
Entdecke den Gespensterwald Nienhagen: Magie am Meer erleben
Wenn Ihr an der Ostseeküste bei Rostock entlangspaziert und plötzlich das Gefühl habt, mitten in eine andere Welt zu geraten, dann seid Ihr vermutlich gerade in Nienhagen angekommen. Genauer gesagt im Gespensterwald. Der Name klingt nach Gruselgeschichte – und genau das macht diesen Ort so faszinierend. Ein Küstenwald direkt auf einem Steilufer, durchzogen von windgepeitschten Buchen und knorrigen Eichen, deren Äste sich winden, als wollten sie Euch etwas zuflüstern. Klingt dramatisch? Ist es auch. Und gleichzeitig ist es einfach wunderschön.
Besonders mystisch ist es im Gespensterwald, wenn das Licht gerade so durch die Baumkronen bricht und der Nebel über der Ostsee hängt. Dann ist die Stimmung hier fast schon unheimlich schön. Der Wald hat etwas Verwunschenes. Man spürt regelrecht, wie die Natur hier ihr ganz eigenes Schauspiel inszeniert. Kein Wunder, dass sich so viele Geschichten um diesen Ort ranken.
Aber auch bei schönem sonnigem Wetter wie bei unserem Besuch, hat der Gespensterwald Nienhagen etwas ganz besondere. Also kommt mit mir auf einen Streifzug durch den Gespensterwald – mit Tipps, Eindrücken und jeder Menge Begeisterung für diesen ganz besonderen Fleck an der deutschen Küste.

Wo liegt der Gespensterwald eigentlich – und wie kommt man hin?
Der Gespensterwald gehört zum kleinen Ostseebad Nienhagen in Mecklenburg-Vorpommern – einem ruhigen, eher beschaulichen Ort zwischen Heiligendamm und Warnemünde. Wenn Ihr also eh mal in der Gegend seid – vielleicht im Urlaub an der Küste, auf einem Städtetrip nach Rostock oder unterwegs auf dem Ostsee-Radweg – dann lohnt sich ein Abstecher auf jeden Fall. Der Wald liegt direkt am Steilufer, keine fünf Minuten zu Fuß vom Ortszentrum entfernt. Praktischer geht’s kaum.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Wald zu erreichen: zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto. Parkplätze (z.B. Kliffstraße 54, 18211 Nienhagen) sind vorhanden, allerdings nicht riesig – in der Hauptsaison kann’s also voll werden. Ich empfehle Euch, entweder früh am Morgen oder am späten Nachmittag herzukommen. Dann habt Ihr nicht nur die schönsten Lichtverhältnisse, sondern auch die größte Chance, den Wald in seiner ganzen mystischen Ruhe zu erleben. Der Spaziergang selbst ist entspannt: breite Wege, keine großen Steigungen – und wenn Ihr mögt, könnt Ihr den Besuch auch mit einem Strandspaziergang kombinieren. Denn der Wald liegt direkt oberhalb der Ostsee – mit atemberaubendem Blick aufs Wasser.

Leider wir der Weg durch den Gespensterwald auch als Radweg genutzt, was leider nicht zu einem gemütlichen Spaziergang beiträgt, den Rücksicht scheint teilweise unbekannt sein. Selbst am Hund (den wir natürlich angeleint hatten) wird mit voller Fahrt auf dem Rad ganz knapp vorbei gefahren. Fast wäre es sogar zu einem Unfall gekommen. Es ist wirklich schade, dass man hier anscheinend nicht einfach gemütlich nebeneinander leben kann. Uns hat es den Spaziergang jedenfalls leider vermiest und wir sind dann lieber woanders spazieren gegangen.

Warum heißt der Wald überhaupt „Gespensterwald“?
Na, das liegt wohl auf der Hand – oder? Schon beim ersten Anblick wird klar: Das hier ist kein gewöhnlicher Wald. Die Bäume sehen aus, als wären sie aus einem alten Märchenbuch entsprungen. Ihre Stämme sind oft verdreht, ihre Äste lang und spindeldürr, manche wirken wie in sich zusammengesunken oder schief gewachsen. Kein Wunder – hier an der Steilküste weht der Wind kräftig und salzig, die Gischt der Ostsee zieht durch die Kronen, und der raue Küstenboden tut sein Übriges. Die Natur hat hier ganze Arbeit geleistet. Aus jungen, geraden Buchen wurden mit der Zeit knorrige Windflüchter – jede für sich ein kleines Kunstwerk.

Im Nebel oder bei tief stehender Sonne entsteht dadurch eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen zauberhaft und gespenstisch pendelt. Kein Wunder also, dass der Volksmund irgendwann den Begriff „Gespensterwald“ geprägt hat. Wer einmal bei Dämmerung durch diesen Wald gegangen ist, weiß: Da knackt und rauscht es, Schatten huschen über den Weg, und die Fantasie geht gern mal auf Wanderschaft. Ich persönlich fand’s weniger gruselig als faszinierend. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass man sich hier auch mal ein bisschen erschreckt – besonders, wenn der Wind gerade durch die Äste pfeift.

Die Magie des Lichts – ein Ort für alle Sinne
Was den Gespensterwald für mich so besonders macht, ist das Licht. Klingt banal, aber Ihr müsst es selbst erlebt haben: Wenn die Sonne durch die Blätter scheint, werfen die verdrehten Äste wilde Schatten auf den Boden. Morgens liegt noch Tau auf dem Moos, das Licht ist kühl und klar. Abends dagegen glüht der Wald regelrecht – besonders im Herbst, wenn die Blätter in warmen Farben leuchten. Und bei Nebel? Dann verschwimmt alles, wird weich und geheimnisvoll. Die Konturen der Bäume lösen sich auf, und man sieht nur noch Silhouetten – wie aus einer anderen Welt.

