Ein rustikales, orange-gelbes Steingebäude mit weiß umrandeten Fenstern steht neben einem hohen, schmalen Turm in Breitungen. Am wolkenverhangenen Himmel darüber fliegen einige Vögel, und das Grün umgibt die reizvollen Gebäude.

Entdecke Schloss Breitungen: Geschichte und Schönheit in Thüringen

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Willkommen in Breitungen! Ein Ort, der auf den ersten Blick vielleicht unscheinbar wirkt, aber schon nach wenigen Minuten offenbart, dass hier mehr verborgen liegt, als man zunächst vermutet. Mitten im idyllischen Werratal gelegen, eingebettet in sanfte Hügel, saftige Wiesen und alte Baumreihen, liegt das Kloster und Schloss Breitungen – eine Anlage, die Geschichte atmet und mit jeder Ecke Lust aufs Entdecken macht.

Wenn Ihr auf der Suche nach einem Ausflugsziel seid, das Natur, Geschichte und ein bisschen Magie verbindet, dann seid Ihr hier goldrichtig. Und das Beste: Es ist nicht überlaufen! Kein Gedränge, keine Warteschlangen – dafür ganz viel Atmosphäre und Ruhe, um einfach mal durchzuatmen. Klingt gut, oder? Dann nehmen wir Euch mit auf einen kleinen Streifzug durch die Jahrhunderte, vorbei an alten Mauern, kunstvollen Details und jeder Menge Geschichten, die hier bis heute lebendig sind. 

Das ehemalige Benediktinerkloster – Wo alles begann

Bevor Breitungen ein Schloss hatte, war hier ein Kloster. Und das hatte es in sich! Bereits im Jahr 1112 wurde das Benediktinerkloster gegründet – also weit über 900 Jahre Geschichte, die sich hier angesammelt haben. Damals war das Kloster ein spirituelles Zentrum der Region. Benediktinermönche lebten nach der berühmten Regel „ora et labora“ – beten und arbeiten – und prägten das geistige, wirtschaftliche und kulturelle Leben rund um Breitungen.

Ein verwittertes, historisches Gebäude in Breitungen mit strukturierten gelben und roten Steinwänden, gewölbtem Eingang und weiß gerahmten Fenstern steht an einem grasbewachsenen Hang unter einem teilweise bewölkten Himmel.

Wenn Ihr heute durch den alten Kreuzgang schlendert, dann könnt Ihr Euch gut vorstellen, wie hier einst Mönche in braunen Kutten flüsterten, Manuskripte abschrieben oder im Klostergarten Heilpflanzen zogen. Die Atmosphäre hat sich über die Jahrhunderte gehalten – es ist ruhig, beinahe andächtig, und dennoch spürt man eine kraftvolle Energie, die von diesen alten Steinen ausgeht.

Historisches Breitungen-Gebäude mit drei runden Türmen und Steinmauern, mit vielen Fenstern mit roten Verzierungen. Bänke säumen den kopfsteingepflasterten Boden und bieten einen Blick auf diesen bemerkenswerten Ort unter einem bedeckten Himmel.

Ein besonderes Highlight ist die romanische Basilika, die trotz späterer Umbauten ihre ursprüngliche Ausstrahlung behalten hat. Massige Pfeiler, kleine Rundbogenfenster und eine herrlich schlichte Architektur machen sie zu einem echten Schmuckstück mittelalterlicher Baukunst. Besonders eindrucksvoll ist das Zusammenspiel von Licht und Schatten im Innenraum – es entsteht eine beinahe mystische Stimmung. Falls Ihr Euch für Geschichte interessiert oder einfach mal ein wenig Stille sucht, dann setzt Euch hier auf eine der alten Bänke und lasst die Zeit für einen Moment stillstehen.

Ein langgestrecktes Steingebäude mit rotem Ziegeldach, Dachgauben und großen Holztüren steht auf einer Wiese in Breitungen, mit einem Kiesweg, verstreuten Bänken und Bäumen unter einem bewölkten Himmel.

Vom Kloster zum Schloss – Ein Ort im Wandel

Im Zuge der Reformation wurde das Kloster im 16. Jahrhundert aufgelöst – und wie so oft, wenn religiöse Gebäude ihren ursprünglichen Zweck verlieren, begann auch hier eine neue Zeitrechnung. Das Kloster wurde säkularisiert und im 17. Jahrhundert zu einem Schloss umgestaltet. Aus dem Ort der Kontemplation wurde ein Wohnsitz für Adelige – und das merkt man bis heute.

