
Der Kochelsee – Natur, Kultur und ganz viel Entschleunigung
Manchmal reicht ein See, um sich selbst eine kleine Auszeit zu gönnen. Einer wie der Kochelsee – eingebettet in die bayerischen Voralpen, still, klar und umgeben von einer Landschaft, die einem den Atem raubt. Für uns war der Kochelsee genau das: ein Ort zum Ankommen, Loslassen und Auftanken.
In diesem Blogbeitrag nehme ich Euch mit auf eine kleine Reise dorthin – zu türkisfarbenem Wasser, aussichtsreichen Wanderungen, überraschend viel Kultur und Momenten, in denen die Zeit einfach stehenzubleiben schien. Ob als Wochenendtrip oder längerer Aufenthalt: Der Kochelsee ist ein Ziel, das sofort entschleunigt und nachhaltig beeindruckt.
Denn auch wenn wir dem Kochelsee selbst nur einen kleinen Besuch abgestattet haben und das auch noch im kalten Januar, hat uns dieser Ort absolut fasziniert und uns einen Moment die zeit vergessen lassen. Und wir sind uns ganz sicher, dass wir auf jeden Fall noch einmal zu einer wärmeren Jahreszeit hier her zurück kommen werden.
Ankommen am Kochelsee – Ein Ort zum Durchatmen
Der erste Blick auf den Kochelsee ist wie ein tiefes Einatmen nach einer langen, hektischen Woche. Dieses Gefühl, wenn sich hinter jeder Kurve der Anfahrt durchs bayerische Voralpenland die Kulisse ein bisschen mehr öffnet – vom sanften Hügelland zum imposanten Alpenpanorama, das schließlich in das glitzernde Blau des Sees übergeht.
Der Kochelsee ist ein Ort für den man sich ganz bewusst entscheidet, wenn man wieder einmal richtig runterkommen möchte. Keine Großstadt, keine Termine, kein WLAN-Zwang. Stattdessen Natur, klares Wasser und eine Landschaft, die sofort das Herz weit macht. Schon beim Aussteigen aus dem Auto fühlt es sich an wie ein echter Ortswechsel – nicht nur geographisch, sondern auch mental.
Der Kochelsee liegt auf rund 600 Metern Höhe und ist eingerahmt von Bergen wie dem Herzogstand und dem Jochberg – die Kulisse könnte kaum malerischer sein. Dazu ein leichter Wind, der die Wasseroberfläche kräuselt, und Möwenrufe, die einem sofort ein bisschen Meeresgefühl geben. Kurzum: Hier ticken die Uhren etwas anders und das macht diesen Ort zu etwas ganz besonderem. Und selbst bei unserem Besuch im Winter, bei dem auch noch das Wetter nicht so richtig mitspielen wollte, war der Besuch am Kochelsee einfach nur beeindruckend.
Ein Spaziergang entlang des Sees
Wer neu an einem Ort ist, sollte ihn sich zuerst erlaufen. Ein Spaziergang rund um den Kochelsee sollte also auf jeden Fall zu Eurem Ausflug dort hin gehören. Der Rundweg um den See ist zwar nicht ganz durchgängig begehbar, aber die gut ausgebauten Teilstücke laden dazu ein, die Gedanken schweifen zu lassen. Besonders schön ist der Uferweg zwischen Kochel am See und Schlehdorf. Hier wechseln sich Schilfgürtel, kleine Holzstege und offene Buchten ab, an denen man wunderbar verweilen kann. Es riecht nach Wasser, nach Wald und nach Urlaub.
Wir stellen uns vor, wie es hier an einem schönen Sommertag ist. Wenn der Weg immer wieder den Blick freigibt auf das türkisgrüne Wasser und die Berge dahinter – ein Anblick, den man so schnell nicht vergisst. Zwischendurch begegnet man anderen Spaziergängern, Radfahrern oder Menschen mit Picknickdecken, aber es ist nie überfüllt. Gerade das macht den Kochelsee so besonders: Er ist beliebt, aber nicht überlaufen. Wer ein bisschen Zeit mitbringt, entdeckt beim Gehen viele kleine Details – Libellen, die über dem Wasser tanzen, Seerosen in geschützten Ecken oder ein Reiher, der geduldig im Schilf steht.
