
Kloster Benediktbeuern – Barock, Berge und Besinnlichkeit
Wenn Ihr einmal raus aus dem Alltag wollt und nach einem Ort sucht, der Kultur, Natur und eine ordentliche Portion Ruhe vereint, dann packt Eure Sachen und macht Euch auf den Weg ins wunderschöne Benediktbeuern. Das kleine Örtchen am Fuße der bayerischen Alpen ist nicht nur ein malerischer Ort zum Durchatmen, sondern beherbergt mit dem Kloster Benediktbeuern auch ein echtes Juwel der bayerischen Klosterlandschaft.
Schon bei der Ankunft fühlt man sich, als würde die Zeit etwas langsamer ticken – und genau das macht den Charme dieses besonderen Ortes aus. Hier herrscht eine wohltuende Gelassenheit, die einen sofort entschleunigt. Der Blick auf die majestätische Benediktenwand im Hintergrund und die saftig grünen Wiesen, durch die sich kleine Wege schlängeln, erzeugen sofort eine tiefe Zufriedenheit. Für alle, die dem Lärm der Stadt entfliehen und neue Energie tanken wollen, ist dieser Ort ein echter Geheimtipp.
Erste Eindrücke – Willkommen in einer anderen Welt
Schon die Anreise nach Benediktbeuern ist ein Erlebnis. Die Strecke – egal ob Ihr mit dem Auto oder mit der Bahn* unterwegs seid – ist nicht nur bequem, sondern führt durch eine traumhafte Landschaft, die Lust auf Natur und Entschleunigung macht. Sobald Ihr in Benediktbeuern ankommt wird klar: Hier läuft alles etwas gemächlicher. Die Luft ist frisch, der Blick frei auf die Benediktenwand und das mächtige Klostergebäude thront in unmittelbarer Nähe. Es wirkt fast surreal – wie eine Filmkulisse, nur echter.
Der Weg zum Kloster führt durch ein charmantes Dorf mit Bauernhäusern, Blumenkästen und kleinen Cafés, die zum Verweilen einladen. Wer mit dem Auto anreist, findet ausreichend Parkmöglichkeiten rund ums Kloster. Auch Radfahrer kommen auf den vielen gut ausgebauten Wegen in der Region voll auf ihre Kosten. Die ersten Schritte durch den Ort lassen einen den Alltag vergessen, und man spürt schnell: Hier ist die Welt noch in Ordnung.

Das Kloster Benediktbeuern – Geschichte trifft Gegenwart
Das Kloster Benediktbeuern blickt auf über 1.250 Jahre Geschichte zurück und gehört zu den ältesten Klosteranlagen Bayerns. Gegründet im Jahr 739, wurde es später von den Benediktinern übernommen und zu einem bedeutenden religiösen und kulturellen Zentrum ausgebaut. Heute leben hier keine Mönche mehr, sondern Mitglieder der Salesianer Don Boscos, die das Kloster als Bildungs- und Begegnungszentrum führen.
Beim Rundgang über das weitläufige Gelände mit seinen gepflegten Innenhöfen, barocken Gebäuden und stillen Ecken merkt man schnell: Hier lebt Geschichte, aber sie ist keineswegs verstaubt. Es gibt Seminarräume, Jugendbildungsstätten, Werkstätten, und das Ganze strahlt eine einladende Offenheit aus, die zum Mitmachen und Mitdenken einlädt.
Besonders spannend ist die Verbindung von Tradition und Moderne: Während die historischen Mauern jahrhundertealte Geschichten erzählen, werden in den modernen Räumen heute Seminare zu Umweltbildung, Pädagogik und sozialem Engagement abgehalten. Es entsteht ein spannender Kontrast, der den Besuch besonders bereichert.

Das Hagel-Desaster 2024 – Verwundbarkeit und Hoffnung
Ein einschneidendes Ereignis in der jüngeren Geschichte des Klosters war der verheerende Hagelsturm im Sommer 2024. Innerhalb weniger Minuten richteten tennisballgroße Hagelkörner massive Schäden an – nicht nur an den Dächern und Fenstern des Klosters, sondern auch an den Gebäuden des Dorfes und der Umgebung. Besonders tragisch: Teile der historischen Fenster der Basilika wurden zerstört, und auch im Bereich des Kreuzgangs entstanden erhebliche Schäden. Beeindruckende Bilder, die man im Inneren der Basilika sehen kann, zeugen von dem immensen Schaden und lassen einem den Atem stocken.

