
Lichterserenade Ulm – Ein magischer Sommerabend am Donauufer
Ihr möchtet die Münsterstadt Ulm an einem ganz besonderen Wochenende besuchen? Dann solltet Ihr Euch das vorletzte Wochenende im Juli in euren Kalender eintragen. Denn dann findet Ihr das Schwörwochenende mit verschiedenen tollen Veranstaltungen und dem Schwörmontag als Höhepunkt statt. Und als gemütlichen Start in das Wochenende gibt es an dem jeweiligen Samstag Abend (2025 am 19.Juli) die Lichterserenade Ulm zu erleben.
Stellt Euch vor, Ihr steht an einem lauen Sommerabend am Ufer der Donau. Die Sonne ist gerade untergegangen, die Luft ist warm, ein leichter Wind weht über das Wasser, und vor Euch flackern unzählige kleine Lichter, die sich langsam flussabwärts bewegen. Um Euch herum sind Hunderte, nein, Tausende Menschen, die staunend diesen Moment erleben – gemeinsam, still, mit glänzenden Augen. Willkommen bei der Lichterserenade in Ulm, einem der emotionalsten, stimmungsvollsten Sommerereignisse der Region, das jedes Jahr tausende Besucherinnen und Besucher an die Donau lockt.
Diese Veranstaltung ist kein Konzert, kein klassisches Volksfest und auch kein bombastisches Spektakel – und gerade deshalb ist sie so besonders. Die Lichterserenade lebt von ihrer poetischen Schlichtheit: kleine Teelichter, die in einfachen Schiffchen aufs Wasser gesetzt werden, ein sanftes Feuerwerk über dem Fluss, ein paar Lichtfontänen, leise Musik im Hintergrund – mehr braucht es nicht, um Herzen zu berühren. Und wenn Ihr das Glück habt, einmal selbst dabei zu sein, versteht Ihr ganz schnell, warum viele Ulmer und Neu-Ulmer sagen: „Die Lichterserenade ist unsere schönste Nacht des Jahres.“
Ein Ulmer Herzensprojekt: Wie alles begann
Die Lichterserenade gibt es nicht erst seit gestern. Sie wurde 1967 von der Gesellschaft der Donaufreunde Ulm e. V. ins Leben gerufen – ursprünglich als kleines Lichterspiel zur Einstimmung auf das Schwörwochenende. Was damals mit ein paar schwimmenden Kerzen begann, hat sich längst zu einem echten Highlight entwickelt, das aus dem Ulmer Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken ist. Jahr für Jahr engagieren sich viele Freiwillige, um das Event zu ermöglichen. Über 20.000 Teelichter werden in mühevoller Handarbeit vorbereitet, angezündet und auf die Donau gesetzt – immer in den berühmten „Ulmer Schachteln“, diesen traditionellen, flachen Holzbooten.
So sieht die Ulmer Schachtel an Land aus
Dass die Serenade nur so wunderbar funktioniert, liegt auch an der besonderen Liebe zum Detail. Hier wird nicht auf Masse, sondern auf Wirkung gesetzt. Es geht nicht darum, möglichst viele Showelemente unterzubringen – sondern darum, mit kleinen, gezielten Akzenten eine große Wirkung zu erzielen. Die Lichter stehen dabei symbolisch für Gemeinschaft, Hoffnung und den Zusammenhalt einer Region. In Zeiten, in denen alles lauter, schneller und schriller wird, ist diese langsame, stille Veranstaltung ein echtes Geschenk.

Vorfreude am Fluss: So fühlt sich der Abend an
Schon Stunden vor dem eigentlichen Beginn ist am Ufer der Donau einiges los. Ihr seht Familien, die sich Decken und Picknickkörbe mitgebracht haben, Pärchen, die sich einen gemütlichen Platz am Wasser sichern, Freundesgruppen, die mit Getränken anstoßen und auf einen besonderen Abend warten. Die Stimmung ist entspannt, friedlich, fast schon festlich. Und obwohl viele Menschen zusammenkommen, ist alles ruhig und gesittet – jeder möchte diesen Moment in vollen Zügen genießen.

