Die 10 besten Roadtrips in Deutschland – Entdeckt die Freiheit
Deutschland ist ein Land, das wie geschaffen für Entdecker ist. Während viele Reisende sofort an die weite Ferne denken, liegt das Abenteuer oft direkt vor der Haustür – oder besser gesagt, direkt hinter der nächsten Autobahnabfahrt – als Roadtrip, der Euch an die schönsten Ziele unseres Landes bringt. Das Netz der deutschen Ferienstraßen ist eines der dichtesten und am besten ausgebauten weltweit. Es verbindet nicht einfach nur Punkt A mit Punkt B, sondern erzählt Geschichten von Königen, Winzern, Bergleuten und den Naturgewalten, die dieses Land geformt haben.
In diesem Blogbeitrag nehme ich Euch mit auf eine Reise durch die abwechslungsreichsten Regionen der Bundesrepublik. Wir haben die Routen so ausgewählt, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist: von der salzigen Brise im Norden bis zum alpinen Panorama im tiefsten Süden.
Packt Eure Lieblings-Playlist ein, füllt den Tank und macht euch bereit, Deutschland von seiner schönsten Seite zu erleben.
Die Deutsche Alpenstraße: Ein Kurvenrausch zwischen Gipfeln und Seen
Die Deutsche Alpenstraße ist nicht nur die älteste Ferienstraße Deutschlands, sondern für viele auch die spektakulärste. Auf rund 480 Kilometern windet sie sich von West nach Ost, immer am Nordrand der Alpen entlang. Stellt Euch vor, Ihr kurbelt das Fenster herunter, die kühle Bergluft strömt herein und hinter jeder Kurve wartet ein neues Postkartenmotiv.
Ihr startet in Lindau am Bodensee. Die Einfahrt in den Hafen, flankiert vom bayerischen Löwen und dem Leuchtturm, ist der perfekte Auftakt. Von hier aus geht es hinein ins Allgäu. Die sanften grünen Hügel mit den typischen braunen Kühen verwandeln sich langsam in schroffe Felswände. Ein absolutes Muss ist der Halt in Füssen. Hier thronen die Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein. Besonders Neuschwanstein wirkt mit seinen Türmchen und der Lage über der Pöllatschlucht wie aus einer anderen Welt. Nehmt euch die Zeit für eine Wanderung zur Marienbrücke, von der aus ihr den klassischen Blick auf das Schloss habt.
Weiter führt euch die Route nach Garmisch-Partenkirchen. Hier dominiert die Zugspitze das Panorama. Ihr könntet mit der modernen Seilbahn auf den Gipfel fahren und bei klarer Sicht bis zu 400 Gipfel in vier Ländern sehen. Der Roadtrip geht weiter durch das Isartal, vorbei am Walchensee und Sylvensteinsee, deren türkisfarbenes Wasser fast schon an die Karibik erinnert, wären da nicht die Tannen und Berge. Über das Berchtesgadener Land erreicht ihr schließlich den Königssee. Eine Bootsfahrt zur Wallfahrtskirche St. Bartholomä ist der krönende Abschluss. Das Echo der Trompete, das die Schiffer traditionell gegen die Felswand spielen, wird euch noch lange in Erinnerung bleiben.
- Route: Lindau am Bodensee bis Schönau am Königssee.
- Dauer: Empfohlen sind 4 bis 7 Tage.
- Highlights entlang der Strecke:
- Lindau: Startet euren Trip mit einem Spaziergang am Hafen und dem berühmten Löwen-Denkmal.
- Schloss Neuschwanstein: Das Märchenschloss von König Ludwig II. ist der Inbegriff deutscher Romantik.
- Zugspitze: Macht einen Abstecher nach Garmisch-Partenkirchen und fahrt auf den höchsten Gipfel Deutschlands.
- Tegernsee & Schliersee: Perfekt für eine Brotzeit mit Blick auf das glitzernde Wasser.
- Königssee: Das Ziel eurer Reise bietet mit der Wallfahrtskirche St. Bartholomä eine fast norwegisch anmutende Fjord-Kulisse.
Euer Reise-Tipp: Die Strecke ist besonders im goldenen Oktober wunderschön, wenn sich die Blätter der Mischwälder verfärben. Achtet darauf, dass die Bergpässe im Winter schneebedeckt sein können – Winterreifen sind hier Pflicht!
