
Klütz – Ein verstecktes Juwel an der Ostseeküste
Es gibt Reiseziele, die man schon lange kennt, die in Reiseführern und auf Social-Media-Plattformen in aller Munde sind – und es gibt jene Orte, die sich ihren ganz eigenen, fast geheimnisvollen Zauber bewahrt haben. Klütz, eine kleine Stadt im Nordwesten Mecklenburg-Vorpommerns, gehört ganz klar in die zweite Kategorie.
Zwischen Lübeck und Wismar gelegen, eingebettet in die sanften Hügel des sogenannten „Klützer Winkels“, ist Klütz eine Mischung aus ländlicher Idylle, historischem Erbe und kultureller Vielfalt. Hier verbindet sich die Schönheit der mecklenburgischen Landschaft mit dem Charme einer Stadt, die ihre Geschichte nicht nur konserviert, sondern lebendig hält.
Viele, die nach Mecklenburg-Vorpommern reisen, zieht es zunächst an bekannte Orte wie Rostock, Schwerin oder die Inseln Rügen und Usedom. Doch wer die Region abseits der großen Touristenströme entdecken möchte, sollte Klütz unbedingt einen Besuch abstatten. Denn hier warten ein prachtvolles Barockschloss, eine historische Altstadt, spannende Museen, idyllische Natur und nicht zuletzt die Nähe zu einem der schönsten Strände der deutschen Ostseeküste: Boltenhagen.
Dieser Beitrag nimmt dich mit auf eine ausführliche Reise nach Klütz. Wir entdecken die Geschichte, tauchen ein in das kulturelle Leben, besuchen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, erkunden die Natur und geben praktische Tipps zu Restaurants, Unterkünften und Ausflügen in die Umgebung.
- Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
- Einwohnerzahl: 3.036 (Stand 31. Dezember 2024)
- Anreise: Mit dem Auto über die B105 von Wismar aus, ab Grevesmühlen in Richtung Klütz/Boltenhagen / mit der Bahn* bis zum Bahnhof Grevesmühlen und dann weiter mit dem Bus / nächster Flughafen*: Rostock
- Übernachtung: Meine Empfehlung ist der Naturhof-Goldbeck*. Dieser befindet sich zwar etwas außerhalb des Zentrums, aber man kann von hier aus alles gut erkunden und die Bewertungen sind fabelhaft. Natürlich könnt Ihr auch gerne bei booking.com* stöbern und dort nach der perfekten Unterkunft suchen.

Die Geschichte von Klütz – ein Blick in die Vergangenheit
Bevor wir in die Gegenwart eintauchen, lohnt es sich, die Vergangenheit Klützs näher zu betrachten. Denn kaum eine andere Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern vereint so viel Historie auf engem Raum.
Klütz wurde erstmals im Jahr 1188 urkundlich erwähnt. Die Region gehörte lange Zeit zum Einflussbereich der Bischöfe von Ratzeburg, bevor sie im 14. Jahrhundert Teil des Herzogtums Mecklenburg wurde. Der „Klützer Winkel“ entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten zu einer typischen Gutslandschaft – geprägt von großen landwirtschaftlichen Betrieben, prachtvollen Herrenhäusern und weiten Feldern.
Besonders prägend für die Stadt war der Bau von Schloss Bothmer im 18. Jahrhundert. Graf Hans Caspar von Bothmer, ein Diplomat am englischen Königshof, ließ hier eine der bedeutendsten barocken Schlossanlagen Norddeutschlands errichten. Das Schloss und sein weitläufiger Park prägen bis heute das Bild von Klütz und machen den Ort zu einem Zentrum historischer Architektur in der Region.
Die Altstadt von Klütz erzählt ebenfalls spannende Geschichten: Fachwerkhäuser, alte Speicher, Kopfsteinpflasterstraßen und kleine Plätze erinnern an vergangene Jahrhunderte. Besonders im 19. Jahrhundert erlebte Klütz eine wirtschaftliche Blüte durch Landwirtschaft und Handel.
Heute ist Klütz zwar eine kleine Stadt mit nur wenigen Tausend Einwohnern, doch sie bewahrt ihr historisches Erbe liebevoll und präsentiert es Besuchern auf authentische Weise.
Sehenswürdigkeiten in Klütz – auf Entdeckungstour
Schloss Bothmer – barocke Eleganz
Das Herzstück jeder Klütz-Reise ist ein Besuch im Schloss Bothmer. Wer durch die majestätische Lindenallee schreitet, fühlt sich unweigerlich in eine andere Zeit versetzt. Das Schloss selbst, ein Ensemble aus mehreren Gebäuden, strahlt eine Eleganz aus, die ihresgleichen sucht.

