Teil dieser einzigartigen Szenerie. Eine einzelne Schneeflocke fällt sanft auf unseren Ärmel – ein kleines Wunder der Natur, das uns an die Schönheit des Moments erinnert.

Ein wenig abseits des Hauptweges gibt es eine kleine Anhöhe, die einen noch umfassenderen Panoramablick bietet. Wir beschließen, den kurzen Aufstieg zu wagen, und werden mit einem atemberaubenden Rundumblick belohnt. Die gesamte Winterlandschaft liegt uns zu Füßen, und in der Ferne erkennt man die schroffen Gipfel des Aggensteins und des Einstein. Es ist einer dieser Augenblicke, in denen man einfach nur staunen kann – über die unberührte Schönheit der Natur, über die Stille, die alles durchdringt, und über das Gefühl, ganz im Hier und Jetzt zu sein.

Einkehrmöglichkeiten: Wärme und Gemütlichkeit im “Platz´l am See”
Nach dieser belebenden Pause führt uns der Weg weiter zur Ostseite des Sees, wo sich eine perfekte Gelegenheit für eine Einkehr bietet. Das “Platz´l am See” in Haller ist eine beliebte Anlaufstelle für Wanderer und Winterfreunde, die sich nach einem ausgedehnten Spaziergang aufwärmen möchten. Schon beim Betreten schlägt uns der wohlige Duft von Kaiserschmarrn und heißem Glühwein entgegen. Die gemütliche Stube ist modern-rustikal eingerichtet, und durch die großen Fenster hat man einen wunderbaren Blick auf die winterliche Landschaft.

Wir bestellen uns eine heiße Schokolade mit Sahne und eine herzhafte Tiroler Knödelsuppe – genau das Richtige, um sich nach der kalten Winterluft wieder aufzuwärmen. Während wir essen, blicken wir durch das Fenster auf die weiße Pracht draußen. Es ist ein herrlicher Kontrast zwischen der gemütlichen Wärme drinnen und der winterlichen Kälte draußen, die das Erlebnis noch besonderer macht.

Der Rückweg: Abendstimmung am Haldensee
Nach unserer Stärkung machen wir uns auf den Rückweg entlang des Nordufers. Die Sonne beginnt langsam, sich hinter den Gipfeln zu senken, und taucht die Landschaft in ein weiches, goldenes Licht. Es ist die vielleicht schönste Tageszeit für eine Winterwanderung – die Schatten werden länger, und die Farben des Himmels wechseln von hellem Blau zu sanften Rosé- und Orangetönen.

Während wir den letzten Abschnitt unserer Wanderung zurücklegen, genießen wir noch einmal die ruhige, friedliche Atmosphäre. Der See liegt nun fast völlig still, die letzten Sonnenstrahlen spiegeln sich im Eis, und eine tiefe Zufriedenheit breitet sich in uns aus. Es war ein Tag voller Natur, Bewegung und wohltuender Wintermagie – ein Erlebnis, das wir mit Sicherheit nicht so schnell vergessen werden.

Die Wanderung im Überblick
Ihr habt Lust bekommen, die Wanderung nach zu wandern? Dann gibt es hier alles noch einmal im Überblick und als GPS-Download
Fazit: Ein Wintermärchen am Haldensee
Die winterliche Wanderung um den Haldensee im Tannheimer Tal ist mehr als nur ein einfacher Spaziergang – sie ist ein echtes Naturerlebnis, das Körper und Seele belebt. Wer sich auf diesen Rundweg begibt, kann die Stille des Winters in vollen Zügen genießen, sich an der unberührten Schönheit der verschneiten Landschaft erfreuen und sich zwischendurch mit Tiroler Spezialitäten verwöhnen lassen.
Für Naturliebhaber, Romantiker und all jene, die dem hektischen Alltag entfliehen wollen, ist diese Tour ein absolutes Muss. Der Haldensee zeigt sich im Winter von seiner schönsten Seite – und wer ihn einmal so erlebt hat, wird immer wieder hierher zurückkehren wollen.

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