Die Romantische Straße: Wo das Mittelalter lebendig wird
Wenn ihr Euch jemals gefragt habt, wie Deutschland in den Märchenbüchern aussieht, dann ist die Romantische Straße eure Antwort. Sie ist der Inbegriff deutscher Sehnsucht und führt euch auf 460 Kilometern von Franken bis zu den Alpen.
Eure Reise beginnt in Würzburg. Die Residenz dort ist ein Barockbau der Extraklasse, dessen Treppenhaus mit dem größten zusammenhängenden Deckenfresko der Welt von Giovanni Battista Tiepolo geschmückt ist. Bevor ihr die Stadt verlasst, solltet ihr auf der Alten Mainbrücke einen „Brückenschoppen“ genießen – ein Glas lokaler Silvaner mit Blick auf die Festung Marienberg.
Der Weg führt euch weiter nach Süden in die wohl berühmteste Kleinstadt Deutschlands: Rothenburg ob der Tauber. Wenn ihr durch das Plönlein spaziert, fühlt ihr euch wie in eine andere Zeit versetzt. Die Fachwerkhäuser sind so perfekt erhalten, dass man fast erwartet, eine Kutsche um die Ecke biegen zu sehen. Wandert unbedingt auf der begehbaren Stadtmauer einmal um den historischen Kern.
Über das charmante Dinkelsbühl, das laut Focus die schönste Altstadt Deutschlands besitzt, geht es weiter nach Augsburg. Hier begegnet euch die Geschichte der Fugger, der einst reichsten Familie der Welt. Die Fuggerei ist die älteste Sozialsiedlung der Welt und noch heute bewohnt – ein faszinierendes Beispiel für historischen Altruismus. Die Route endet schließlich in Füssen, wo sich der Kreis zur Alpenstraße schließt. Die Romantische Straße ist eine Reise durch die deutsche Seele, gespickt mit Gastfreundschaft und herzhafter Küche.
- Route: Würzburg bis Füssen.
- Länge: ca. 460 Kilometer.
- Sehenswürdigkeiten:
- Würzburg: Besichtigt die Residenz (UNESCO-Welterbe) und genießt einen Schoppen Wein auf der Alten Mainbrücke.
- Rothenburg ob der Tauber: Diese Stadt ist wie aus der Zeit gefallen. Spaziert über die begehbare Stadtmauer und besucht das Weihnachtsdorf von Käthe Wohlfahrt (ja, auch im Sommer!).
- Dinkelsbühl: Ein weiteres Juwel mit einer fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer.
- Augsburg: Eine der ältesten Städte Deutschlands, bekannt für die Fuggerei und die berühmte Puppenkiste.
Was ihr wissen müsst: Die Romantische Straße ist sehr beliebt. Wenn ihr den großen Touristenbussen entgehen wollt, solltet ihr früh morgens an den Hauptattraktionen sein.

Die Deutsche Weinstraße: Mediterranes Lebensgefühl in der Pfalz
Wer sagt, dass man für „La Dolce Vita“ über den Brenner fahren muss? Die Deutsche Weinstraße in der Pfalz beweist das Gegenteil. Auf nur 85 Kilometern zwischen Bockenheim und Schweigen-Rechtenbach erlebt ihr ein Klima, das so mild ist, dass hier Mandeln, Feigen und sogar Kiwis gedeihen.
Diese Route ist weniger ein Geschwindigkeitsrausch als vielmehr ein Genuss-Marathon. Ihr fahrt durch ein Meer aus Reben, unterbrochen von idyllischen Winzerdörfern. In Bad Dürkheim solltet ihr stoppen, um das Dürkheimer Riesenfass zu bestaunen. Es ist so groß, dass darin ein komplettes Restaurant Platz findet. Ein Stück weiter südlich wartet Neustadt an der Weinstraße mit dem Hambacher Schloss. Es gilt als Wiege der deutschen Demokratie, da hier 1832 das Hambacher Fest stattfand. Der Ausblick von der Schlossterrasse über die Rheinebene ist phänomenal.
