Meine Reise zu den 10 schönsten Weihnachtsmärkten in Thüringen
Habt ihr euch schon einmal gefragt, wo Weihnachten eigentlich zu Hause ist? Wenn ihr mich fragt, dann liegt die Antwort ziemlich genau in der Mitte Deutschlands. Thüringen ist für mich nicht nur das Land der Dichter und Denker oder der grünen Wälder – es ist vor allem das Land der Weihnachtstraditionen. Wusstet ihr zum Beispiel, dass der erste öffentliche Weihnachtsbaum in Weimar stand? Oder dass der gläserne Christbaumschmuck, der heute weltweit an den Tannen hängt, in den kleinen Werkstätten von Lauscha erfunden wurde?
Ich habe mich für euch auf eine magische Reise begeben. Ich wollte nicht nur Glühwein trinken, sondern das echte, das ursprüngliche Weihnachtsgefühl finden. Und ich kann euch sagen: Ich habe es gefunden. Zwischen mittelalterlichen Burgen, verschneiten Wäldern und historischen Marktplätzen.
In diesem Beitrag nehme ich euch mit zu den – meiner Meinung nach – schönsten und stimmungsvollsten Weihnachtsmärkten in Thüringen. Macht es euch gemütlich, holt euch eine Tasse Tee (oder Glühwein) und kommt mit mir auf diese Entdeckungstour.
Warum Thüringen im Advent einfach anders ist
Bevor ich euch meine Favoriten im Detail vorstelle, muss ich kurz schwärmen. Warum solltet ihr ausgerechnet nach Thüringen fahren, wenn es doch überall Weihnachtsmärkte gibt?
Ganz einfach: Authentizität.
In vielen Großstädten gleichen sich die Märkte mittlerweile sehr. Die gleichen Stände, die gleiche Musik, der gleiche Kommerz. In Thüringen spüre ich dagegen noch die Geschichte. Die Kulissen sind oft hunderte Jahre alt – sei es der Erfurter Domplatz, die Wartburg oder die Fachwerkhäuser in Schmalkalden. Kein Wunder, gehört doch Thüringen zum Weihnachtsland Mitteldeutschland. Alles steht hier im Zeichen alter Traditionen.
Aber genug der Vorrede. Hier sind meine absoluten Highlights, ausführlich für euch beschrieben.

Der Erfurter Weihnachtsmarkt: Die majestätische Kulisse
Wenn ich an Weihnachtsmärkte in Thüringen denke, ploppt sofort ein Bild in meinem Kopf auf: Das riesige Riesenrad vor den beleuchteten Stufen des Erfurter Doms und der Severikirche. Der Erfurter Weihnachtsmarkt ist einer der schönsten in ganz Deutschland, und das ist keine Übertreibung.
Das Ambiente auf dem Domplatz
Sobald ihr den Domplatz betretet, werdet ihr von der schieren Größe überwältigt sein. Aber trotz der Weitläufigkeit wirkt es hier nie ungemütlich. Das liegt an der cleveren Anordnung der über 200 Holzhäuser. Was ich besonders liebe: Es ist eine echte kleine Stadt in der Stadt.
Das Herzstück ist natürlich der riesige Weihnachtsbaum (jedes Jahr eine echte, riesige Rotfichte aus den Thüringer Wäldern) und die fast lebensgroße Weihnachtskrippe. Die Figuren sind handgeschnitzt und wirklich beeindruckend. Ich bleibe jedes Mal minutenlang stehen und bewundere die Details.
Der verzauberte Märchenwald
Für mich ist das Highlight – auch wenn ich längst aus dem Kindesalter raus bin – der Märchenwald. Er liegt direkt auf dem Domplatz. Hier haben Erfurter Künstler Szenen aus bekannten Märchen nachgestellt. Die Figuren bewegen sich, erzählen ihre Geschichten, und man fühlt sich sofort in die eigene Kindheit zurückversetzt. Es ist dieser nostalgische Charme, der Erfurt so besonders macht.
Kulinarik und Handwerk
Was ihr in Erfurt unbedingt probieren müsst: Das Erfurter Schittchen. Das ist ein stollenartiges Gebäck, das hier eine extrem lange Tradition hat (urkundlich schon im 14. Jahrhundert erwähnt!). Ich kaufe mir immer eins für den Heimweg und eines zum direkten Verzehr. Neben der obligatorischen Bratwurst findet ihr hier auch viel Thüringer Handwerkskunst. Blaudruck-Textilien und Töpferwaren sind hier keine billigen Importe, sondern oft echte regionale Arbeit.