Doch was folgte, war eine beeindruckende Welle der Solidarität. Freiwillige Helfer aus der Region, Spender aus ganz Deutschland und Restauratoren mit Herzblut arbeiteten Hand in Hand, um das Kloster wieder instand zu setzen. Auch bei unserem Besuch waren noch viele Schäden zu entdecken und die Sanierungsarbeiten waren noch in vollem Gange. Doch diese sollten Euch nicht vom Zauber des Ortes ablenken – im Gegenteil: Sie erzählen eine Geschichte von Verletzlichkeit, aber auch von Zusammenhalt und neuer Hoffnung. Dieses Kapitel der Klostergeschichte zeigt, wie tief die Verbundenheit der Menschen mit diesem Ort ist und wie stark die Gemeinschaft in Krisenzeiten zusammensteht.

Die Basilika St. Benedikt – ein barockes Meisterwerk
Einer der absoluten Höhepunkte des Klosterbesuchs ist die Basilika St. Benedikt. Schon beim Betreten des Innenraums stockt einem kurz der Atem. Die prachtvollen Deckenfresken, der reich verzierte Hochaltar und das warme Licht, das durch die Fenster fällt, schaffen eine fast magische Atmosphäre. Besonders beeindruckend ist das Zusammenspiel von Licht und Raum – ein Paradebeispiel für barocke Architektur, die nicht nur beeindrucken, sondern berühren will.
Wer etwas mehr über die Kunstwerke erfahren möchte, kann an einer Führung teilnehmen oder einfach mit offenem Blick durch das Gotteshaus schlendern und auf sich wirken lassen. Neben der kunstvollen Gestaltung überzeugt die Basilika auch durch ihre Akustik, weshalb regelmäßig klassische Konzerte und Orgelaufführungen stattfinden. Wer Glück hat, erlebt vielleicht sogar eine musikalische Probe oder ein Chortraining und kann die eindrucksvolle Klangkulisse live erleben.

Der Kreuzgang – Ruhe im Quadrat
Direkt an die Basilika schließt sich der Kreuzgang an – ein Ort der Stille und Besinnung. Der Kreuzgang ist ein überdachter Gang, der ein Rechteck um einen kleinen Innenhof bildet. Während man über das alte Steinpflaster schlendert, hallen die Schritte leise wider, und der Blick fällt auf schmucklose Türen, kleine Kapellen und kunstvoll gearbeitete Details.
Hier kann man wunderbar zur Ruhe kommen, ein paar Minuten innehalten oder einfach nur den Moment genießen. Die Kombination aus klösterlicher Schlichtheit und geschichtsträchtiger Aura macht diesen Ort zu etwas ganz Besonderem. Im Innenhof blühen saisonal wechselnde Pflanzen, Bänke laden zum Verweilen ein, und oft hört man nur das Zwitschern der Vögel. Der Kreuzgang eignet sich perfekt, um ein kleines Notizbuch auszupacken, Gedanken aufzuschreiben oder einfach nur still zu sitzen und den Alltag hinter sich zu lassen.

Das Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) – Lernen im Grünen
Ein weiterer spannender Teil des Klosters ist das Zentrum für Umwelt und Kultur, kurz ZUK. Es wurde in den 1980er-Jahren gegründet und verbindet Bildung mit Nachhaltigkeit – und das auf eine angenehm praxisnahe und bodenständige Weise. Auf dem Gelände befinden sich unter anderem ein ökologischer Lehrgarten, eine Umweltstation und verschiedene Erlebnisräume, die besonders für Familien mit Kindern spannend sind.
Aber auch Erwachsene können hier viel lernen – über ökologische Zusammenhänge, nachhaltiges Leben oder einfach über die heimische Pflanzen- und Tierwelt. Besonders schön: Viele der Angebote finden draußen statt, mitten in der Natur. Das ZUK arbeitet eng mit Schulen, Universitäten und sozialen Einrichtungen zusammen und bietet regelmäßig Workshops, Seminare und Ferienprogramme an. Wer länger bleiben möchte, kann in den Gästehäusern übernachten und tiefer in die Themen Umwelt und Spiritualität eintauchen.