Die Dörfer entlang der Strecke wie Deidesheim oder St. Martin laden dazu ein, das Auto abzustellen und durch die engen Gassen zu schlendern. Überall findet ihr Straußwirtschaften – kleine Weinlokale, die direkt vom Winzer betrieben werden. Probiert unbedingt den Pfälzer Saumagen oder eine typische Weinschorle aus dem „Dubbeglas“ (einem 0,5-Liter-Glas mit Tupfen). Die Weinstraße ist besonders im Frühling zur Mandelblüte oder im Herbst zur Weinlese ein Erlebnis für alle Sinne.
- Route: Bockenheim (nördlich von Grünstadt) bis Schweigen-Rechtenbach (Grenze zu Frankreich).
- Länge: ca. 85 Kilometer (kurz, aber intensiv!).
- Highlights:
- Hambacher Schloss: Besucht die „Wiege der deutschen Demokratie“ bei Neustadt an der Weinstraße.
- Bad Dürkheim: Hier steht das größte Weinfass der Welt, in dem sich heute ein Restaurant befindet.
- Kleine Winzerdörfer: Orte wie Deidesheim oder St. Martin laden zum Verweilen in urigen Weinstuben ein.
- Deutsches Weintor: Das markante Bauwerk in Schweigen markiert das Ende (oder den Anfang) der Route.
Profi-Tipp: Plant euren Roadtrip zum „Deutschen Weinlesefest“ im Oktober ein, aber lasst das Auto stehen, wenn ihr die lokalen Tropfen probiert. Es gibt viele wunderbare Pensionen direkt beim Winzer.

Die Deutsche Märchenstraße: Von Frau Holle bis zu den Stadtmusikanten
Packt eure Fantasie ein! Die Deutsche Märchenstraße verbindet auf über 600 Kilometern die Lebensstationen der Gebrüder Grimm mit den Schauplätzen ihrer Geschichten. Es ist ein Roadtrip, der euch durch verwunschene Wälder und anmutige Schlösser führt.
Der Startpunkt ist Hanau, der Geburtsort von Jacob und Wilhelm Grimm. Von dort aus geht es nach Steinau an der Straße, wo die Brüder ihre Kindheit verbrachten. Das Grimm-Haus dort ist ein interaktives Museum, das nicht nur Kinder begeistert. Ein Highlight der Strecke ist die Region um Kassel. Im Bergpark Wilhelmshöhe könnt ihr die monumentale Herkules-Statue bestaunen und den Wasserspielen zusehen – ein UNESCO-Welterbe, das an Imposanz kaum zu übertreffen ist.
Weiter nördlich erreicht ihr das Weserbergland. In Hameln dreht sich natürlich alles um den Rattenfänger. Die Altstadt mit ihrer Weserrenaissance-Architektur ist prächtig. In Bodenwerder begegnet ihr dem „Lügenbaron“ von Münchhausen, und im Reinhardswald könnt ihr das Schloss Sababurg besuchen, das als Vorbild für das Dornröschen-Schloss gilt. Die Reise endet in der Hansestadt Bremen. Ein Foto mit den Bremer Stadtmusikanten am Rathaus ist der obligatorische Beweis für diesen magischen Roadtrip. Diese Route ist eine perfekte Mischung aus Kulturgeschichte und herrlicher Mittelgebirgslandschaft.
- Route: Hanau bis Bremen.
- Länge: ca. 600 Kilometer.
- Highlights:
- Steinau an der Straße: Hier verbrachten die Brüder Grimm ihre Kindheit; das Brüder-Grimm-Haus ist sehr sehenswert.
- Kassel: Das Zentrum der Route mit dem Bergpark Wilhelmshöhe und der „Grimmwelt“.
- Hameln: Wer kennt ihn nicht, den Rattenfänger? In der Altstadt könnt ihr regelmäßig Aufführungen erleben.
- Bremen: Das Ziel sind natürlich die Bremer Stadtmusikanten am Rathaus.
Euer Vorteil: Die Route führt durch abwechslungsreiche Landschaften wie das Weserbergland, die ideal für kleine Wanderungen zwischendurch sind.

Die Route der Industriekultur: Stahl, Kohle und Kathedralen der Arbeit
Vergesst alles, was ihr über „graue Industriestädte“ zu wissen glaubt. Das Ruhrgebiet hat sich in den letzten Jahrzehnten von einer Ruß-Region in eine der spannendsten Kulturlandschaften Europas verwandelt. Die Route der Industriekultur führt euch auf einem ca. 400 Kilometer langen Rundkurs zu den Relikten der Schwerindustrie, die heute Kunsthallen, Kletterreviere und Aussichtspunkte sind.