Die Zeit bis zum Start der Serenade vergeht wie im Flug. Ihr schlendert vielleicht am Ufer entlang, kauft Euch ein Eis, hört Straßenmusikanten zu oder macht Fotos von der untergehenden Sonne über dem Ulmer Münster. Dann, wenn es langsam dämmert, steigt die Spannung. Alle richten ihren Blick aufs Wasser, wo die Boote in Position gebracht werden. Die ersten Lichter gleiten aufs Wasser – zunächst vereinzelt, dann immer mehr, bis schließlich ein ganzes Lichtermeer entsteht, das sich durch die Innenstadt zieht. Ein leises Raunen geht durch die Menge – und spätestens jetzt seid auch Ihr verzaubert.

Ein Fluss voller Lichter: Das Herzstück der Serenade
Was die Lichterserenade so besonders macht, ist dieser eine magische Moment: Wenn die Teelichter, eine nach der anderen, in die Donau gesetzt werden. Die kleinen Flammen schwimmen in schlichten Papierschiffchen – manche gerade, andere etwas schräg, einige treiben schnell, andere bleiben kurz stehen. Und trotzdem ergibt sich ein faszinierendes Gesamtbild: ein glitzerndes Band aus Licht, das sich durch das Wasser zieht wie eine leuchtende Schlange.

Jedes einzelne Licht wurde zuvor von Hand angezündet – ein enormer Aufwand, der sich aber lohnt. Denn genau diese handgemachte Note ist es, die der Veranstaltung ihre Seele verleiht. Ihr merkt schnell, dass hier nichts automatisiert ist. Es gibt keine LED-Show, kein künstliches Spektakel. Alles ist echt, einfach und wunderschön. Der Kontrast zur Hektik des Alltags könnte kaum größer sein.

Während die Lichter flussabwärts gleiten, beginnt über der Donau ein kleines Feuerwerk – dezent, aber wirkungsvoll. Keine Böller, kein Lärm – nur leuchtende Farben, die sich in der Donau spiegeln und das Lichtspiel ergänzen. Dazu ein paar Wasserfontänen, die aus Feuerwehrschläuchen in die Höhe schießen – beleuchtet, aber nicht übertrieben. Es ist eine Inszenierung, die Euch nicht überwältigen will, sondern sanft umarmt.

Die besten Plätze zum Staunen und Fotografieren
Wenn Ihr Euch fragt, wo Ihr die Lichterserenade am besten erleben könnt, dann habt Ihr die Qual der Wahl – denn sowohl die Ulmer als auch die Neu-Ulmer Seite bieten fantastische Ausblicke. Besonders beliebt ist die Uferpromenade am Fischerviertel – hier seid Ihr ganz nah am Geschehen, seht die Boote mit den Teelichtern direkt ins Wasser gleiten und erlebt die Magie der ersten Lichter ganz unmittelbar. Auch rund um den Metzgerturm und den Donaupark finden sich viele ruhige Plätzchen, wo Ihr mit etwas Glück und rechtzeitigem Erscheinen noch eine gemütliche Ecke für Decke, Campingstuhl oder Picknickdecke findet.

Auf der Neu-Ulmer Seite lohnt sich ein Platz auf dem Donausteg, auch wenn dieser teilweise während der Veranstaltung gesperrt sein kann. Der Blick auf die historische Kulisse der Ulmer Altstadt ist von hier aus besonders beeindruckend – vor allem bei Dunkelheit, wenn das Münster angestrahlt wird und die Lichter auf dem Wasser tanzen.
Für Fotografen lohnt es sich, ein Stativ mitzubringen und mit längeren Belichtungszeiten zu arbeiten – so fangt Ihr das sanfte Leuchten der Lichter und ihre Spiegelungen im Wasser besonders eindrucksvoll ein. Denkt aber daran: Die besten Plätze sind schnell besetzt, also früh kommen lohnt sich! Und wenn Ihr einfach nur die Stimmung genießen wollt, dann ist auch ein Spaziergang entlang der Donauufer eine wunderbare Alternative – denn die Lichter begleiten Euch den ganzen Weg.

Zwischen Ulm und Neu-Ulm: Die perfekte Kulisse
Was viele oft vergessen: Die Lichterserenade gehört nicht nur zu Ulm, sondern auch zu Neu-Ulm – denn die Donau ist hier die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern. Auf beiden Seiten des Flusses sammeln sich Besucherinnen und Besucher, um das Spektakel zu erleben. Von der Herdbrücke bis zur Gänstorbrücke erstreckt sich die Strecke, auf der die Lichter zu sehen sind – und überall herrscht diese besondere, friedliche Stimmung.