Die Innenräume wurden liebevoll restauriert und bieten heute Einblicke in das Leben des Adels im 18. und 19. Jahrhundert. Originale Möbelstücke, Porträts und Alltagsgegenstände lassen die Vergangenheit lebendig werden. Besonders beeindruckend ist der Festsaal, der noch heute für Konzerte und Veranstaltungen genutzt wird.

Der Schlosspark lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Alte Baumriesen, Wassergräben, Brücken und Wiesen bilden eine harmonische Kulisse. Im Sommer finden hier oft Picknicks, Open-Air-Konzerte oder Theateraufführungen statt – ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Wenn Ihr übrigens noch mehr über das Schloss Bothmer erfahren möchtet, dann solltet Ihr unbedingt bei Travel-See-Xperience vorbei schauen, dort findet Ihr einen sehr ausführlichen Bericht über das Schloss.

Die Altstadt – Kopfsteinpflaster und Fachwerk
Der historische Stadtkern von Klütz ist klein, aber äußerst charmant. Rund um den Marktplatz reihen sich liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser und kleine Geschäfte. Wer durch die engen Gassen schlendert, entdeckt immer wieder hübsche Details: geschnitzte Haustüren, alte Inschriften, verwitterte Schilder.
Besonders schön ist es, die Altstadt morgens zu besuchen, wenn die Sonne über den Dächern aufgeht und das Kopfsteinpflaster in goldenes Licht taucht. Hier spürt man die Ruhe und Gelassenheit, die Klütz so besonders machen.

Das Literaturhaus „Uwe Johnson“ – ein Ort für Bücherfreunde
Das Literaturhaus widmet sich dem Werk des berühmten Schriftstellers Uwe Johnson, der in Mecklenburg aufwuchs und später mit seiner „Jahrestage“-Tetralogie internationale Anerkennung fand.
Die Dauerausstellung präsentiert Manuskripte, Fotos und persönliche Gegenstände des Autors. Darüber hinaus finden regelmäßig Lesungen, Workshops und Gesprächsrunden statt. Für Literaturfreunde ist das Literaturhaus ein echtes Highlight – aber auch für alle anderen Besucher lohnt sich der Abstecher, da es Einblicke in die jüngere deutsche Kulturgeschichte bietet.

Die Kirche St. Marien – gotische Schönheit und stilles Herz der Stadt
Die Kirche St. Marien ist nicht nur ein markantes Bauwerk im Stadtbild von Klütz, sondern auch ein lebendiges Zeugnis der langen Geschichte des Ortes. Sie wurde im 13. Jahrhundert im Stil der norddeutschen Backsteingotik erbaut – einer Bauweise, die in Mecklenburg-Vorpommern weit verbreitet ist und die man in vielen Hansestädten wie Lübeck oder Wismar bewundern kann. Dass eine vergleichsweise kleine Stadt wie Klütz ein so eindrucksvolles Gotteshaus besitzt, zeigt den einstigen Wohlstand der Region.

Von außen besticht die Kirche durch ihre klare gotische Formensprache. Der wuchtige Baukörper aus roten Backsteinen erhebt sich majestätisch über den Dächern der Altstadt. Besonders ins Auge fällt der hohe, schlanke Turm, der mit seiner Spitze schon von weitem sichtbar ist und den Besuchern den Weg weist. Die Fassade ist schlicht, aber elegant gestaltet – typisch für die Backsteingotik, die weniger auf prunkvolle Dekoration als vielmehr auf klare Strukturen setzt.
Betritt man das Innere, wird man sofort von der besonderen Atmosphäre erfasst. Die Kirche ist ein einschiffiger Bau mit einem hohen Gewölbe, das sich leicht und fast schwebend über den Raum spannt. Das Licht fällt durch schmale gotische Fenster, die den Innenraum in ein warmes, fast mystisches Halbdunkel tauchen. Trotz ihrer Größe wirkt die Kirche nicht einschüchternd, sondern strahlt eine tiefe Ruhe aus – ein Ort, der zum Innehalten und Nachdenken einlädt.