Zentraler Anlaufpunkt ist die Zeche Zollverein in Essen. Dieses „Eiffelturm des Ruhrgebiets“ genannte Bergwerk ist Architektur pur. Wo früher Kohle gefördert wurde, findet ihr heute das Red Dot Design Museum und das Ruhr Museum. Ein Roadtrip-Stopp in Duisburg führt euch zum Landschaftspark Duisburg-Nord. Das ehemalige Hüttenwerk ist ein Abenteuerspielplatz: Ihr könnt in alten Gasometern tauchen oder in den Erzbunkern klettern. Nachts wird das gesamte Areal durch eine Lichtinstallation von Jonathan Park in bunte Farben getaucht – ein Paradies für Fotografen.
Fahrt weiter nach Oberhausen zum Gasometer. Die Ausstellungen in diesem riesigen Hohlkörper sind durch die Akustik und die schiere Größe absolut einzigartig. Und für den Kick zwischendurch besucht ihr in Duisburg die Skulptur “Tiger & Turtle – Magic Mountain”. Es ist eine begehbare Achterbahn auf einer Halde. Man kann sie zwar nicht befahren, aber der Aufstieg zu Fuß bietet einen weiten Blick über den Rhein und die rauchenden Schlote der noch aktiven Werke in der Ferne. Dieser Roadtrip ist eine Hommage an den Wandel und die Kraft der menschlichen Arbeit.
- Route: Ein Rundkurs durch das Ruhrgebiet (Duisburg, Essen, Dortmund etc.).
- Länge: ca. 400 Kilometer.
- Highlights:
- Zeche Zollverein (Essen): Das „schönste Bergwerk der Welt“ und UNESCO-Welterbe.
- Landschaftspark Duisburg-Nord: Ein stillgelegtes Hüttenwerk, das heute ein Abenteuerspielplatz für Erwachsene ist (Klettern, Tauchen, Lichtinstallationen).
- Gasometer Oberhausen: Eine gigantische Kathedrale der Industriekultur mit wechselnden Ausstellungen.
- Tiger & Turtle (Duisburg): Eine begehbare Achterbahn-Skulptur mit fantastischem Blick über das Revier.
Warum diese Route? Sie ist extrem kontrastreich. Ihr fahrt von riesigen Stahlwerken direkt in grüne Parks und entlang von Kanälen.
© Thomas Berns
Die Deutsche Alleenstraße: Das grüne Band durch die Republik
Die Deutsche Alleenstraße ist mit fast 2.900 Kilometern der Gigant unter den Ferienstraßen. Sie zieht sich wie ein grünes Netz von der Insel Rügen im Norden bis zum Bodensee im Süden. Der Kern dieser Route ist der Schutz der alten Baumbestände, die links und rechts der Fahrbahn ein natürliches Gewölbe bilden.
Wenn ihr auf Rügen startet, fahrt ihr zunächst durch die berühmten Buchenwälder. Die Strecke führt euch über die Rügenbrücke aufs Festland und weiter durch die Mecklenburgische Seenplatte. Hier solltet ihr das Tempo drosseln, denn die Alleen sind hier besonders dicht. Das Spiel von Licht und Schatten auf der Motorhaube hat eine fast meditative Wirkung.
Ein wichtiger Stopp ist Eisenach. Hier thront die Wartburg über der Stadt, ein Ort von welthistorischer Bedeutung, an dem Martin Luther die Bibel übersetzte. Die Reise führt Euch dann entweder weiter durch den Thüringer Wald und das Vogtland bis hinunter nach Sachsen. Das Besondere an dieser Route ist, dass sie oft über Nebenstraßen führt, die man sonst links liegen lassen würde. Ihr entdeckt kleine Dörfer, versteckte Herrenhäuser und Landschaften, die fernab des Massentourismus liegen. Wer den Weg als Ziel definiert, wird die Alleenstraße lieben.
Alternativ dazu führt Euch die Alleenstraße weiter über durch das „Grüne Herz“ Deutschlands: Thüringen. Die Straßen werden hier hügeliger, die Wälder dichter. Ein Abstecher führt euch Richtung Meiningen, bekannt für seine prachtvolle Theaterkultur, bevor die Route die Grenze nach Hessen überquert.