Die Altstadt mit dem Ulmer Münster im Hintergrund, das sanfte Wasser der Donau, die grün bewachsenen Ufer, das Licht der untergehenden Sonne und dann die vielen, vielen Flammen auf dem Wasser – es ist fast zu schön, um wahr zu sein. Ihr spürt: Das hier ist nicht irgendein Event, sondern ein echtes Kulturgut. Etwas, das aus der Stadt kommt, das mit ihr gewachsen ist – und das sie in ihrer schönsten Form repräsentiert.

Auch die Infrastruktur spielt mit: Die Brücken werden für Autos gesperrt, damit Fußgänger sie nutzen können. So habt Ihr freie Sicht auf die Lichter und könnt Euch ganz auf das Erlebnis konzentrieren. Und ja, es wird voll – aber irgendwie stört das niemanden. Im Gegenteil: Es fühlt sich an wie ein riesiges, freundliches Picknick unter Freunden.

Was die Serenade so besonders macht
Die Lichterserenade ist keine Veranstaltung, die man mit lauter Musik oder großen Namen bewirbt. Und gerade das macht sie so einzigartig. Sie lebt von der Stille, von der Poesie der Bewegung, vom Spiel mit Licht und Wasser. Sie ist meditativ, entschleunigend und tief berührend. Für viele Ulmerinnen und Ulmer gehört sie zum Sommer wie das Eis in der Hand oder der Sprung in die Donau.

Auch als Besucher spürt Ihr sofort, dass es hier nicht um Konsum geht. Es gibt keine überfüllten Bierstände, keine Werbebanner, keine Kirmes. Stattdessen: Ruhe, Schönheit, Sinnlichkeit. Ihr werdet automatisch langsamer, atmet tiefer durch, schaut länger hin. Es ist ein Erlebnis, das fast schon spirituell ist – und das ganz ohne große Worte auskommt.

Und vielleicht ist das das größte Kompliment an die Veranstaltung: Dass sie so viel bewirken kann, obwohl sie im Grunde so wenig macht. Keine Bühne, keine Moderation, kein Programmheft. Nur Lichter, Wasser, Menschen – und ein Abend, der Euch im Gedächtnis bleibt.

Ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Achtsamkeit
Auch wenn die Lichterserenade auf den ersten Blick ein reines Romantik-Event zu sein scheint, steckt hinter den Kulissen jede Menge Verantwortungsbewusstsein – vor allem in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit. Denn was auf der Donau schwimmt, darf natürlich nicht einfach so im Fluss verschwinden. Die Veranstalter – allen voran die Donaufreunde Ulm e. V. – sorgen deshalb seit jeher dafür, dass die Umwelt nicht belastet wird. Die Teelichter werden in biologisch abbaubaren Schiffchen zu Wasser gelassen, die in mühevoller Handarbeit aus Papier oder Holz gefertigt sind. Und am Ende der Veranstaltung werden sie alle wieder eingesammelt.

Das funktioniert tatsächlich erstaunlich gut: Am unteren Ende der Strecke stehen Boote bereit, die die Lichter abfangen, und zahlreiche Helferinnen und Helfer – viele davon ehrenamtlich – fischen alle verbliebenen Reste sorgfältig aus dem Wasser. Es ist ein riesiger logistischer Aufwand, aber eben auch ein wichtiges Zeichen: Die Donau ist kein Abfallbehälter, sondern ein Naturraum, der Respekt verdient.

Dass eine Veranstaltung mit zehntausenden Lichtern so sauber durchgeführt werden kann, ist alles andere als selbstverständlich – und zeigt, dass Tradition und Umweltschutz wunderbar zusammengehen können. Auch als Besucherin oder Besucher könnt Ihr einen Beitrag leisten: Nehmt Müll wieder mit, verzichtet auf Einwegverpackungen und kommt am besten zu Fuß oder mit dem Rad. Die Serenade ist ein Fest der Achtsamkeit – für die Stadt, die Umwelt und die Menschen.