Da der kalte Wind bei unserem Besuch aber kräftig pustete, mussten wir leider bald wieder umkehren. Doch wir haben es und nicht nehmen lassen, und dick eingemummelt auf einer der vielen Bänke direkt am See nieder zu lassen und einfach nur den Anblick zu genießen. Allein das hat schon gereicht total herunter zu fahren und ich habe sogar total vergessen, noch weitere Fotos zu machen. Ich seht, am Kochelsee kann man den Alltag wirklich total vergessen und einfach nur abschalten

Baden im Kochelsee – Erfrischung mit Aussicht
Wenn Ihr nicht gerade wie wir im Januar hier her kommt, sondern an einem warmen Sommertag, der sollte es sich nicht nehmen lassen, auch ins Wasser zu springen. Bei einem Besuch im Sommer ist das fast schon Pflicht – und ein echtes Highlight!
Der Kochelsee ist ein sogenannter Voralpensee, das heißt: Das Wasser ist glasklar, aber auch ziemlich frisch. Doch gerade das macht den Reiz aus. Es gibt mehrere öffentliche Badeplätze, besonders schön fanden wir das Strandbad in Kochel. Hier kann man sich auf der großen Wiese ausbreiten, ein paar Schwimmzüge im angenehm kühlen Wasser machen oder einfach nur auf den See hinausschauen.
Das Wasser fällt recht flach ab, sodass auch Familien mit Kindern hier eine gute Zeit haben. Und vor allen Dingen ist das Schwimmen im Kochelsee ein echtes Naturerlebnis – ganz ohne Chlorgeruch und mit Blick auf die umliegenden Berge. Danach auf dem Badetuch liegen, die Sonne auf der Haut und das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben – das ist Urlaub pur.
Wandern mit Weitblick – Der Aufstieg zum Herzogstand
Wer den Kochelsee wirklich verstehen will, muss ihn einmal von oben gesehen haben. Wenn Ihr also die Zeit dazu habt, dann empfehle ich Euch, auf den Herzogstand hinauf zu steigen. Dieser Berg gilt als einer der klassischen Münchner Hausberge und bietet eine der schönsten Aussichten im ganzen Voralpenland.
Der Aufstieg beginnt entweder mit der Herzogstandbahn, die einen gemütlich zur Mittelstation bringt, oder – für die Sportlichen – direkt zu Fuß. Oder Ihr wählt einfach eine Mischung: Mit der Bahn hoch und dann zu Fuß weiter bis zum Gipfel.
Die Wege sind gut markiert, aber trotzdem anspruchsvoll genug, um das Herz höher schlagen zu lassen. Immer wieder öffnet sich der Blick auf den Kochelsee, der unten wie ein Juwel in der Landschaft liegt. Am Gipfel angekommen, wird man mit einem Panorama belohnt, das einem die Sprache verschlägt: Der Walchensee auf der einen Seite, der Kochelsee auf der anderen, und dahinter ein Meer aus Bergen.
Also lasst diese Aussicht unbedingt auf Euch wirken und genießt auch das leichte Ziehen in den Muskeln, die der Aufstieg mit sich bringt. Es ist einer dieser Momente, in denen man spürt, wie klein man ist – und wie schön das sein kann.

Kunst und Kultur – Das Franz Marc Museum
Nach so viel Natur darf natürlich auch ein bisschen Kultur nicht fehlen – und was bietet sich da besser an als das Franz Marc Museum in Kochel?