Ein auf einer Steinmauer montierter Schild im mittelalterlichen Stil mit einem schwarzen Hahn auf gelbem Grund, einem Zierhelm darüber und dem Text HANN ENBERG links vom Wappen, der an die historische Heraldik von Breitungen erinnert.

Die Architektur wurde erweitert, verfeinert, umgebaut. Neue Flügel kamen hinzu, Fenster wurden vergrößert, Innenräume prachtvoll ausgestattet. Der Renaissance-Stil wurde ergänzt durch barocke Elemente, und wer durch die verschiedenen Teile der Anlage spaziert, kann die architektonische Entwicklung wunderbar nachverfolgen. Hier der romanische Ursprung, dort das höfische Ambiente späterer Zeiten – ein spannender Kontrast, der viel Raum für Fantasie lässt.

Ein historisches Steingebäude in Breitungen mit gemischtem Mauerwerk, bogenförmigen und rechteckigen Fenstern und einem zylindrischen Turmteil, umgeben von Gras und Bäumen unter einem wolkenverhangenen Himmel.

Spannend ist auch die Frage, wie sich das Leben in diesen Mauern verändert hat. Wo früher Psalmen erklangen, wurden nun rauschende Feste gefeiert. An die Stelle von Schweigegelübden traten höfische Intrigen, Repräsentationspflichten und Jagdgesellschaften. Wenn Ihr durch die Schlossräume geführt werdet – was wir Euch sehr empfehlen –, bekommt Ihr einen Einblick in die Wohnkultur vergangener Jahrhunderte.

Ein rustikaler Raum mit Steinmauern in Breitungen mit Holzkisten, einem kleinen Regal mit alten Werkzeugen, einer Korkplatte und gerahmten Papieren an der Wand. Sonnenlicht strömt durch einen Torbogen mit grüner Tür herein.

Besonders sehenswert ist der Festsaal mit seiner Kassettendecke und die aufwendig gestaltete Schlosskapelle. Auch die Schlossküche gibt einen faszinierenden Einblick – riesige Feuerstellen, eiserne Kochutensilien und steinerne Arbeitsplatten erzählen vom Alltag im Adelshaus.

Ein historisches gelbes Gebäude mit mehreren Fenstern und einem schrägen Dach steht neben einer rot gestreiften Mauer in Breitungen, umgeben von grünem Gras und einem Steinweg unter einem bewölkten Himmel.

Die Schlosskirche – Geistlicher Mittelpunkt mit besonderem Charme

Mitten im historischen Ensemble des Klosters und Schlosses Breitungen befindet sich ein echtes Juwel: die Schlosskirche St. Maria und Laurentius. Schon beim Betreten spürt Ihr sofort, dass dieser Ort eine ganz eigene Ausstrahlung hat – ruhig, lichtdurchflutet und voller Geschichte.

Ein historisches Steingebäude in Breitungen mit Rundbogenfenstern und einem markanten Turm mit orangefarbener Spitze steht unter einem teilweise bewölkten blauen Himmel. Das Gebäude besteht aus Mischmauerwerk und hat ein schräges rotes Ziegeldach.

Die Kirche war ursprünglich ein Teil des Benediktinerklosters und wurde im 12. Jahrhundert errichtet, was man ihr bis heute anmerkt. Besonders eindrucksvoll ist die Verbindung aus romanischen und gotischen Elementen, die sich harmonisch ergänzen: Rundbögen treffen auf spitz zulaufende Fenster, massive Säulen auf fein gearbeitete Gewölbe. Die barocke Ausstattung, die später hinzukam, verleiht dem Innenraum zusätzlich einen warmen Glanz.

Ein historisches Steingebäude in Breitungen mit einem hohen, schmalen Turm mit rotem Dach ist von grünen Bäumen unter einem bewölkten Himmel umgeben. Ein Vogel schwebt über dem Gebäude, und ein Kiesweg führt zum Eingang.