In Fulda angekommen, solltet ihr unbedingt das Barockviertel besuchen. Der Dom St. Salvator ist ein Meisterwerk des Barock und die angrenzende Orangerie lädt zu einer entspannten Pause im Schlossgarten ein, bevor ihr euch wieder unter das schützende Blätterdach der Alleen begebt.
Die Fahrt führt euch nun weiter südwestlich in Richtung der Wetterau und des Vogelsbergs. Dies ist das größte zusammenhängende Vulkangebiet Mitteleuropas. Keine Sorge, die Vulkane sind längst erloschen, aber sie haben eine unglaublich fruchtbare und sanft gewellte Landschaft hinterlassen. Hier fahrt ihr auf Alleen, die oft von alten Obstbäumen gesäumt sind – besonders zur Blütezeit im Frühjahr ein Traum in Weiß und Rosa.
Der Weg führt euch weiter durch den Taunus und das Rheingau bis nach Bad Kreuznach. Hier könnt ihr in den historischen Salinen im Salinental die salzhaltige Luft tief einatmen – fast wie am Meer! Die Alleenstraße kreuzt hier die Regionen des Weinbaus. Die Route führt euch nun weiter südlich durch die Pfalz. Ein Highlight in diesem Abschnitt ist die Fahrt durch den Pfälzerwald, das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Die Alleen sind hier oft von mächtigen Esskastanienbäumen geprägt.
Sobald ihr die badische Grenze überquert, wird es herrschaftlich. In Karlsruhe, der „Fächerstadt“, könnt ihr sehen, wie alle Straßen strahlenförmig auf das barocke Schloss zulaufen. Von hier aus beginnt der Anstieg in den Nordschwarzwald.
In Ettlingen und Pforzheim (der Goldstadt) spürt ihr bereits das Tor zum Schwarzwald. Die Alleenstraße führt euch nun auf die Höhenrücken des Mittelgebirges. Die Laubbäume mischen sich immer mehr mit Tannen, aber der Charakter der Allee bleibt erhalten. Über Freudenstadt mit seinem gewaltigen Marktplatz geht es weiter in Richtung der Schwäbischen Alb.
Die Landschaft verändert sich erneut spektakulär. Die Route führt euch vorbei an Schloss Lichtenstein, das wie ein Märchenschloss direkt auf einer steilen Felsklippe thront. Die Alleen auf der Schwäbischen Alb sind oft rauer, aber nicht weniger beeindruckend. Ihr passiert Zwiefalten mit seinem prächtigen Barockmünster, bevor die Straße langsam aber sicher zum Bodensee abfällt.
Das Ziel rückt näher: Ihr erreicht das Nordufer des Bodensees. In Unteruhldingen könnt ihr die prähistorischen Pfahlbauten bestaunen (UNESCO-Welterbe), bevor ihr über die malerische Stadt Meersburg – bekannt für ihre alte Burg und exzellente Weine – das Ziel ansteuert.
Die Deutsche Alleenstraße endet symbolträchtig auf der Insel Reichenau. Die Fahrt über den von Pappeln gesäumten Damm ist der letzte große Alleen-Moment. Die Insel im Bodensee ist berühmt für ihre drei romanischen Kirchen und den Gemüseanbau. Hier könnt ihr das Auto abstellen, den Blick über das glitzernde Wasser bis hin zu den Schweizer Alpen schweifen lassen und auf 2.900 Kilometer pure Deutschland-Erfahrung zurückblicken.
- Route: Von der Insel Rügen bis zum Bodensee.
- Länge: ca. 2.900 Kilometer (wir empfehlen, sich Teilabschnitte herauszusuchen).
- Highlights:
- Rügen: Die Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund sind der perfekte Startpunkt.
- Mecklenburgische Seenplatte: Ein Paradies für Wassersportler und Naturbeobachter.
- Wartburg (Eisenach): Wo Martin Luther das Neue Testament übersetzte.
- Sächsische Schweiz: Ein Abstecher zum Elbsandsteingebirge mit der berühmten Basteibrücke lohnt sich immer.
- Fulda: Bestaunt das barocke Stadtschloss und den imposanten Dom – ein Stück Italien mitten in Hessen.