Mein Tipp für Euch: Geht nicht nur über den Markt, sondern steigt die berühmten Domstufen hinauf. Etwa auf halber Höhe oder ganz oben habt ihr den perfekten Blick über das Lichtermeer. Wenn ihr zur „blauen Stunde“ dort seid (kurz nach Sonnenuntergang), gelingen euch die spektakulärsten Fotos für Instagram oder das Familienalbum.

Der Historische Weihnachtsmarkt auf der Wartburg: Mittelalter pur
Jetzt wird es Zeitreise-mäßig. Wenn ihr in Eisenach seid, müsst ihr hoch zur Wartburg. Und an den Adventswochenenden verwandelt sich dieses UNESCO-Weltkulturerbe in den „Historischen Weihnachtsmarkt auf der Wartburg“.
Eine Atmosphäre wie im Film
Ich sage euch, das hier ist kein normaler Weihnachtsmarkt. Sobald ihr durch die Tore der Burg schreitet, seid ihr im Mittelalter. Es gibt fast kein elektrisches Licht, stattdessen Fackeln, Feuerkörbe und Laternen. Die Händler sind nicht einfach Verkäufer, sie sind Gewandmeister, Glasbläser, Seifensieder und Gaukler in historischen Kostümen.
Ich liebe es, dem Steinmetz bei der Arbeit zuzusehen oder mir vom fahrenden Musikanten eine alte Weise vorspielen zu lassen. Es riecht nach Holzfeuer, heißem Met und frisch gebackenem Brot. Die Mauern der Wartburg, in denen einst Martin Luther das Neue Testament übersetzte, geben dem Ganzen eine Schwere und Bedeutung, die man schwer beschreiben kann. Es ist ehrfürchtig und fröhlich zugleich.
Der große Festsaal
Was viele vergessen: Der Eintritt zum Weihnachtsmarkt beinhaltet oft auch den Zugang zur Burg und dem großen Festsaal. Ich nutze das immer, um mich zwischendurch aufzuwärmen. Dort finden oft Konzerte statt – Adventsmusik in dieser Akustik ist ein Gänsehaut-Moment, den ich euch sehr ans Herz lege.
Wichtig zu wissen: Da die Wartburg oben auf dem Berg liegt, ist die Anreise ein kleines Abenteuer. Ihr könnt zwar hochlaufen (sehr romantisch, aber steil!), aber es gibt auch einen Shuttle-Service ab Eisenach. Der Markt findet in der Regel nur an den Adventswochenenden statt und kostet Eintritt – aber glaubt mir, jeder Cent lohnt sich für dieses Erlebnis.
Mein Tipp für euch: Probiert den heißen Met direkt aus dem Tonbecher. Er schmeckt hier oben, mit dem Wind um die Nase und dem Blick über den Thüringer Wald, einfach doppelt so gut. Und besucht unbedingt den Burghof nach Einbruch der Dunkelheit – die Beleuchtung der alten Mauern ist mystisch.
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3. Die Weimarer Weihnacht: Wo alles begann
Weimar ist die Stadt der Klassik, und genau so fühlt sich auch der Weimarer Weihnachtsmarkt an: stilvoll, kulturell und ein bisschen ruhiger als der Trubel in Erfurt.
Der Marktplatz und der erste Weihnachtsbaum
Wie ich eingangs erwähnte: In Weimar stand 1815 der erste öffentliche Weihnachtsbaum Deutschlands. Buchhändler Hoffmann tat dies, um armen Kindern eine Freude zu machen. Diese Tradition wird in Weimar hochgehalten. Der Baum auf dem Marktplatz ist riesig und steht im Zentrum des Geschehens.
Ich schätze an Weimar besonders die Eleganz. Die Hütten ziehen sich vom Marktplatz bis zum Theaterplatz (wo das berühmte Goethe-und-Schiller-Denkmal steht). Die Beleuchtung ist warm und nicht so grell blinkend. Es passt zur Architektur der Stadt.
Eisbahn und Meißner Porzellan
Ein Highlight für mich ist die Eisbahn auf dem Theaterplatz. Schlittschuhlaufen direkt vor dem Nationaltheater, unter den Augen von Goethe und Schiller – das hat schon was. Eine weitere Besonderheit, auf die ihr achten solltet: Das Rathaus wird zum Adventskalender umfunktioniert. Jeden Tag öffnet sich ein Fenster. Und lauscht mal genau hin: In Weimar erklingt regelmäßig ein Glockenspiel aus echtem Meißner Porzellan. Dieser feine, klare Klang passt perfekt in die kalte Winterluft.