Besonders sehenswert ist der prächtige Altar mit seinen vergoldeten Verzierungen und figürlichen Darstellungen – ein echtes Kunstwerk, das nicht nur Gläubige zum Staunen bringt. Auch die Orgel ist ein Highlight: Ihr Klang erfüllt den ganzen Raum und lässt erahnen, wie feierlich hier einst Gottesdienste gefeiert wurden. Heute finden in der Schlosskirche nicht nur kirchliche Zeremonien statt, sondern auch Konzerte und kulturelle Veranstaltungen – ein schöner Beweis dafür, wie lebendig dieser Ort geblieben ist.

Eine Kirche mit rotem Ziegeldach und hohem Turm wird teilweise von Bäumen mit Herbstlaub in Breitungen verdeckt, vor einem bewölkten Himmel und einer Steinmauer im Vordergrund.

Der Schlosspark – grüne Oase mit Weitblick

Was wäre ein Schloss ohne Park? Richtig – nur halb so beeindruckend. Zum Glück bietet das Schloss Breitungen auch in dieser Hinsicht etwas fürs Auge und fürs Herz. Der Schlosspark ist nicht riesig, aber sehr liebevoll gestaltet und ideal für einen kleinen Spaziergang nach der Besichtigung.

Ein altes Steingebäude mit verschnörkelten Fensterrahmen steht neben einer hohen, verwitterten Backsteinmauer in Breitungen, die einen grasbewachsenen Hof unter einem teilweise bewölkten Himmel umschließt. Hinter der Mauer sind Bäume und Sträucher zu sehen.

Alte Bäume, gepflegte Rasenflächen, Blumenbeete und kleine Wege, die sich durch das Gelände schlängeln – hier könnt Ihr wunderbar entschleunigen. Besonders schön ist der Blick hinüber zur Werra, die sich gemächlich durch die Landschaft zieht. Wenn das Licht der Nachmittagssonne durch die Baumwipfel fällt, entsteht eine beinahe romantische Stimmung.

Eine raue, abstrakte Steinskulptur steht auf einer Wiese in der Nähe einer Steinmauer in Breitungen, umgeben von Bäumen. Die Skulptur ruht auf einer großen Steinplatte und Holzblöcken unter einem teilweise bewölkten Himmel.

Und auch historisch hat der Park einiges zu bieten. Einige der Bäume sind über 200 Jahre alt, es gibt Skulpturen und alte Gartenmauern, die noch aus der barocken Phase stammen. Ein besonders lauschiges Plätzchen ist die kleine Lindenallee am Rand des Parks – perfekt, um ein Picknick zu machen oder einfach die Seele baumeln zu lassen. Falls Ihr mit Kindern unterwegs seid, können die sich hier wunderbar austoben. Und wenn Ihr die Augen offen haltet, entdeckt Ihr vielleicht sogar das eine oder andere Eichhörnchen, das durch die Äste turnt.

Auf einer Wiese in Breitungen stehen drei abstrakte Steinskulpturen, einige Bäume mit Herbstlaub und eine alte Steinmauer unter einem teilweise bewölkten Himmel.

Ein Ort für Kultur und Begegnung

Heute ist das Ensemble aus Kloster und Schloss Breitungen nicht nur ein historisches Denkmal, sondern auch ein lebendiger Ort der Kultur. Regelmäßig finden hier Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Märkte statt. Der Veranstaltungskalender ist bunt und abwechslungsreich – vom mittelalterlichen Markt über klassische Musik bis hin zu Kunsthandwerkermärkten ist für jeden etwas dabei. Besonders beliebt ist das jährliche Schlossfest, das Besucher aus der ganzen Region anlockt. Dann erwachen die alten Gemäuer zum Leben: Mit Musik, Tanz, Handwerksständen und regionalen Köstlichkeiten wird gefeiert, was das Zeug hält.

Ein alter Holzkarren mit Metallrädern steht auf grünem Gras vor einem rustikalen Steinhaus mit bogenförmigen und rechteckigen Türen in Breitungen. Im Hintergrund sind Bäume und ein Holzzaun zu sehen.

Was uns besonders gefällt: Die Atmosphäre bleibt dabei immer entspannt und familiär. Keine Massenveranstaltung, sondern liebevoll organisiert und mit Herzblut umgesetzt. Auch als Besucher*in spürt man, dass hier Menschen am Werk sind, denen der Ort am Herzen liegt. Wenn Ihr also die Chance habt, Euren Besuch mit einem dieser Events zu verbinden – unbedingt machen! Es verleiht dem Erlebnis nochmal eine ganz besondere Note.