- Vogelsberg: Fahrt durch das größte Vulkanmassiv Mitteleuropas auf Straßen, die von uralten Obstbäumen gesäumt sind.
- Schloss Lichtenstein: Ein Abstecher auf der Schwäbischen Alb führt euch zu diesem „Märchenschloss Württembergs“, das spektakulär auf einem Felsen thront.
- Meersburg: Genießt den Blick über den Bodensee und schlendert durch die mittelalterliche Oberstadt mit ihren steilen Gassen.
- Insel Reichenau: Das offizielle Ende der Route. Die Fahrt über den Pappel-Damm auf die Klosterinsel ist der perfekte Abschluss unter einem grünen Blätterdach.
Tipp für die Fahrt: Das Lichtspiel in den Alleen ist wunderschön, erfordert aber auch Konzentration beim Fahren, besonders bei tiefstehender Sonne.

Die Route der Rheinromantik: Sagen, Reben und Ritterburgen
Zwischen Köln und Mainz liegt eines der geschichtsträchtigsten Täler Europas. Das Obere Mittelrheintal ist so eng und steil, dass die Züge und Autos sich den Platz direkt am Flussufer teilen müssen. Auf rund 200 Kilometern erlebt Ihr auf der Route der Rheinromantik eine Dichte an Burgen, wie es sie sonst nirgendwo gibt.
In Koblenz solltet ihr euren Roadtrip kurz unterbrechen. Am „Deutschen Eck“ fließt die Mosel in den Rhein. Nehmt die Seilbahn hinauf zur Festung Ehrenbreitstein – die Fahrt über den breiten Fluss ist atemberaubend. Wenn ihr dann weiter Richtung Süden fahrt, passiert ihr den berühmten Loreley-Felsen. Die Legende besagt, dass eine schöne Nixe dort oben saß und die Schiffer mit ihrem Gesang ins Verderben lockte. Heute ist es vor allem ein toller Aussichtspunkt.
Jeder Ort entlang der Strecke, sei es Boppard, St. Goar oder Bacharach, wirkt wie eine Filmkulisse. Die Fachwerkhäuser drängen sich eng an die Weinhänge. Ein absolutes Highlight ist die Burg Pfalzgrafenstein, die mitten im Rhein auf einer Insel liegt und wie ein steinernes Schiff aussieht. Die Route der Rheinromantik ist eine Reise in die Ära der Romantiker des 19. Jahrhunderts, die diese Landschaft in Gedichten und Bildern unsterblich machten.
- Route: Köln bis Mainz (oder umgekehrt).
- Länge: ca. 200 Kilometer.
- Highlights:
- Loreley-Felsen: Der engste Punkt des Rheins, um den sich zahlreiche Legenden ranken.
- Burg Eltz: Zwar ein kleines Stück abseits an der Mosel, aber eines der fotogensten Bauwerke Deutschlands.
- Koblenz: Besucht das Deutsche Eck, wo Rhein und Mosel zusammenfließen, und fahrt mit der Seilbahn zur Festung Ehrenbreitstein.
- Bacharach: Ein malerisches Fachwerkstädtchen, das zum Träumen einlädt.
Wichtig für euch: Nehmt euch Zeit für eine Schifffahrt. Die Perspektive vom Wasser aus auf die vielen Burgen ist einmalig.

Die Sächsisch-Böhmische Silberstraße: Glanzvolles Erbe des Bergbaus
Das Erzgebirge ist eine Region mit einer ganz eigenen Identität. Die Silberstraße folgt auf 275 Kilometern den Spuren der Bergleute, die über Jahrhunderte den Reichtum Sachsens sicherten.
In Zwickau, der Stadt des Automobilbaus (Horch und Trabant), beginnt die Reise. Doch schon bald geht es hinauf in die Berge. In Annaberg-Buchholz solltet ihr die St. Annenkirche besuchen, deren Dachreiter schon von weitem grüßen. Hier wird die Tradition des Klöppelns und Schnitzens noch aktiv gelebt. Überall seht ihr die typischen Schwibbögen in den Fenstern.