Handwerk und Design
Da Weimar auch die Wiege des Bauhauses ist, findet ihr auf dem Weihnachtsmarkt oft Stände, die Design und Handwerk verbinden. Ich stöbere hier gerne nach Geschenken, die nicht “von der Stange” sind. Es gibt oft tollen Schmuck und hochwertige Holzspielwaren.
Mein Tipp für euch: Verbindet den Weihnachtsmarktbesuch mit einem Spaziergang durch den Park an der Ilm zu Goethes Gartenhaus. Wenn Schnee liegt, ist die Ruhe dort unten am Fluss ein wunderbarer Kontrast zum Markt. Danach wärmt ihr euch mit einer „Weimarer Zwiebelsuppe“ auf dem Markt wieder auf.
Der Lauschaer Kugelmarkt: Die Heimat der Christbaumkugel
Jetzt nehme ich euch mit in den tiefen Thüringer Wald, in den Süden. Nach Lauscha. Dieser Ort und der Lauschaer Kugelmarkt sind ein absolutes Muss für jeden Weihnachtsfan, denn hier, so sagt man, wurde die gläserne Christbaumkugel erfunden, weil sich ein armer Glasbläser keine teuren Nüsse und Äpfel leisten konnte.
Kein gewöhnlicher Markt
Der Lauschaer Kugelmarkt ist speziell. Er findet meist nur an den ersten beiden Adventswochenenden statt. Hier geht es fast ausschließlich um Glas. Die ganze Stadt verwandelt sich in eine einzige Meile aus Glasbläserkunst. Ich habe noch nie so viele verschiedene Formen und Farben von Weihnachtsschmuck gesehen wie hier.
Ihr könnt den Glasbläsern in ihren Werkstätten (den Hüttenwerken) direkt über die Schulter schauen. Es ist faszinierend zu sehen, wie aus einem glühenden Klumpen Glas filigrane Vögel, Zapfen oder Kugeln entstehen. Die Hitze der Öfen, der Geruch der Werkstätten – das ist Handwerk hautnah.
Für Sammler und Liebhaber
Wenn ihr euren Weihnachtsbaum zu Hause aufwerten wollt, ist das der Ort (“Place to be”). Ich kaufe mir jedes Jahr ein besonderes Stück dazu. Es gibt hier nicht nur den klassischen roten und goldenen Schmuck, sondern auch moderne Designs und antike Nachbildungen.
Es ist kein riesiger Party-Markt mit Fahrgeschäften. Es ist ein Markt zum Staunen und Kaufen. Der Ort selbst liegt eng im Tal, was eine sehr kuschlige Atmosphäre schafft.
Mein Tipp für euch: Besucht unbedingt das Museum für Glaskunst in Lauscha. Dort lernt ihr die ganze Geschichte hinter dem Christbaumschmuck. Und fahrt mit der Bahn an! Die Strecke durch den Thüringer Wald ist im Winter oft tief verschneit und sieht aus wie eine Modelleisenbahn-Landschaft.

Schmalkalder Herrscheklasmarkt: Fachwerk-Romantik
Schmalkalden ist oft ein unterschätztes Juwel. Dabei bietet die Stadt eine der am besten erhaltenen Fachwerk-Altstädte Deutschlands. Der Weihnachtsmarkt hier heißt „Herrscheklasmarkt“.
Was ist der Herrscheklas?
Der Name kommt von einer alten Tradition. Der „Herrscheklas“ ist eine Nikolaus-ähnliche Figur. Diese lokale Verwurzelung gefällt mir sehr. Der Markt findet auf dem Altmarkt statt, umrahmt von der Stadtkirche St. Georg und wunderschönen Fachwerkhäusern.
Wenn es dunkel wird und die Fachwerfassaden angestrahlt werden, wirkt der Platz wie eine Theaterkulisse. Es ist alles etwas kleiner und familiärer als in Erfurt, aber genau das macht den Reiz aus. Ich fühle mich hier nie gehetzt.
Schloss Wilhelmsburg
Ein Abstecher zum Schloss Wilhelmsburg, das über der Stadt thront, ist Pflicht. Auch dort gibt es oft kleine adventliche Veranstaltungen. Der Weg durch die Gassen hinauf hilft außerdem, Platz für die nächste Bratwurst zu schaffen.
Mein Tipp für euch: In Schmalkalden gibt es hervorragende Nougat-Spezialitäten (Viba kommt aus der Stadt). Haltet Ausschau nach Ständen mit Nougat – ein heißer Nougat-Trunk ist eine sündhaft leckere Alternative zum Glühwein und wärmt von innen wie eine flüssige Praline.

