
Die Langkofelscharte ist eine der markantesten Passagen in der Dolomitenwelt. Wer hier unterwegs ist, erlebt in kurzer Zeit eine enorme Vielfalt: schroffe Felswände, enge Scharten, sanfte Almwiesen und immer wieder Panoramen, die das Auge fesseln. Der Einstieg ist komfortabel, denn die Tour beginnt mit einer Busfahrt zur Talstation der Telecabine Gondelbahn Forcella del Sassolungo. Die Gondel überwindet mühelos die ersten Höhenmeter, ehe die zweite Bahn direkt zur Rifugio Toni Demetz führt.
Auf über 2.600 Metern Höhe beginnt dann das eigentliche Abenteuer. Der Weg führt zunächst durch die felsige Scharte zwischen Langkofel und Fünffingerspitze, dann hinab ins Langkofelkar mit seiner beeindruckenden Kulisse. Unterwegs gibt es Möglichkeiten zur Einkehr, wie die Rifugio Vicenza, bevor sich die Landschaft hin zur weiten Seiser Alm öffnet.
Die Wanderung endet an der Williamshütte, bevor die Seilbahn nach Saltria den sanften Ausklang bietet. Diese Kombination aus alpiner Herausforderung und bequemer Infrastruktur macht die Route zu einem idealen Ziel für geübte Bergwandernde, die sowohl hochalpine Eindrücke als auch entspannte Passagen genießen möchten. Gleichzeitig ermöglicht die Streckenführung, in kurzer Zeit viele Facetten der Dolomiten zu erleben – und genau das macht ihren besonderen Reiz aus.
Diese Wanderung ist keine einfache Wanderung, wie Ihr sie hier gewöhnt seid. Die Wanderung ist anspruchsvoll und auch nicht ungefährlich, da Ihr über Felsengeröll in das Tal absteigen müsst. Ihr solltet also unbedingt gute Wanderschuhe* mit einem starken Profil anziehen und sehr trittsicher sein. Auch Wanderstöcke* helfen dabei, den Abstieg zu schaffen.
Und ich muss Euch sagen, ich hatte am nächsten Tag den höllischsten Muskelkater meines Lebens. Denn auch wenn der Ausblick wirklich gigantisch ist, geht es doch fast immer nur bergab. Wenn Ihr nicht sicher seid, ob Ihr diese Wanderung schafft, dann schaut Euch besser andere Wanderungen in Südtirol an.

Rifugio Toni Demetz – Startpunkt in alpiner Höhe
Die Rifugio Toni Demetz ist weit mehr als nur ein Startpunkt. Sie liegt exponiert in der schmalen Langkofelscharte, einer markanten Einsattelung zwischen den massiven Felswänden von Langkofel und Fünffingerspitze. Erreicht wird sie bequem per Gondel, wodurch Sie innerhalb weniger Minuten mitten in hochalpines Gelände gelangen.

Hier, auf rund 2.685 Metern Höhe, umfängt Euch sofort die klare, kühle Bergluft, und der Blick schweift über den Sellajoch-Pass und hinüber zu den Zacken der Sella-Gruppe. Die Hütte selbst ist klein, gemütlich und trägt den Namen des jungen Bergführers Toni Demetz, der 1951 bei einem Rettungseinsatz verunglückte. Sie ist ein Stück gelebter Berggeschichte, bietet einfache Übernachtungsmöglichkeiten und einen idealen Ausgangspunkt für Touren.

Schon beim Betreten der Terrasse wird klar: Diese Tour wird nicht nur ein sportliches, sondern auch ein landschaftliches Erlebnis. Die steilen Felswände und der tiefe Einschnitt der Scharte lassen erahnen, wie geologisch aktiv diese Region einst war. Von hier aus beginnen Sie Ihren Abstieg in eine der eindrucksvollsten Landschaften der Dolomiten, stets begleitet vom Wechselspiel aus Fels, Himmel und Fernsicht.