Besonders sehenswert ist der spätgotische Flügelaltar, der im 15. Jahrhundert geschaffen wurde. Er zeigt Szenen aus dem Leben Christi und der Heiligen und ist kunstvoll geschnitzt und bemalt. Auch die barocke Kanzel und die Empore zeugen vom handwerklichen Können vergangener Jahrhunderte. Ein weiteres Highlight ist die historische Orgel, die im 18. Jahrhundert eingebaut wurde und bis heute bei Konzerten erklingt. Ihr warmer, voller Klang erfüllt den Raum und sorgt dafür, dass Konzerte in St. Marien zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.

Naturerlebnisse im Klützer Winkel
Fahrradtouren
Die Landschaft rund um Klütz – sanfte Hügel, Felder, Wälder und kleine Dörfer – ist wie gemacht für Radtouren. Beliebte Routen führen von Klütz nach Boltenhagen oder entlang der Steilküste in Richtung Wismar. Unterwegs laden Hofcafés und Gutshäuser zu Pausen ein.
Wanderungen
Auch zu Fuß lässt sich die Region bestens erkunden. Besonders schön sind Wanderungen durch den Schlosspark Bothmer, entlang kleiner Flüsse oder an der nahegelegenen Ostseeküste. Die Steilküste bei Groß Schwansee bietet spektakuläre Ausblicke aufs Meer.
Strandtage in Boltenhagen
Nur wenige Kilometer entfernt liegt das Ostseebad Boltenhagen – mit feinem Sandstrand, einer langen Seebrücke und vielen Möglichkeiten für Wassersport. Wer in Klütz Urlaub macht, sollte unbedingt auch einen Strandtag in Boltenhagen einplanen.

Kulinarik – genießen in Klütz und Umgebung
Restaurants in Klütz
- Restaurant Schloss Bothmer: stilvolle Küche in historischem Ambiente.
- Gasthof Klützer Eck: regionale Spezialitäten, deftige Hausmannskost.
- Cafés in der Altstadt: hausgemachte Kuchen, ideal für eine kleine Pause beim Stadtbummel.
Regionale Spezialitäten
Unbedingt probieren sollte man frischen Fisch aus der Ostsee, Wildgerichte aus den umliegenden Wäldern und traditionelle Kuchen wie „Mecklenburgische Sandtorte“. Viele kleine Hofläden bieten zudem selbstgemachte Marmeladen, Honig oder Käse an.

Unterkünfte – wo man in Klütz übernachten kann
Klütz bietet vor allem viele tolle Ferienhäuser und Ferienwohnungen als Übernachtungsmöglichkeiten an, wie zum Beispiel die Ferienwohnung Hecht* oder der bereits genannte Naturhof-Goldbeck*. Wer nach größeren Hotels sucht, der sollte sich eher in Boltenhagen oder Wismar umschauen. Doch wer sich ganz auf das Naturerlebnis in Klütz einlässt, der wird mit Sicherheit eine tolle, gemütliche Unterkunft* finden, von der aus man zu tollen Abenteuern starten kann.

Ausflüge von Klütz aus
- Wismar: UNESCO-Weltkulturerbe, Backsteingotik, Hafenflair.
- Lübeck: die „Königin der Hanse“ mit Holstentor, Marzipan und einer traumhaften Altstadt.
- Grevesmühlen: kleines Städtchen mit Piraten-Open-Air im Sommer.
- Steilküste Groß Schwansee: Natur pur mit spektakulären Ausblicken.
- Insel Poel: für alle, die noch mehr Strand und Natur erleben möchten.

Praktische Tipps
- Beste Reisezeit: Mai bis September, wenn Natur und Meer besonders einladend sind.
- Dauer des Aufenthalts: 3–5 Tage sind ideal, um Klütz und Umgebung in Ruhe zu erkunden.
- Fortbewegung: Ein Auto oder Fahrrad ist sehr praktisch, um flexibel zu sein.

Fazit – Ein echter Geheimtipp
Klütz ist ein Ort, der auf wunderbare Weise Historie, Kultur und Natur miteinander verbindet. Hier kann man prachtvolle Barockarchitektur bewundern, durch romantische Gassen schlendern, Literatur und Kunst erleben, regionale Spezialitäten genießen und die Nähe zur Ostsee auskosten.
Während andere Urlaubsregionen oft überlaufen wirken, bietet Klütz eine entspannte Atmosphäre, die perfekt ist für alle, die entschleunigen wollen, ohne auf kulturelle Highlights verzichten zu müssen.
Wer Mecklenburg-Vorpommern wirklich kennenlernen will, sollte sich Zeit für Klütz nehmen – es ist ein Ort, der überrascht, inspiriert und noch lange in Erinnerung bleibt.

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