Ein absoluter Höhepunkt ist Freiberg. Der dortige Dom beherbergt die berühmte Silbermann-Orgel und die „Goldene Pforte“. Unter der Stadt erstreckt sich ein riesiges Netz aus Stollen, die man teilweise besichtigen kann. Das Ziel der Route ist Dresden. Die sächsische Landeshauptstadt mit ihrer wiederaufgebauten Frauenkirche und der Semperoper ist der glanzvolle Endpunkt eines Roadtrips, der euch zeigt, wie Silber das Fundament für Kunst und Kultur legte.
- Route: Zwickau bis Dresden.
- Länge: ca. 275 Kilometer.
- Highlights:
- Freiberg: Besucht den Dom St. Marien und die „terra mineralia“, eine der weltweit größten Mineralienausstellungen.
- Annaberg-Buchholz: Die St. Annenkirche ist ein Meisterwerk der Spätgotik. Ein Besuch im Besucherbergwerk ist Pflicht!
- Dresden: Das „Elbflorenz“ mit Frauenkirche, Zwinger und Semperoper bildet den glanzvollen Abschluss.
Besonderheit: Im Winter (Adventszeit) sind die Bergparaden in den Städten ein unvergessliches kulturelles Erlebnis.
© Tommy Halfter
Die Deutsche Vulkanstraße: Wo die Erde einst Feuer spie
Man muss nicht nach Island oder Italien fahren, um Vulkanismus zu erleben. Die Eifel ist ein vulkanisches Hotspot-Gebiet, das heute friedlich und grün erscheint, unter dessen Oberfläche es aber immer noch brodelt. Die Deutsche Vulkanstraße führt euch auf 280 Kilometern zu den Zeugen dieser feurigen Vergangenheit.
Der Laacher See bei Maria Laach ist das prominenteste Beispiel. Was wie ein idyllischer See aussieht, ist in Wahrheit eine wassergefüllte Caldera eines riesigen Vulkans, der vor etwa 13.000 Jahren ausbrach. An einigen Stellen kann man am Ufer noch heute Gasbläschen (Mofetten) aufsteigen sehen – ein Zeichen dafür, dass die Magmakammer darunter noch nicht ganz abgekühlt ist.
Ein technisches und natürliches Wunder ist der Geysir Andernach. Er ist der höchste Kaltwassergeysir der Welt und schießt sein Wasser bis zu 60 Meter in die Höhe. Weiter südlich erreicht ihr die Dauner Maare. Diese kreisrunden, tiefblauen Seen in den Kratern sind perfekt für ein Picknick oder ein Bad im Sommer. In der „Vulkanarena“ in Steffeln könnt ihr sogar direkt in einen aufgeschlossenen Vulkankegel hineinlaufen. Dieser Roadtrip ist Geologie zum Anfassen und eine Reise durch eine der faszinierendsten Naturlandschaften Deutschlands.
- Route: Laacher See bis Manderscheid.
- Länge: ca. 280 Kilometer.
- Highlights:
- Laacher See: Ein wassergefüllter Krater (Maare), an dessen Ufer die Abtei Maria Laach steht.
- Geysir Andernach: Der höchste Kaltwassergeysir der Welt.
- Dauner Maare: Die „Augen der Eifel“ – tiefblaue Seen in alten Vulkankratern, in denen ihr teilweise sogar schwimmen könnt.
- Lava-Dome Mendig: Ein Erlebnismuseum, das euch tief in die Lavakeller führt.
Für wen ist das was? Geologie-Interessierte und Wanderer werden diese Route lieben. Die Landschaft ist einzigartig in Deutschland.

Die Schwarzwaldhochstraße: Panoramafahrt über den Wolken
Zum Abschluss stellen wir euch einen Klassiker vor: Die Schwarzwaldhochstraße (B 500). Sie ist zwar mit rund 60 Kilometern kurz, bietet aber mehr Aussicht pro Kilometer als fast jede andere Straße. Sie verläuft auf einer Höhe von 800 bis über 1000 Metern direkt auf dem Kamm des Nordschwarzwalds.
Ihr startet im eleganten Baden-Baden. Nachdem ihr vielleicht im Kurhaus flaniert seid, schraubt sich die Straße in steilen Kehren nach oben. Oben angekommen, werdet ihr mit weiten Blicken über das Rheintal bis hin zu den französischen Vogesen belohnt. Ein obligatorischer Halt ist der Mummelsee. Der See liegt direkt unterhalb der Hornisgrinde und gilt als Wohnort des Mummelsee-Königs. Hier könnt ihr frisches Schwarzwälder Bauernbrot kaufen oder eine Runde mit dem Tretboot drehen.