Die Donaufreunde Ulm – Die heimlichen Helden der Lichterserenade
Wenn es um die Organisation der Lichterserenade geht, gibt es eine Gruppe, die ganz besonders viel Herzblut hineinsteckt: die Donaufreunde Ulm e. V.. Ohne sie gäbe es dieses Event in seiner heutigen Form vermutlich nicht – und das schon seit über fünf Jahrzehnten. Die Mitglieder des Vereins kümmern sich das ganze Jahr über um die Planung, Organisation und Durchführung der Serenade. Sie bauen die schwimmenden Lichterträger, stellen die Boote bereit, koordinieren freiwillige Helferinnen und Helfer – und sorgen dafür, dass alles reibungslos abläuft.

Besonders bemerkenswert: Der Verein arbeitet größtenteils ehrenamtlich. Das bedeutet, dass viele Menschen ihre Freizeit investieren, um anderen einen unvergesslichen Abend zu bereiten. Das spricht nicht nur für großes Engagement, sondern auch für eine tiefe Verbundenheit zur Stadt und zur Donau. Die Donaufreunde sind zudem maßgeblich daran beteiligt, die Tradition der Ulmer Schachteln – der flachen Holzboote, mit denen früher die Donau befahren wurde – lebendig zu halten. Heute kommen diese Boote bei der Serenade symbolisch zum Einsatz und verbinden das Event mit der Geschichte der Stadt.

Wenn Ihr Euch also vom Lichterzauber verzaubern lasst, denkt an die vielen helfenden Hände im Hintergrund. Und vielleicht habt Ihr ja Lust, selbst einmal mit anzupacken – der Verein freut sich immer über neue Gesichter. Denn eine Veranstaltung wie diese lebt nicht nur von den Lichtern, sondern vor allem von den Menschen, die sie mit Liebe gestalten.

Ein Abend, der bleibt – und Lust auf mehr macht
Wenn Ihr nach der Serenade den Heimweg antretet, geht Ihr nicht einfach nur weg – Ihr nehmt etwas mit. Eine Stimmung, eine Erinnerung, ein Gefühl. Vielleicht denkt Ihr noch an die eine Stelle, an der die Lichter besonders dicht waren. An das Glitzern auf dem Wasser. An das Leuchten in den Augen der Menschen. An das kleine Kind, das vor Staunen den Mund offen hatte. Oder an den Moment, in dem Ihr einfach nur dagestanden und geschwiegen habt, weil Worte überflüssig waren.

Vielleicht kommt Ihr im nächsten Jahr wieder. Vielleicht erzählt Ihr Euren Freunden davon. Vielleicht schreibt Ihr – wie ich – darüber, weil es zu schön ist, um es nicht weiterzugeben. In jedem Fall: Die Lichterserenade ist ein Geschenk. Ein stilles, bescheidenes, aber umso wertvolleres. Und Ihr werdet froh sein, es angenommen zu haben.

Vom Lichtermeer zur bunten Wasserschlacht: Das Schwörwochenende
Die Lichterserenade ist nicht nur für sich genommen ein Erlebnis, sondern auch der Auftakt zu einem der wichtigsten Wochenenden des Ulmer Veranstaltungskalenders: dem Schwörwochenende. Am darauffolgenden Montag findet traditionell der Schwörmontag statt – ein städtischer Feiertag mit historischen Wurzeln, bei dem der Oberbürgermeister auf dem Balkon des Schwörhauses öffentlich Rechenschaft ablegt. Klingt trocken? Keineswegs! Der Schwörmontag ist ein echtes Volksfest mit Stadtgeschichte, Emotionen und einer einmaligen Atmosphäre.
Doch davor, am Sonntag, geht es richtig zur Sache: Beim Nabada, einer bunten Wasserschlacht auf der Donau, stürzen sich Menschen in fantasievoll dekorierten Booten in die Fluten und feiern ausgelassen den Sommer und die Stadt. Es ist laut, wild, witzig – und damit der perfekte Kontrast zur stillen Eleganz der Lichterserenade. Beide Veranstaltungen zeigen, wie vielfältig Ulm ist: Mal poetisch und sanft, mal ausgelassen und voller Lebensfreude.
Wenn Ihr also Zeit habt, lohnt es sich, das ganze Wochenende in Ulm zu verbringen. Die Lichterserenade als emotionaler Einstieg, der Schwörmontag als traditionsreicher Höhepunkt – und dazwischen jede Menge Musik, Begegnungen, kulinarische Entdeckungen und natürlich: die Donau, die alles verbindet.
Das Schwörhaus in Ulm
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