Durch die Langkofelscharte ins Langkofelkar – Zwischen Fels, Geröll und grandiosem Panorama
Von der Rifugio Toni Demetz beginnt der Abstieg in die Langkofelscharte direkt mit einem landschaftlichen Paukenschlag. Vor Euch öffnet sich ein schmaler, steil eingeschnittener Korridor aus hellgrauem Dolomitenkalk, dessen Wände so hoch aufragen, dass sie den Blick in den Himmel zu einem schmalen Spalt verengen. Der Weg fällt sofort steil ab, und der Untergrund besteht fast ausschließlich aus losem Geröll.

Jeder Schritt muss bewusst gesetzt werden, denn die Steine können leicht ins Rutschen geraten. An manchen Stellen ist der Pfad so schmal, dass man sich auf den Fels zur Seite stützt, um das Gleichgewicht zu halten. Es gibt auch kurze Abschnitte mit festem Fels, auf denen Ihr Euch mit Hilfe der Hände zusätzlich sichern könnt. Nach Regen oder Schneefall ist besondere Vorsicht geboten, da sich der lockere Untergrund schnell in eine rutschige Schicht verwandelt.

Trotz dieser Herausforderungen lohnt sich jeder Blick auf die Felsenwelt, die Euch umgibt. Die Wände von Langkofel und Fünffingerspitze zeigen hier ihre ganze geologische Vielfalt: feine Bänder, scharfe Kanten und gewaltige Platten, die im Morgen- oder Abendlicht in warmen Tönen von Gelb bis Rot leuchten.

Hin und wieder hört Ihr das ferne Klirren von Kletterausrüstung, wenn Bergsteigerinnen und Bergsteiger in den Wänden unterwegs sind. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zur Sellagruppe, deren gezackte Silhouette hinter dem Schartenausgang wie eine zweite Felskulisse wirkt. Dieses Spiel aus Enge, Höhe und Weite macht die Passage zu einem intensiven Naturerlebnis, das Respekt und Staunen gleichermaßen weckt.

Rast an der Rifugio Vicenza – Mitten im Bergparadies
Nach dem steilen Abstieg erreichen Sie auf rund 2.256 Metern die Rifugio Vicenza, auch Langkofelhütte genannt. Eingebettet in eine weite Mulde, thront sie am Fuß der mächtigen Langkofelwände und bietet eine spektakuläre Aussicht – sowohl zurück in Richtung Scharte als auch hinaus ins Tal. Die Hütte ist ein beliebter Treffpunkt für Wandernde und Bergsteigerinnen, die hier eine Pause einlegen, um sich zu stärken. Auf der Sonnenterrasse schmecken Südtiroler Spezialitäten wie Speckbrettl oder Knödel gleich doppelt so gut.

Während der Rast lässt sich das Treiben beobachten: Kletterseilschaften, die an den Wänden unterwegs sind, und Weitwandernde, die die gesamte Langkofelumrundung angehen. Die Rifugio Vicenza ist nicht nur kulinarisch, sondern auch historisch interessant – sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und ist seither ein wichtiger Stützpunkt in der Region.

Wer hier sitzt, kann die einzigartige Akustik des Karraums erleben: das ferne Echo von Stimmen und Steinschlag, der leise Wind, der durch die Felswände zieht. Nach einer ausgiebigen Pause führt der Weg weiter in offeneres Gelände – und mit jedem Schritt verändert sich die Szenerie.

Über die Seiser Alm zur Williamshütte
Hinter der Rifugio Vicenza beginnt der sanftere Teil der Wanderung. Der Weg verlässt das steinige Kar und führt über angenehmere Pfade in Richtung Seiser Alm. Die Vegetation wird dichter, Wiesenflächen dominieren das Bild, und bunte Alpenblumen setzen Farbtupfer in die Landschaft. Immer wieder kreuzen kleine Bäche den Weg, deren klares Wasser in der Sonne glitzert.