Also setzt Euch einfach einmal auf eine Bank mit Blick zur Ostsee und lasst diese einmalige Natur auf Euch wirken. Lauschen. Riechen. Staunen. Und genau das macht diesen Ort so besonders: Er zwingt einen, langsamer zu werden. Nichts drängt hier zur Eile – bis auf die stressigen Radfahrer. Einfach nur Natur pur. Man kann hier wunderbar spazieren, träumen, sich verlieren. Und wenn man die Augen schließt, hört man nur das Rauschen der Blätter und das leise Tosen der Wellen unten am Strand. Magisch.

Ideal für Spaziergänge – aber bitte mit Rücksicht
Der Gespensterwald ist kein Nationalpark, aber trotzdem ein geschützter Naturraum – und das merkt man auch. Es gibt markierte Wege, die gut in Schuss gehalten werden, und überall kleine Infotafeln, die über Flora, Fauna und die Geschichte des Waldes informieren. Wer hier durchmarschiert, sollte das also nicht wie auf einer Asphaltstraße tun. Sondern mit Achtsamkeit. Der Boden ist empfindlich, manche Wurzeln liegen frei, und die Steilküste ist an manchen Stellen brüchig – also bitte nicht zu nah an den Rand gehen.

Auch Tiere fühlen sich hier wohl – ich habe Rehe gesehen, jede Menge Vögel gehört und eine Gruppe Kaninchen aufgeschreckt. Wer mit Hund unterwegs ist, sollte ihn also lieber an die Leine nehmen. Und bitte, bitte keinen Müll hinterlassen! Klingt selbstverständlich, ist es aber leider nicht immer. Der Wald lebt davon, dass wir ihn in Ruhe lassen – und ihn einfach so erleben, wie er ist: wild, eigenwillig, wunderschön. Wer das versteht, wird mit einem unvergesslichen Naturerlebnis belohnt.

Ich hoffe, dass auch das von Nienhagen aus etwas in Punkto Radfahrer unternommen wird. Viele fahren einfach drauf los, ohne Rücksicht auf die Natur oder andere Besucher. Ich denke, hier wird sehr viel dieses magischen Ortes kaputt gemacht, was wirklich sehr schade ist. Zumal es auch für die Radfahrer selbst (zumindest in dem Teil, in dem wir unterwegs waren), nicht ganz ungefährlich ist.

Die perfekte Tageszeit – und warum Ihr im Herbst unbedingt kommen solltet
Wenn Ihr mich fragt, gibt es zwei Tageszeiten, die für einen Besuch im Gespensterwald besonders gut geeignet sind: frühmorgens und am späten Nachmittag. Morgens ist es noch still, oft liegt Nebel über dem Wald, und Ihr habt die Wege fast für Euch allein. Nachmittags dagegen kommt das warme Licht von der Seite und taucht die Bäume in goldene Töne.

Besonders im Herbst, wenn das Laub bunt wird und Nebel gang und gäbe ist, wirkt der Gespensterwald Nienhagen einfach spektakulär. Denn dann trägt die Natur noch sehr zu der Magie dieses Ortes bei. Wenn Ihr also die Gelegenheit habt, im Herbst hier vorbei zu schauen, dann solltet Ihr das auf jeden Fall tun
Im Sommer dagegen kann es voll werden, vor allem am Wochenende. Das Ostseebad Nienhagen ist ein beliebtes Ziel für Tagesausflügler – und viele zieht es natürlich auch in den Wald. Wer die Stimmung in Ruhe erleben will, kommt also besser unter der Woche oder außerhalb der Ferienzeiten. Und auch ein Besuch im Winter lohnt sich! Wenn Schnee auf den Ästen liegt und alles still ist, hat der Wald eine ganz eigene Magie. Also keine Scheu vor kalten Temperaturen – mit Thermoskanne und Schal wird auch ein frostiger Spaziergang zum Genuss.

Mein Fazit – Ein Ort, der bleibt
Der Gespensterwald von Nienhagen hat mich wirklich beeindruckt. Nicht, weil er besonders spektakulär wäre. Sondern gerade weil er so still ist, so widerspenstig und wunderschön schräg. Es ist ein Ort, der sich nicht anbiedert, nicht laut „Instagram!“ ruft und trotzdem fotogen ist bis zum Gehtnichtmehr. Ein Ort, an dem man sich ein bisschen wie ein Kind fühlt – staunend, neugierig, ein bisschen verloren im besten Sinne. Und ja, vielleicht auch ein bisschen ehrfürchtig.
Ich kann Euch einen Besuch nur wärmstens empfehlen – egal ob für einen kurzen Spaziergang, eine ausgedehnte Wanderung oder einfach eine Pause vom Trubel des Alltags. Der Gespensterwald ist kein Ort, den man „macht“ und dann wieder abhakt. Er ist ein Ort, der bleibt. Im Gedächtnis. Und im Herzen.

- Wir haben den Gespensterwald Nienhagen während unseres Urlaubs in Rerik besucht
- Dabei waren wir auch in Kühlungsborn, mit dem Molli, in Bad Doberan, Wismar, Heiligendamm, der Insel Poel, Neubukow, Schwerin, Boltenhagen, Klütz und Grevesmühlen unterwegs
- Finde eine tolle Übernachtung im Ostseebad Nienhagen*
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