Der Meininger Weihnachtszauber: Festliche Bühne für Genießer
Nur ein Stückchen weiter werraabwärts liegt Meiningen. Und wer Meiningen kennt, weiß: Hier dreht sich alles um Kultur und Theater. Genau dieses Flair spürt ihr auch auf dem Weihnachtsmarkt, der passenderweise „Meininger Weihnachtszauber“ heißt.
Kulisse vor der Stadtkirche
Der Markt konzentriert sich rund um den Marktplatz und die imposante Stadtkirche. Was ich an Meiningen liebe, ist die Ruhe. Es ist weniger gedrängt als anderswo. Die Beleuchtung ist oft sehr kunstvoll installiert – man merkt einfach, dass dies eine Theaterstadt ist, die weiß, wie man Dinge ins rechte Licht rückt. Ein Hingucker ist die große Weihnachtspyramide. Ich treffe mich dort gerne mit Freunden, weil sie der perfekte Orientierungspunkt ist, wenn man sich im Glühweinduft mal aus den Augen verliert.
Der Adventskalender der Bibliothek
Ähnlich wie in Suhl, aber auf seine ganz eigene, literarische Art, hat auch Meiningen einen besonderen Adventskalender. Er befindet sich an der Stadtbibliothek „Anna Seghers“. Die Fensteröffnung wird oft mit kleinen Geschichten oder märchenhaften Elementen zelebriert. Das passt perfekt zur Stadt der Dichter und Schauspieler.
Eislaufen und der Töpfemarkt
Für die Aktiven unter euch: Meiningen hat oft eine Eislaufbahn direkt am Markt. Es gibt kaum etwas Schöneres, als ein paar Runden auf dem Eis zu drehen, während einem der Duft von gebrannten Mandeln in die Nase steigt. Ein kleiner Geheimtipp von mir ist der Bereich am Töpfemarkt (achtet auf die Ankündigungen, manchmal ist dieser Bereich nur am Wochenende geöffnet oder als „Weihnachtswald“ gestaltet). Hier geht es oft etwas alternativer und handwerklicher zu. Feuerschalen, Keramik und weniger „Bling-Bling“ – perfekt für alle, die das Ursprüngliche suchen.
Mein Tipp für euch: Meiningen ist die Stadt der „Thüringer Klöße“ (dank des berühmten Kloß-Liedes und dem Kloß-Museum, ja, das gibt es wirklich!). Nutzt den Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, um in einem der umliegenden Gasthäuser echte Meininger Klöße mit Roulade zu essen. Das ist Soulfood pur im Winter! Und spaziert anschließend durch den Englischen Garten – im Schnee sieht der Park aus wie eine Postkarte.

Der Suhler Chrisamelmart: Stollen, Märchen und ein riesiger Adventskalender
Wenn ihr schon im Thüringer Wald seid, dürft ihr einen Markt auf keinen Fall verpassen, der einen der charmantesten Namen überhaupt trägt: Den Suhler Chrisamelmart.
Was bedeutet eigentlich „Chrisamel“?
Ich liebe Dialekte, und hier lernt ihr gleich ein wichtiges Wort. „Chrisamel“ kommt vom Thüringer „Christstollen“. Und genau so schmeckt dieser Markt auch: nach Rosinen, Mandeln, Puderzucker und Tradition. Der Markt im Zentrum von Suhl hat eine unheimlich urige Atmosphäre. Anders als auf den weiten Plätzen in Erfurt, fühlt es sich hier zwischen den eng stehenden Holzhütten sehr behaglich („kuschlig“) an.
Das Rathaus als riesiger Adventskalender
Das absolute Highlight, für das ich immer gerne stehen bleibe, ist das historische Rathaus. In der Adventszeit verwandelt sich die komplette Fassade in einen gigantischen Adventskalender. Jeden Tag wird hier ein Fenster geöffnet – und das ist nicht nur für Kinder ein Spektakel. Es hat etwas sehr Beruhigendes, inmitten des Trubels kurz innezuhalten und nach oben zu schauen.
Wichtel und Handwerk
Suhl legt großen Wert auf das „Mitmach-Gefühl“. Es gibt oft Bastelhütten und die berühmten Wichtelhütten, die besonders liebevoll dekoriert sind. Was mir hier besonders gut gefällt: Da Suhl mitten im Wald liegt, ist das Angebot an Holzkunst und traditionellem Handwerk sehr authentisch. Hier kauft ihr keinen Plastikkitsch, sondern Dinge, die mit Herz gemacht wurden.
Mein Tipp für euch: Probiert unbedingt den Suhler Stollen (das „Chrisamel“). Er ist oft etwas saftiger und kräftiger im Geschmack als der Dresdner. Und wenn ihr durchgefroren seid: Das Waffenmuseum in Suhl ist weltberühmt und eine spannende Indoor-Alternative, um sich aufzuwärmen und etwas über die Geschichte der Stadt zu lernen.