Spaziergang durch das Klosterdorf von Benediktbeuern– ein Ort zum Verweilen
Wenn Ihr genug vom Staunen habt, lohnt sich ein kleiner Spaziergang durch das Dorf Benediktbeuern. Der Ort ist überschaubar, aber gerade das macht ihn so charmant. Es gibt einige gemütliche Gasthäuser, eine Bäckerei mit fantastischem Kuchen und immer wieder kleine Details am Wegesrand, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern – von geschnitzten Holzbalkonen bis zu handbemalten Hauswänden.
Wer gerne wandert, kann direkt vom Dorf aus zu verschiedenen Touren aufbrechen, etwa hinauf zur Benediktenwand oder zu den Lainbachfällen, die nur einen gemütlichen Spaziergang entfernt liegen. Auch Radfahrer kommen in der Region voll auf ihre Kosten, denn das gut ausgebaute Wegenetz führt durch Wälder, über Felder und zu herrlichen Aussichtspunkten. Besonders schön ist der Benediktbeurer Moos-Rundweg, der durch eine faszinierende Moorlandschaft führt und mit Infotafeln über Flora und Fauna informiert.

Klosterladen und Café – Mitbringsel und Marillenmarmelade
Ein Ausflug wäre nicht komplett ohne einen Besuch im Klosterladen. Hier gibt es nicht nur religiöse Artikel, sondern auch handgemachte Seifen, Tees, Klosterliköre und – mein Favorit – die legendäre Marillenmarmelade aus der klostereigenen Küche. Im angeschlossenen Café könnt Ihr Euch bei einem Cappuccino und einem Stück Kuchen ausruhen, den Blick auf das Kloster genießen und das Erlebte Revue passieren lassen.
Besonders in den Sommermonaten ist die Terrasse des Cafés ein herrlicher Ort, um die Sonne zu genießen. Viele der Produkte im Laden stammen aus eigener Herstellung oder von regionalen Partnern, was den Einkauf gleich doppelt schön macht. Wer ein besonderes Mitbringsel sucht, wird hier garantiert fündig – sei es ein Glas Klosterhonig oder ein handgefertigter Rosenkranz.

Veranstaltungen und Führungen – das Kloster Benediktbeuern lebt
Was viele vielleicht nicht wissen: Das Kloster Benediktbeuern ist nicht nur ein stiller Ort, sondern auch eine lebendige Kulturstätte. Es gibt regelmäßige Konzerte in der Basilika, Lesungen, Vorträge und wechselnde Ausstellungen. Besonders zur Weihnachtszeit und in den Sommermonaten lohnt sich ein Blick in das Veranstaltungsprogramm. Führungen werden fast täglich angeboten – sowohl zur Geschichte des Klosters als auch zu Spezialthemen wie Kräuterkunde oder barocker Kunst.
Es lohnt sich wirklich, eine Führung mitzumachen, denn die Klosterführer erzählen mit viel Herzblut und oft auch einem Augenzwinkern. Darüber hinaus finden auch spirituelle Angebote wie Einkehrtage, Meditationen oder thematische Wochenenden statt, die Besuchern die Möglichkeit geben, tiefer in die klösterliche Atmosphäre einzutauchen. So wird das Kloster Benediktbeuern zu einem Ort, an dem Tradition, Bildung und Begegnung auf inspirierende Weise zusammenfinden.

Fazit – ein Ort, der lange nachhallt
Benediktbeuern ist kein Ort, den man einfach nur besucht und dann abhakt. Es ist ein Ort, den man spürt – mit allen Sinnen. Das Kloster mit seiner langen Geschichte, der Verbindung von Spiritualität und Alltag, der Natur drumherum und den vielen kleinen Begegnungen macht diesen Ausflug zu etwas Besonderem.
Ob als Tagesausflug oder als verlängertes Wochenende – wer einmal hier war, kommt meist wieder. Weil man hier nicht nur etwas sieht, sondern etwas mitnimmt: Ruhe, Weitblick und vielleicht auch ein kleines Glas Marillenmarmelade. Die Eindrücke, die man in Benediktbeuern sammelt bleiben in Erinnerung, und das macht das Kloster zu einem idealen Ausflugsziel.

- Wir haben das Kloster Benediktbeuern während unseres Wellness-Wochenendes in Bad Aibling besucht
- Ganz in der Nähe liegen auch der Starnberger See, der Kochelsee, der Walchensee und Bad Tölz.
- Auch der Chiemsee ist nicht weit entfernt
- Benediktbeuern liegt auch an der Deutschen Alpenstraße, die sich hervorragend für einen Roadtrip eignet
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