Der berühmte Expressionist hatte eine besondere Beziehung zu dieser Region, und das Museum zeigt nicht nur seine Werke, sondern auch die seiner Künstlerkollegen wie August Macke oder Wassily Kandinsky. Das moderne Gebäude liegt etwas oberhalb des Sees und fügt sich wunderbar in die Landschaft ein. Drinnen ist es ruhig, hell und sehr atmosphärisch. Die Bilder wirken hier besonders intensiv – vielleicht, weil draußen die gleiche Landschaft zu sehen ist, die sie inspiriert hat.
Das schöne an diesem Museum ist, dass man für einen Besuch hier kein Kunstexperten sein muss. Man bekommt einen Zugang zu Franz Marcs Welt – seiner Farbensprache, seiner Liebe zur Natur und seiner Suche nach dem Ursprünglichen. Und man merkt, dass seine Bilder nicht nur Kunst sind, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte.
- Adresse: Franz Marc Park 8-10, 82431 Kochel am See
- Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen | Montag Ruhetag | April bis Oktober 10:00 –18:00 Uhr | November bis März 10:00 – 17:00 Uhr
- Eintritt: Erwachsene 11,00 € | Kinder bis 16 Jahre 2,50 € | Kinder bis 7 Jahre frei
- Weitere Informationen: franz-marc-museum.de
Schlehdorf – Klosterflair und Dorfidylle
Ein echtes Kleinod ist das benachbarte Schlehdorf, das man bequem mit dem Rad oder zu Fuß erreicht. Der Ort wirkt wie aus der Zeit gefallen – mit seinen traditionellen Bauernhäusern, bunten Blumenkästen und einer Ruhe, die man heutzutage kaum noch findet. Herzstück ist das ehemalige Kloster Schlehdorf, das direkt am See liegt und eine ganz eigene Atmosphäre verströmt. Heute ist es ein ökumenisches Tagungshaus, aber die alten Klostermauern erzählen noch immer Geschichten von früher.

Kulinarik am See – Essen mit Aussicht
Natürlich darf bei einer Reise der Genuss nicht zu kurz kommen. Am Kochelsee gibt es zum Glück einige richtig gute Einkehrmöglichkeiten. Besonders empfehlen kann ich Euch das Gasthaus “Zur Post” in Kochel, wo bayerische Küche auf moderne Leichtigkeit trifft. Probiert unbedingt den Zwiebelrostbraten – ein Gedicht! – dazu ein kühles Radler – einfach nur perfekt.
Wer lieber etwas Fischiges mag, sollte unbedingt den Saibling aus dem See probieren, der in einigen Restaurants fangfrisch serviert wird. Auch vegetarische Optionen fehlen nicht – die Region hat kulinarisch einiges zu bieten. Was uns besonders gefallen hat: Das Essen war nicht nur lecker, sondern wurde oft mit regionalen Zutaten zubereitet. Dazu kommt die Aussicht – ob vom Restaurantgarten aus oder direkt von einer Seeterrasse – hier schmeckt’s doppelt gut.
Fazit – Warum sich ein Besuch am Kochelsee wirklich lohnt
Der Kochelsee ist mehr als nur ein hübscher Fleck auf der Landkarte. Er ist ein Ort, an dem man durchatmen, auftanken und staunen kann. Ob bei einer Wanderung auf den Herzogstand, einem erfrischenden Bad im klaren Wasser oder beim Flanieren durch die Gassen von Schlehdorf – hier findet jeder seinen persönlichen Lieblingsplatz.
Die Mischung aus Natur, Kultur und Kulinarik ist einfach stimmig. Und das Beste: Der Kochelsee ist nicht weit entfernt und doch fühlt sich ein Aufenthalt hier an wie eine Reise in eine andere Welt. Wer sich nach Entschleunigung sehnt, ist hier genau richtig. Ich kann nur sagen: unbedingt hinfahren – und einfach mal den See auf sich wirken lassen.

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- Wir haben den Kochelsee während unseres Wellness-Wochenendes in Bad Aibling besucht
- Außerdem waren wir auch am Starnberger See, am Walchensee, am Kloster Benediktbeuern und in Bad Tölz unterwegs
- Und auch den Chiemsee haben wir besucht
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