Jenaer Weihnachtsmarkt: Turmblasen und Lichterglanz
Jena, die junge Studentenstadt, hat einen Weihnachtsmarkt, der Tradition und Lebendigkeit verbindet. Er findet auf dem historischen Marktplatz statt, direkt vor dem Rathaus (“Hanfried”).
Das Turmblasen
Was ich in Jena besonders liebe, ist das tägliche Turmblasen. Jeden Nachmittag öffnet sich ein Fenster im Rathausturm und Musiker spielen Weihnachtslieder. Alle Leute auf dem Markt halten kurz inne, schauen nach oben und lauschen. Das ist so ein Moment der Entschleunigung mitten im Weihnachtstrubel.
Der historische Markt am Faulloch
Ein echter Geheimtipp innerhalb Jenas ist der historische Weihnachtsmarkt am Faulloch (zwischen Johannistor und Pulverturm). Das ist ein separater Bereich, der ähnlich wie auf der Wartburg mittelalterlich gestaltet ist. Hier gibt es Bogenschießen, Feuerschalen und Handwerker. Ich gehe hier besonders abends gerne hin, weil die Beleuchtung durch das Feuer einfach unglaublich gemütlich ist.
Mein Tipp für euch: Jena liegt im Saaletal und ist oft etwas milder, aber auch windiger. Zieht euch warm an! Und probiert die lokalen Senf-Spezialitäten an den Ständen. Thüringer essen Senf zu fast allem, und hier gibt es oft ausgefallene Sorten zu kaufen.
Der Märchenmarkt in Gera: Wo Geschichten erzählt werden
Gera hat sich etwas Besonderes einfallen lassen, um sich abzuheben: Den Märchenmarkt. Wenn ihr mit Kindern unterwegs seid (oder selbst das Kind in euch bewahrt habt), ist Gera eine Top-Adresse.
Figuren überall
In der ganzen Innenstadt sind lebensgroße, handgefertigte Märchenfiguren verteilt. Rotkäppchen, der gestiefelte Kater, Schneewittchen – ihr begegnet ihnen überall. Ich finde es macht großen Spaß, von Figur zu Figur zu laufen und zu raten, welches Märchen dargestellt ist.
Der Markt selbst zieht sich vom Marktplatz bis zum Museumsplatz. Er ist weitläufig und sehr stimmungsvoll beleuchtet. Besonders schön finde ich die Lichtinstallationen, die Gera in den letzten Jahren immer weiter ausgebaut hat.
Mein Tipp für euch: Achtet auf das Glockenspiel vom Rathausturm und genießt den Blick auf die schönen Giebelhäuser am Markt. Gera wird oft unterschätzt, aber zur Weihnachtszeit putzt sich die Stadt wirklich heraus.

Fazit: Thüringen ist das Weihnachtsland
Wenn ich nun am Ende meiner Reise durch das weihnachtliche Thüringen zurückblicke, bleibt vor allem eines: das Gefühl von tiefer, ehrlicher Gemütlichkeit. Es ist beeindruckend, wie unterschiedlich und doch harmonisch sich dieses Bundesland im Advent präsentiert. Ihr findet hier nicht den einen „Standard-Markt“, sondern eine faszinierende Bandbreite – vom majestätischen Lichterglanz vor dem Erfurter Dom über die mystische Mittelalter-Stimmung auf der Wartburg bis hin zur intimen Fachwerk-Romantik in Schmalkalden oder Meiningen. Was mich jedoch am meisten berührt hat, ist die Authentizität. In Thüringen wirkt nichts künstlich aufgesetzt. Die Traditionen, sei es die Glasbläserkunst aus Lauscha oder das tägliche Turmblasen, sind tief verwurzelt und werden mit echtem Stolz gelebt.
Dazu kommt dieser unvergleichliche Duft, der in den Gassen hängt: Eine Mischung aus dem Rauch der Holzkohlegrills, frisch gebackenem Stollen und würzigem Glühwein. Thüringen schafft es, euch kulinarisch zu verwöhnen und gleichzeitig emotional zu erden. Es ist für mich der Beweis, dass Weihnachten nicht laut und schrill sein muss, sondern am schönsten ist, wenn es historisch gewachsen und herzlich ist. Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr genau diese Wärme zwischen den verschneiten Hügeln und beleuchteten Giebeln selbst erlebt. Thüringen im Winter ist keine einfache Reise, es ist eine Erinnerung, die bleibt.

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