Ein historisches Steingebäude in Breitungen mit einem gewölbten Eingang, einem runden Turm und vielen Fenstern, von denen einige rosa verziert sind. Der Innenhof ist teilweise von grünen Bäumen beschattet, und an der Mauer steht eine Steinbank.

Extra-Tipp: Das Rußwurmsche Herrenhaus – Ein literarisches Kleinod

Nur einen kleinen Spaziergang vom Schloss Breitungen entfernt, wartet ein echter Geheimtipp auf Euch: das Rußwurmsche Herrenhaus. Es wirkt auf den ersten Blick ein wenig unscheinbar, aber lasst Euch nicht täuschen – hier verbirgt sich ein Ort voller Geschichten, Poesie und Originalität. Das Herrenhaus war über Generationen hinweg Wohnsitz der Familie von Rußwurm, die sich besonders im 18. und 19. Jahrhundert einen Namen gemacht hat. Literarisch, politisch, philosophisch – hier ging es hoch her. Besonders bekannt ist das Haus durch Friedrich von Rußwurm, der als Schriftsteller und Volkskundler wirkte und zahlreiche Werke zur Thüringer Kulturgeschichte veröffentlichte.

Ein traditionelles deutsches Fachwerkhaus in Breitungen mit leuchtend rotem Dach, gelben und braunen Wänden, umgeben von grünen Bäumen und einem Holzzaun davor.

Heute ist das Herrenhaus ein Museum und Erinnerungsort, liebevoll eingerichtet und mit einer Sammlung, die zum Stöbern und Staunen einlädt. Alte Möbel, persönliche Gegenstände, Bücherregale voller Erstausgaben – hier fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt. Besonders schön ist das kleine Arbeitszimmer mit Blick in den Garten, in dem Friedrich von Rußwurm seine Werke schrieb. Es ist ein stiller, inspirierender Ort, an dem man sich gut vorstellen kann, wie hier Gedanken zu Papier wurden.

Ein traditionelles Fachwerkhaus mit einem steilen orangefarbenen Ziegeldach steht hinter einer hohen, dichten grünen Hecke in Breitungen. Der Himmel ist wolkenverhangen, und Bäume umrahmen das Gebäude auf der rechten Seite.

Wenn Ihr also ein Herz für Literatur, Geschichte oder einfach schöne alte Häuser habt – nichts wie hin! Und der Eintritt ist auch noch moderat. Wer will, kann auch an Führungen teilnehmen, die einen noch tiefer in die Welt der Familie von Rußwurm eintauchen lassen. Ein lohnenswerter Abstecher, der Euren Besuch in Breitungen wunderbar abrundet.

Ein traditionelles Haus mit rotem Ziegeldach in Breitungen ist teilweise hinter Bäumen und Sträuchern verborgen. In dem grünen Garten steht eine Holzbank unter einem Baum, und der Himmel ist bedeckt.

Fazit: Breitungen überrascht – und begeistert

Wenn man an große Kulturschätze denkt, kommen einem oft die bekannten Klassiker in den Sinn – Weimar, Eisenach, Erfurt. Doch Breitungen zeigt, dass es sich lohnt, auch mal abseits der bekannten Pfade unterwegs zu sein. Das Kloster und Schloss Breitungen verbindet Geschichte, Architektur, Natur und Kultur auf ganz besondere Weise. Es ist ein Ort, der weder überladen noch inszeniert wirkt, sondern authentisch, ruhig und trotzdem voller Leben. Und mit dem Rußwurmschen Herrenhaus gleich in der Nähe wird aus dem Tagesausflug ein echtes Erlebnis.

Ob Ihr nun gezielt kommt oder Breitungen zufällig auf Eurer Route liegt – bleibt unbedingt stehen, schaut Euch um, taucht ein in die Geschichte dieses besonderen Ortes. Es sind oft die kleinen, versteckten Orte, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und Breitungen gehört ganz klar dazu.

In Breitungen schlängelt sich ein Kiesweg an einem alten Steinhaus mit mehreren Fenstern und einer weißen Tür vorbei und führt zu einer Fachwerkscheune. Grünes Gras und Bäume umgeben das Gelände unter einem wolkenverhangenen Himmel.

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