In der Ferne rückt der Plattkofel ins Blickfeld, dessen breite Flanken im Wechselspiel von Licht und Schatten besonders eindrucksvoll wirken. Nach einer Weile erreichen Sie die Williamshütte, die auf rund 2.100 Metern liegt. Diese Hütte ist bekannt für ihre große Sonnenterrasse mit Panoramablick über die Seiser Alm und hinüber zu den Dolomitenketten.

Hier lässt sich noch einmal entspannt rasten, bevor der Abstieg beginnt. Die Atmosphäre ist hier ruhiger als an der Rifugio Vicenza – mehr Weite, weniger Felsdrama, dafür der sanfte Charme der Alm. Es ist der perfekte Übergang vom alpinen Teil der Tour zur gemütlichen Ausklangsetappe. Wer mag, kann hier auch regionale Produkte probieren oder einfach den Blick schweifen lassen.

Rückfahrt über Saltria – Bequemer Abschluss einer alpinen Tour
Von der Williamshütte ist es nur ein kurzer Weg zur Seilbahn, die hinunter nach Saltria führt. Die Talfahrt bietet noch einmal einen Perspektivwechsel – aus der Gondel schweift der Blick über Almwiesen, Wälder und die mächtigen Dolomiten im Hintergrund. In Saltria wartet der Bus, der Sie ohne Anstrengung zurück in Richtung Ausgangspunkt bringt. Die Verbindung mit der Umlaufbahn macht die Rückreise besonders angenehm: kein langer Abstieg ins Tal, sondern eine sanfte Fahrt, bei der sich die Eindrücke des Tages setzen können.

Unterwegs lassen sich noch einmal die Gipfel betrachten, die Sie zuvor aus nächster Nähe gesehen haben. Diese bequeme Heimkehr ist einer der Gründe, warum die Tour so beliebt ist – sie erlaubt ein intensives alpines Erlebnis, ohne dass der Rückweg zur Belastungsprobe wird. Stattdessen können Sie entspannt und mit vollen Eindrücken an den Ausgangspunkt zurückkehren. Besonders an heißen Sommertagen ist diese Kombination aus Bergabenteuer und komfortabler Rückfahrt ein unschlagbarer Vorteil.

Die Wanderung durch die Langkofelscharte im Überblick
Ihr habt Lust darauf, diese Wanderung nachzuwandern? Dann gibt es hier alles nochmal in der Übersicht und als GPS-Download. Und ein paar Impressionen packe ich Euch auch noch dazu.
Fazit – Eine ganz besondere Wanderung
Die Wanderung durch die Langkofelscharte ist eine Tour, die Abwechslung und Panorama in idealer Form vereint. Der Start an der Rifugio Toni Demetz bringt Sie sofort in hochalpines Gelände, ohne dass lange Zustiege nötig sind. Der Abstieg durch die Scharte ins Langkofelkar vermittelt echtes Dolomiten-Feeling, und die Einkehr an der Rifugio Vicenza ist ein Höhepunkt für alle, die regionale Küche und Hüttenflair schätzen.

Der sanfte Ausklang über die Seiser Alm und die bequeme Rückfahrt machen die Route auch logistisch attraktiv. Technisch ist sie vor allem im oberen Bereich anspruchsvoll, erfordert also Trittsicherheit und eine gute Grundkondition. Dafür belohnt sie mit landschaftlicher Vielfalt: von schroffen Felsen über blühende Almwiesen bis zu weiten Panoramen.

Wer an einem einzigen Tag möglichst viele Facetten der Dolomiten erleben möchte, findet hier eine Route, die all das bietet – und durch die Kombination von Naturerlebnis, Historie und Komfort zu einem echten Klassiker geworden ist. Eine Tour, die im Gedächtnis bleibt, nicht nur wegen der Bilder, sondern wegen des besonderen Rhythmus von Anstrengung und Entspannung, den sie bietet.

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