Für Wanderlustige bietet der Lotharpfad eine spannende Unterbrechung. Er zeigt, wie sich die Natur nach dem verheerenden Orkan von 1999 selbst regeneriert hat. Über Holzstege spaziert ihr durch den „wilden“ Wald. Die Route endet in Freudenstadt, das für seinen größten bebauten Marktplatz Deutschlands bekannt ist. Die Schwarzwaldhochstraße ist die perfekte Strecke für ein Wochenende, an dem ihr einfach mal „über den Dingen“ stehen wollt.
- Route: Baden-Baden bis Freudenstadt.
- Länge: ca. 60 Kilometer.
- Highlights:
- Baden-Baden: Startet luxuriös mit einem Besuch im Casino oder in den Caracalla-Thermen.
- Mummelsee: Ein sagenumwobener Bergsee direkt an der Strecke (ideal für eine Pause mit Schwarzwälder Kirschtorte).
- Hornisgrinde: Der höchste Berg des Nordschwarzwalds bietet bei gutem Wetter Fernsichten bis in die Vogesen.
- Lotharpfad: Ein Lehr- und Erlebnispfad, der zeigt, wie sich der Wald nach dem Orkan Lothar regeneriert hat.
Euer Fahrspaß: Die Straße ist gut ausgebaut, bietet aber viele Kurven und Steigungen – ideal für Motorradfahrer und Cabrio-Liebhaber.
Praktische Tipps für euren perfekten Deutschland-Roadtrip
Damit eure Reise so entspannt wie möglich wird, haben wir hier noch ein paar Insider-Tipps für die Organisation:
Die Wahl des Fahrzeugs
Deutschland hat exzellente Straßen, aber einige der schönsten Routen (wie in der Eifel oder im Schwarzwald) sind schmal und kurvig. Ein kompaktes Auto oder ein wendiges Cabrio macht hier oft mehr Spaß als ein riesiges Wohnmobil. Eventuell solltet Ihr vor Eurer Reise sogar darüber nachdenken, für noch mehr Spaß ein Auto zu mieten*. Wenn ihr elektrisch fahrt: Deutschland hat mittlerweile ein sehr dichtes Netz an Schnellladestationen, besonders entlang der Autobahnen und in größeren Städten.
Verpflegung: Die Brotzeit-Kultur
Eine Reise in Deutschland ist die perfekte Gelegenheit, die regionale Küche zu testen. Anstatt an teuren Autobahnraststätten zu essen, solltet ihr in die kleinen Dörfer abfahren. Sucht nach Schildern wie „Gasthof“ oder „Landhaus“. Dort bekommt ihr oft hausgemachte Spezialitäten zu fairen Preisen. Ein Picknick an einem der vielen Seen oder Aussichtspunkte ist zudem oft schöner als jedes Restaurant.
Parken und Mobilität in Städten
In historischen Städten wie Rothenburg oder Heidelberg kann das Parken zur Herausforderung werden. Unser Tipp: Nutzt „Park & Ride“ Parkplätze am Stadtrand. Oft ist im Parkticket die Fahrt mit dem Shuttle-Bus oder der Bahn ins Zentrum enthalten. Das spart Nerven und schont den Geldbeutel.
Navigation vs. Spontanität
Natürlich ist Google Maps hilfreich, aber bei Themenstraßen solltet ihr auf die braunen Hinweisschilder am Straßenrand achten. Sie markieren die offiziellen Routen der Ferienstraßen. Manchmal führt das Navi euch über die schnellere Bundesstraße, während die Ferienstraße einen wunderschönen Umweg durch ein Tal macht – nehmt den Umweg, es lohnt sich fast immer!

Fazit: Euer Abenteuer wartet
Egal, ob ihr euch für die dramatischen Alpen, die genussvolle Weinstraße oder die mystische Märchenroute entscheidet – ein Roadtrip durch Deutschland ist immer eine Entdeckungsreise zu euch selbst und zur Vielfalt dieses Landes. Die Freiheit, einfach dort anzuhalten, wo es am schönsten ist, macht den Reiz aus. Deutschland ist sicher, gastfreundlich und steckt voller kleiner Wunder, die nur darauf warten, von euch entdeckt zu werden.

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